15.04.2026, 07:56 Uhr
Bellevue Asset Management baut die Vertriebsorganisation auf zwei Ebenen aus: Florin Boetschi übernimmt die globale Vertriebsleitung, Livia Zanini verantwortet künftig den Schweizer Markt.
Die Lebenserwartung steigt – die Zahl gesunder Lebensjahre jedoch deutlich langsamer. Bellevue Asset Management identifiziert in dieser Lücke einen der nachhaltigsten Wachstumstrends im globalen Gesundheitsmarkt und hat ihn in seinen Healthcare-Strategien konsequent verankert.
Die Differenz zwischen Lebenserwartung und gesunder Lebenserwartung wird zur zentralen ökonomischen Variable des Healthcare-Sektors. Zwischen 2000 und 2019 stieg die globale Lebenserwartung gemäss Daten des Institute for Health Metrics and Evaluation um 6,5 Jahre – die gesunde Lebenserwartung jedoch nur um 5,4 Jahre. Die heutige Differenz von durchschnittlich 9,6 Jahren wächst weiter und ist geprägt von chronischen Erkrankungen, die einen erheblichen Teil der Gesundheitskosten verursachen: kardiometabolische Krankheiten, Neurodegeneration und altersbedingter Funktionsverlust.
Für Marcel Fritsch, Leiter Healthcare Fonds & Mandate bei Bellevue Asset Management, ergibt sich daraus eine klare Investmentlogik: «Wert entsteht dort, wo diese Lücke reduziert wird – nicht dort, wo Lebenszeit isoliert verlängert wird.» Entscheidend sei nicht die technologische Innovation an sich, sondern ihre Fähigkeit, klinische Ergebnisse messbar zu verbessern und gleichzeitig die Kostenstruktur des Gesundheitssystems nachhaltig zu verändern.
Bellevue identifiziert drei Mechanismen, entlang derer sich Wertschöpfung im Longevity-Segment heute konkret abbilden lässt. Den Anfang macht die Prävention und Früherkennung durch digitales Gesundheitsmonitoring. Wearables wie Oura oder Apple sowie klinisch validierte Systeme wie die kontinuierliche Glukosemessung von Abbott und Dexcom oder die kardiologischen Patches von iRhythm verschieben Diagnose und Intervention deutlich nach vorne. Ihr ökonomischer Wert liegt in der Vermeidung akuter Ereignisse, der Verzögerung chronischer Verläufe und der Reduktion kostenintensiver Eskalationen.
Der zweite Werttreiber sind minimalinvasive und robotergestützte Interventionen. Systeme von Stryker oder Intuitive Surgical verlagern den Fokus vom reinen Reparieren hin zum Erhalt von Mobilität und Autonomie. Kürzere Erholungszeiten, geringere Komplikationsraten und die zunehmende Verlagerung in den ambulanten Bereich sind die direkt messbaren Effekte.
Drittens adressieren Fortschritte in der Pharmakotherapie zunehmend krankheitsübergreifende biologische Mechanismen statt isolierter Indikationen – insbesondere entlang der kardiometabolischen Achse mit Novo Nordisk, Eli Lilly und Amgen, in der Neurodegeneration mit Biogen und Eisai sowie in der Onkologie mit Merck & Co. und AstraZeneca. Diese Therapien verlangsamen Krankheitsverläufe, senken die Sterblichkeit und verlängern die Phase selbstständigen Lebens.
Diese Logik fliesst direkt in das Anlageprodukt ein. Der Bellevue Healthcare ETF investiert rund 80 Prozent des Fondsvermögens in Unternehmen mit direkter Exponierung entlang der Longevity-Wertschöpfungskette – von kardiovaskulären und onkologischen über metabolische und muskuloskelettale bis hin zu neurodegenerativen und sensorischen Erkrankungen. Weitere 10 bis 20 Prozent entfallen auf Unternehmen mit indirekter Exponierung wie Managed Care, Life-Science-Tools, CDMOs und Healthcare-IT.
Der Fonds verbindet das Format eines aktiv gemanagten UCITS ETF mit einer fundamentalen Bottom-up-Selektion und konzentriert sich auf 50 bis 100 High-Conviction-Titel. Die Total Expense Ratio liegt bei 0,55 Prozent. Damit positioniert sich Bellevue in einem Segment, in dem klassische Indexlösungen die spezifischen Werttreiber kaum abbilden können.
Die Verbindung zwischen medizinischem Fortschritt und ökonomischem Wert ist für Bellevue nicht neu: Das 1993 gegründete und an der SIX Swiss Exchange kotierte Haus verwaltete per Ende 2025 Kundenvermögen von rund 5,3 Milliarden Franken und zählt Healthcare-Strategien zu seinen Kernkompetenzen.