Stabile Renditen mit Infrastruktur: worauf Pensionskassen achten sollten

Mit Co-Investitionen können Pensionskassen breit diversifiziert in Infrastruktur investieren und mit «Brownfield»-Anlagen stabile Renditen anstreben. Der Trend zu solchen Anlagen legt weiter zu. Gleichzeitig braucht es fundiertes Know-how, sorgfältige Prüfung und kosteneffiziente Strukturen.

01.09.2026, 10:59 Uhr

Autor: Christian Jost, CFA, Senior Investment Analyst, Zurich Invest AG

Redaktion: asc

Infrastruktur im aktuellen Marktumfeld

Das Tiefzinsumfeld im Schweizer Franken ist zurück. Gleichzeitig haben sich die Konzentrationsrisiken an den Aktienmärkten erhöht, und viele Titel sind hoch bewertet.

Hinzu kommen geopolitische Spannungen, die für Unsicherheit an den Finanzmärkten sorgen. In diesem anspruchsvollen Umfeld hat sich Infrastruktur in den vergangenen Jahren als eigenständige Anlageklasse bei Pensionskassen etabliert.

Ein Grund dafür sind stabile und stark dekorrelierte Renditen. Infrastrukturprojekte decken oft Grundbedürfnisse von Wirtschaft und Gesellschaft ab, etwa Energie, Transport, Kommunikation oder soziale Infrastruktur. Besonders operative Anlagen können dadurch langfristige und gut planbare Cashflows ermöglichen.

Quelle: Angaben in Mia. CHF, Pensionskassenstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS), letzte Publikation am 21.01.2026 veröffentlicht.
Quelle: Angaben in Mia. CHF, Pensionskassenstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS), letzte Publikation am 21.01.2026 veröffentlicht.

Steigende Investitionen

Seit Infrastruktur unter BVV 2 als eigene Anlageklasse gilt, ist das Interesse weiter gestiegen. Gemäss Bundesamt für Statistik investierten Schweizer Pensionskassen Ende 2024 CHF 16,1 Milliarden in Infrastruktur. Das entspricht 2,4 Prozent der Bilanzsumme.

Grössere Kassen halten tendenziell höhere Infrastrukturquoten. Bei kleineren Kassen liegt der Anteil oft tiefer oder sogar bei null. Gründe dafür können Herausforderungen im Cash-Management und fehlendes internes Know-how sein. Evergreen-Strukturen können Kapitalabrufe teilweise vereinfachen, ändern aber nichts daran, dass Infrastrukturanlagen sehr illiquide bleiben.

Umso wichtiger ist es, spezialisierte Expertinnen und Experten beizuziehen, welche Produkte und Asset Manager vergleichen und die Anlagen im Sinne der Investoren überwachen.

Infrastruktur: Chancen ja – aber wie umsetzen?

Für Schweizer Pensionskassen ist Infrastruktur ein attraktives Anlagefeld, die Kunst liegt in der richtigen Umsetzung. Vor jedem Engagement stehen zentrale Fragen:

  • «Brownfield» oder «Greenfield»?
  • Stehen die Kosten im Verhältnis zu den erwarteten Renditen?
  • Sind Direktanlagen, Infrastrukturfonds, Dachfonds oder Co-Investments die passende Form?
  • Welche Vehikel bieten genügend Transparenz, Steuerbarkeit und verlässliche Cashflows?

Erst wenn diese Punkte geklärt sind und zur eigenen Anlagestrategie passen, kann Infrastruktur ihr Potenzial im Portfolio entfalten.


«Brownfield» und «Greenfield»: zwei Welten in derselben Anlageklasse

Infrastruktur ist nicht gleich Infrastruktur – die Projektphase macht den Unterschied.

«Brownfield»-Anlagen sind bereits operative Projekte mit laufenden Erträgen. Ihr Risiko-Rendite-Profil ähnelt vielfach einer Immobilienanlage: stabile Cashflows, gut planbare Renditen und oft langfristige Vertrags- oder Regulierungsrahmen. Für Pensionskassen mit Fokus auf Kontinuität sind sie besonders geeignet.

«Greenfield»-Anlagen befinden sich in Planung oder Bau. Der Kapitalbedarf ist hoch, und Bau-, Bewilligungs- oder Kostenrisiken können das Ergebnis stark beeinflussen. Das Profil erinnert an Private-Equity-Investitionen, bei denen primär Wertsteigerung angestrebt wird.

Für defensive Infrastrukturportfolios empfehlen sich daher vor allem «Brownfield»-Anlagen als verlässliche Ertragsquelle.


Kostenstruktur: ein zentraler Renditefaktor

Kosten spielen bei Infrastrukturanlagen eine Schlüsselrolle. Gewisse Vehikel nutzen Gebührenmodelle, wie man sie aus Private Equity kennt. Diese müssen zum jeweiligen Renditeprofil passen.

Wichtig sind insbesondere:

  • Kosten-Rendite-Verhältnis: Gebühren sollten im Rahmen der zu erwartenden Erträge liegen.
  • Gebührenbasis: Strukturen mit Verwaltungskosten auf zugesagtem Kapital belasten die Anfangsphase; Modelle auf dem Nettoinventarwert, sprich dem effektiv arbeitenden Geld, sind oft transparenter und fairer.

Hinzu kommt der typische J-Kurven-Effekt geschlossener Infrastrukturlösungen: Anfangs drücken Investitionen, Gebühren und Aufbaukosten die Rendite, erst später entwickeln sich Cashflows und Erträge positiv. Co-Investments und alternative Gebührenmodelle können diesen Verlauf mildern und den Einstieg effizienter gestalten.

Quelle: Zurich Invest AG, zu Illustrationszwecken
Quelle: Zurich Invest AG, zu Illustrationszwecken

Co-Investments: Diversifikation als Rückgrat im Portfolio

Pensionskassen sollten ihre Infrastrukturrisiken breit streuen, um die gewünschte Stabilität zu erreichen – über Sektoren, Regionen, unterschiedliche Projekte und vor allem Manager. Co-Investments unterstützen dies, indem sie einzelne, gezielte und aufeinander abgestimmte Investments mit unterschiedlichen unterliegenden Managern ermöglichen.

Fazit

Co-Investitionen bilden eine kosteneffiziente Möglichkeit, ein breit diversifiziertes Infrastrukturportfolio aufzubauen. Voraussetzung ist nach wie vor eine sorgfältige Auswahl, fundierte Prüfung und laufende Überwachung – denn Infrastruktur bleibt eine komplexe und illiquide Anlageklasse, die professionelles Management erfordert.

Zurich Invest investiert seit 2013 erfolgreich in Co-Investitionen. Mit unserer Erfahrung und durch enge Überwachung – inklusive Vetorecht bei jeder Transaktion – stellen wir sicher, dass die Interessen der Anleger gewahrt bleiben.

Mit unseren aktuellen – auch CHF-hedged – Evergreen-Lösungen bieten wir Schweizer Pensionskassen einen professionellen und massgeschneiderten Zugang zu Infrastrukturanlagen.

Mehr zu unseren Infrastruktur-Anlagegruppen, die überwiegend in globale Co-Investments mit Fokus auf Core/Core+ Brownfield-Anlagen investieren, erfahren Sie auf der Webseite der Zurich Invest AG unter www.zurichinvest.ch/infra.

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