02.04.2026, 08:53 Uhr
Manuel Fuchs ist Head of Wholesale & ETF Distribution Switzerland bei Invesco und verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der Vermögensverwaltungsbranche. Zuvor war er bei Credit Suisse und UBS tätig. Im Interview...
Der Schweizer Fondsmarkt ist im 1. Quartal 2026 auf 1742 Milliarden Franken gewachsen. Trotz Netto-Neugeldzuflüssen von rund 17,7 Milliarden Franken zehrte die Marktkorrektur im März die Performance des Jahresauftakts weitgehend auf.
Wie aus der am Dienstag veröffentlichten Fondsmarktbilanz der Asset Management Association Switzerland (AMAS) hervorgeht, legte das in der Schweiz verwaltete Fondsvermögen seit Jahresbeginn lediglich um 2,2 Milliarden Franken zu. Der Zuwachs fiel damit deutlich geringer aus, als es die Mittelzuflüsse erwarten lassen würden. Dies kann als Indiz für die Wucht der März-Korrektur gelesen werden. Per Ende März 2026 belief sich das Marktvolumen auf 1742,0 Milliarden Franken nach 1739,8 Milliarden zum Jahreswechsel.
Bemerkenswert ist die Risikobereitschaft der Anlegerinnen und Anleger. Auch im turbulenten März flossen den Aktienfonds noch 1,45 Milliarden Franken zu. Über das gesamte Quartal kamen 12,0 Milliarden in Aktienfonds, 4,8 Milliarden in Obligationenfonds und 983 Millionen in Anlagestrategiefonds. Der einzige Bereich mit Netto-Abflüssen waren die Geldmarktfonds, die 586 Millionen Franken verloren – ein in Phasen geopolitischer Verwerfungen ungewöhnliches Bild, das eher auf eine Umschichtung in Wertpapierfonds als auf eine Flucht in sichere Häfen hindeutet.
«Anlegerinnen und Anleger berücksichtigen die herrschenden Risiken durchaus und haben sich langfristig positioniert», lässt sich Adrian Schatzmann, CEO der Asset Management Association Switzerland, zitieren. «Ein Ausstieg nach einem Kursrückschlag bedeutet, den nächsten Aufschwung zu verpassen. Und historisch gesehen war dies jeweils ein sehr kostspieliger Fehler.»
Aktienfonds bleiben mit einem Volumen von 856,1 Milliarden Franken und einem Marktanteil von 49,1 Prozent die mit Abstand grösste Kategorie, gefolgt von Obligationenfonds (439,4 Milliarden, 25,2 Prozent), Anlagestrategiefonds (164,2 Milliarden, 9,4 Prozent) und Geldmarktfonds (162,8 Milliarden, 9,3 Prozent). Rohstofffonds (62,6 Milliarden), Immobilienfonds (45,0 Milliarden) und alternative Anlagen (6,7 Milliarden) spielen volumenmässig eine untergeordnete Rolle.
Die Performanceschwäche im Quartal spiegelt sich in den wichtigsten Indizes wider: Der S&P 500 verlor 4,63 Prozent, der Dow Jones 3,58 Prozent, der EURO STOXX 50 3,83 Prozent und der Swiss Market Index (SMI) 3,70 Prozent. Einzig der Schweizer Bond Index (SBI) hielt mit einem Plus von 0,23 Prozent eine schwarze Null. Der Bloomberg Barclays US Aggregate Bond Index gab um 0,05 Prozent nach. Bei den Währungen verlor der Euro gegenüber dem Schweizer Franken 0,67 Prozent, während sich der US-Dollar um 0,84 Prozent erholte.
An der Spitze der grössten Fondsanbieter in der Schweiz hat sich nichts verändert. UBS bleibt mit einem Marktanteil von 36,7 Prozent unangefochten die Nummer eins, gefolgt von Swisscanto/ZKB (11,1 Prozent), BlackRock (9,7 Prozent) und Pictet (5,8 Prozent). Auf den weiteren Rängen folgen Swiss Life und Vontobel (je 2,4 Prozent), J.P. Morgan (2,1 Prozent), Lombard Odier (1,6 Prozent), Amundi (1,3 Prozent) und UBP (1,0 Prozent). Die zehn grössten Anbieter vereinen rund 74 Prozent des gesamten Fondsvolumens auf sich – ein Wert, der die strukturelle Konzentration des Schweizer Fondsmarktes unterstreicht.
Die Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar basiert auf der FINMA-Genehmigungsliste und umfasst alle Fonds schweizerischen Rechts sowie sämtliche in der Schweiz zum öffentlichen Vertrieb zugelassenen ausländischen Fonds einschliesslich ihrer institutionellen Anteilsklassen. Nicht erfasst werden ausländische Fonds, die ausschliesslich qualifizierten Investoren vorbehalten sind.