Fonds als Spendentool

Ralph Spillmann, Senior Consultant bei Communicators
Ralph Spillmann, Senior Consultant bei Communicators

Fonds sind in der Regel ein reines Anlagetool. Gefässe wie der Cancer Charity Support Fund (CCSF) dienen aber zugleich als wirksames Spendentool. Dank dem gemeinsamen Engagement von Investoren und Promotoren konnte das Anlagegefäss 2012 der Krebsliga Schweiz und der Krebsforschung Schweiz 200‘000 Franken stiften.

06.02.2013, 08:02 Uhr

Autor: Ralph Spillmann, Senior Consultant beiCommunicators

Fonds dienen normalerweise als reine Anlagegefässe. Im Vordergrund steht die Maximierung der risikoadjustierten Rendite. Dies gilt im Prinzip auch bei Socially Responsible Investments (SRI). Um bei den Anlegern akzeptiert zu werden, müssen sie renditemässig mit Produkten Schritt halten, die nicht konsequent nachhaltig anlegen. SRI-Fonds gehen dazu bei der Anlageauswahl hie und da Kompromisse ein, welche die Begriffe Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung strapazieren.

Spendenkonzept mit Mehrfachwirkung
Seit einigen Jahren kommen Anlagefonds auf, die kompromissloser vorgehen und soziale Ziele höher gewichten als Rendite. Ein spannendes Beispiel sind Charityfonds. Diese verfolgen in erster Linie philanthropische Visionen. In diesem Rahmen erfolgen auch die Investments. Die Hälfte der Rendite wird in der Regel gespendet. Sogar die Promotoren des Fonds üben Verzicht und leiten einen Teil der Gebühren an ausgewählte Stiftungen weiter, welche dieselben Ziele verfolgen. Ein Charityfonds ist also Spenden- und Anlagetool in einem. Ein interessanter Aspekt dabei ist, dass die Spende auf Zeit erfolgt. Sobald der Anleger sein Engagement auflöst, entfallen sowohl seine Beiträge an die Stiftung, wie auch diejenigen der Promotoren.


Das neuartige Konzept lässt sich am besten anhand des 2009 lancierten Cancer Charity Support Funds (CCSF, Valor 10292490) erklären. Dieser spendet die Hälfte der Managementgebühren sowie der Renditen der Krebsliga Schweiz und der Krebsforschung Schweiz. Zudem legt der Fonds nach sozialen, nachhaltigen und branchenspezifischen Gesichtspunkten an. Ein Teil des Anlageportfolios wird direkt und indirekt in Aktien von Publikumsgesellschaften investiert, die sich der Krebsbekämpfung widmen. Dank der Finanzierung solcher Firmen wird eine zusätzliche Wirkung erzielt, so dass man durchaus von einem Impactfonds sprechen kann. Ausserdem hat der „Spender-Anleger“ die Chance, an den langfristigen Gewinnchancen der Wachstumsbranchen Biotechnologie mit einem Fokus auf Onkologie zu partizipieren.

Das Gefäss nimmt zusätzliche gesellschaftliche Verantwortung wahr, indem in weitere langfristige Anlagethemen mit sozialem Nutzen investiert wird. Ein Beispiel im Cleantech-Bereich sind Kraftwerke, die Biogas aus organischen Abfällen verwerten. Anlagen dieser Art leisten einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen künftigen Energiekurs eines Landes und generieren einen entsprechenden gesellschaftlichen Mehrwert. Sie tragen dazu bei, nicht erneuerbare Energiequellen zu schonen, Abfälle sinnvoll und umweltgerecht zu entsorgen und die Verschwendung von Landwirtschaftsflächen zu verhindern.

Renommierte Fachexperten aus Finanz und Medizin
Dafür, dass der CCSF gesellschaftlich verantwortungsvoll und solidarisch investiert, sorgt ein hochkarätiges Anlagekomitee. Dazu gehören einerseits Investmentprofis wie der Komiteeleiter Thomas Link von Lienberger Finanzinvest, der CCSF-Portfoliomanager Eric Lütenegger von der PMG Fondsmanagement AG sowie der Analyst Dr. Christian Lach von der Adamant Biomedical Investments AG. Einsitze haben ausserdem führende Krebsspezialisten wie Professor Dr. Thomas Cerny, Präsident Stiftung Krebsforschung Schweiz und Chefarzt Onkologie/Hämatologie am Kantonsspital St. Gallen, und Professor Dr. Silke Gillessen, leitende Ärztin und Forschungsleiterin Onkologie/Hämatologie am Kantonsspital St.Gallen. Zudem werden seit kurzem im Rahmen des CCSF regelmässige Fachgespräche durchgeführt, in denen mögliche Zielinvestments des Fonds unter Anlageexperten diskutiert werden.

Die Risiken von Charityfonds sind breit verteilt, um die Kursschwankungen in Grenzen zu halten. Der Aktienanteil des CCSF zum Beispiel beträgt maximal 50%. Bis zu 50% werden in Anleihen unterschiedlicher Bonitäten und Laufzeiten angelegt und bis zu 20% in alternative Anlagen. Das grösste Minus in einem Monat betrug denn auch bisher lediglich 4,2% und in einem Kalenderjahr 4,9%. Hinsichtlich sozialem und finanziellem Nutzen sieht die Gesamtbilanz ebenfalls erfreulich aus: 2012 resultierten Spenden von fast 200‘000 Franken und eine Rendite von rund 5%. Seit Lancierung summierten sich die Spenden auf rund 600‘000 Franken. Der Nettoinventarwert pro Anteilschein avancierte in dieser Zeit um 3,5%. Dies trotz den abgeflossenen Zuwendungen, die notabene auch in negativen Jahren anfallen, da nicht nur die Hälfte der Renditen, sondern auch der Gebühren gespendet wird.

Aktives Engagement als Mitglied der Swiss Cancer Foundation
Charityfonds dürften in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Immer mehr Anleger möchten mit ihren Investments mehr als nur finanziellen Eigennutz erzielen, sondern einen fühlbaren Beitrag zur Zukunft der Menschheit bewirken. Charityfonds erlauben es, mit einer einzigen Transaktion eine Anlage mit zukunftsgerichtetem, gesellschaftlichem Mehrwert zu verknüpfen. Damit eigen sich diese Tools nicht nur als langfristig attraktive Privatanlage oder als Göttigeschenk. Angesprochen werden auch Unternehmer, die sich proaktiv für eine gute Sache engagieren wollen. So dient der CCSF als Gate zur Supportervereinigung Swiss Cancer Foundation (SCF) (www.swisscancerfoundation.ch). Dieser Zusammenschluss ermöglicht es Schweizer Unternehmen und einzelnen Persönlichkeiten, ihre unternehmerischen und persönlichen Stärken noch besser in den Kampf gegen den Krebs einzubringen als bei einer direkten Spende. Mit Investments ab 400‘000 Franken werden Unternehmer und Unternehmen automatisch Mitglieder dieser renommierten und sozial engagierten Managervereinigung.

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