Ukraine-Konflikt birgt vielfältige Risiken für Finanzbranche

Der Ukraine-Konflikt bringt für einzelne Institute punktuell akzentuierte Risiken mit sich. (Bild: ZVG)
Der Ukraine-Konflikt bringt für einzelne Institute punktuell akzentuierte Risiken mit sich. (Bild: ZVG)

Vor dem Hintergrund der Risiken durch den Ukraine-Konflikt beurteilt die Finanzmarktaufsicht die Stabilität der Schweizer Finanzinstitute grundsätzlich als gut. Weiterhin erhebliche Risiken ortet die Finma im Schweizer Immobilien- und Hypothekarmarkt.

05.04.2022, 10:35 Uhr

Redaktion: rem

An der Jahresmedienkonferenz der Schweizerischen Finanzmarktaufsicht (Finma) hielt die Verwaltungsratspräsidentin Marlene Amstad fest, dass die Stabilität der einzelnen Institute zentral sei für den Schutz der Kundinnen und Kunden wie auch für das Finanzsystem insgesamt. "Wir dürfen aufgrund der Erfahrungen aus den jüngsten Krisen und Unfällen feststellen, dass es um die Stabilität der Institute am Schweizer Finanzplatz gut bestellt ist. Die notwendigen Puffer, für die sich die Finma seit der globalen Finanzkrise von 2008 konsequent einsetzt, sind vorhanden", so Amstad. Sie forderte aber nachdrücklich, dass die letzten Etappen der dafür vorgesehenen Regulierung (Basel III) nun zügig abgeschlossen werden. Das Fazit der Finma-Präsidentin: "Aufgrund der guten Stabilität sehe ich die Schweiz gut positioniert, um die Chancen zu nutzen, welche die Digitalisierung und das spürbare allgemeine Bestreben zu mehr Nachhaltigkeit bieten."

Geschäftsbericht

Anlässlich ihrer Jahresmedienkonferenz vom Dienstag hat die Schweizerische Finanzmarktaufsicht ihren Geschäftsbericht für das Jahr 2021 veröffentlicht.

Ukraine-Konflikt birgt vielfältige Risiken

Finma-Direktor Urban Angehrn führte aus, wie sich die Aufsichtsbehörde mit den Auswirkungen des Ukraine-Konflikts auf die Schweizer Finanzinstitute beschäftigt. Er stellte fest, "dass dieser Konflikt für die Schweizer Finanzbranche vielfältige und für einzelne Institute punktuell akzentuierte Risiken mit sich bringt." Die Finma habe diese im Auge. Der Finma-Direktor schätzte die Lage aktuell so ein, dass die Auswirkungen des Konflikts keine flächendeckende Gefahr für die Stabilität am Schweizer Finanzmarkt darstelle.

Im zweiten Fokusthema seines Referats beschrieb Angehrn die Gefahren, die vom Schweizer Hypothekenmarkt für die Finanzinstitute ausgehen. Er warnte eindringlich davor, hier weitere Risiken einzugehen. "Eine Korrektur der Immobilienmärkte stellt für unsere Volkswirtschaft, und insbesondere für stark exponierte Institute, ein Klumpenrisiko dar." Und weiter: "Als Aufsichtsbehörde über den Finanzplatz stehen wir Lockerungen bei den Anforderungen im Hypothekarbereich sehr skeptisch gegenüber. Solche Lockerungen würden die heute schon signifikanten Risiken im Markt weiter erhöhen."

Enforcement: Geldwäscherei und Corporate Governance im Fokus

Die FINMA führte im Jahr 2021 650 Abklärungen (2020: 628) und 20 Enforcementverfahren (2020: 33) zur Durchsetzung des Finanzmarktrechts (siehe Enforcementstatistik). Die Finma befasste sich unter anderem mit komplexen Fällen im Bereich der Geldwäschereibekämpfung sowie mit Mängeln in der Corporate Governance und im Risikomanagement bei Beaufsichtigten.

Die Jahresrechnung der Finma wies im Vergleich zum Vorjahr einen konstanten Betriebsaufwand von 126 Mio. Franken aus. Der Gesamtaufwand wird vollumfänglich mit Gebühren und Aufsichtsabgaben gedeckt. Die Zahl der Vollzeitstellen der Behörde betrug 2021 durchschnittlich 519 (Vorjahr 501).

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