Woodford Investment streicht die Boni

Craig Newman, Chief Executive Officer bei Woodford Investment Management.
Craig Newman, Chief Executive Officer bei Woodford Investment Management.

Der britische Asset Manager Woodford Investment will seine Fondsmanager zum Umdenken animieren indem er die Bonuszahlungen abschafft.

24.08.2016, 10:10 Uhr

Autor: jog/cwe

Die britische Investment-Boutique Woodford Investment, die vom ehemaligen Invesco-Mitarbeiter Neil Woodford und Craig Newman gegründet wurde, beschreitet in Sachen Boni-Zahlungen einen neuen Weg – sie werden nämlich abgeschafft. Wie "finews.ch" anfangs Woche berichtete. Boni würden „kurzfristiges Denken und Fehlverhalten fördern“, begründet Woodford-CEO Newman die Massnahme.

Alle Mitarbeiter inklusive der Führungsetage erhalten fortan nur noch einen Fixlohn, der allerdings erhöht wurde. Newman ist sich sicher, dass die Umstellung bei den Fondsmanagern den Fokus auf nachhaltige Renditen verstärke.

Woodford Investment reformiert aber nicht nur das eigene Vergütungssystem. So werden künftig auch die Gebühren transparent gestaltet, ebenfalls ein Schritt, der unter Asset Manager nicht weit verbreitet ist.

Woodford gehört damit einer kleinen Minderheit an, wie die kürzlich veröffentlichte Umfrage von Mercer zeigte (fondstrends berichtete). 85 % der befragten Finanzinstitute waren der Meinung, dass höhere Fixgehälter kein geeignetes Mittel sind, um Kaser zu gewinnen und zu halten.

Kein Umdenken bei UBS und CS
Bei den beiden Schweizer Grossbanken sind solche Anpassungen dem Anschein nach nicht vorgesehen, wie "finews.ch" weiter schreibt. Obwohl die Credit Suisse 2015 Verluste verzeichnete, gab es für CEO Tidjane Thiam rund CHF 2,9 Millionen extra zu seinem Jahresgehalt.

Auch bei der UBS, die allerdings auch erfolgreicher wirtschafte als viele Konkurrenten, entlöhnte Geschäftsführer Sergio Ermotti mit CHF 14,3 Millionen insgesamt. Das sind rund 3 Millionen Franken mehr als im Jahr zuvor.

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