Credit Suisse verfehlt Renditeziel

Die Credit Suisse will Produktivität und Kostendisziplin weiter steigern.
Die Credit Suisse will Produktivität und Kostendisziplin weiter steigern.

Die Credit Suisse gibt zum heutigen Investorentag bekannt, dass sie das angestrebte Renditeziel 2019 nicht erreichen wird. Neu rechnet die Grossbank in diesem Jahr nur noch mit einer Rendite auf dem materiellen Eigenkapital von über 8 Prozent statt der in Aussicht gestellten 10 Prozent.

11.12.2019, 09:52 Uhr

Redaktion: rem

Die Credit Suisse (CS) verfehlt 2019 ihre angestrebte Rendite auf dem materiellen Eigenkapital (RoTE). Die Rendite soll sich dann aber im kommenden Jahr um rund 175 Basispunkte auf rund 10 Prozent verbessern. Sofern die Marktbedingungen 2020 günstig sein werden, rechnet die CS mit zusätzlichem Aufwärtspotenzial und einer RoTE von annähernd 11 Prozent, wie die CS am Mittwoch im Vorfeld des diesjährigen Investorentags in London mitteilte. Ursprünglich sollte die RoTE-Rendite im kommenden Jahr 11 bis 12 Prozent erreichen, und ab 2021 dann auf über 12 Prozent ansteigen. Mittelfristig seien über 12 Prozent immer noch das Ziel, heisst es nun.

"Wir haben in unser Geschäft investiert und weitere Gelegenheiten zur Ertragssteigerung gesucht, gleichzeitig aber unsere Kostendisziplin beibehalten und dadurch während der Restrukturierung und im Jahr 2019 eine anhaltend positive operative Effizienz erzielt", heisst es in der Mitteilung. Diszipliniertes Kostenmanagement und bankweit zusätzliche Effizienzen blieben weiterhin im Fokus. Dabei will die CS in effektive Compliance und Kontrollsysteme investieren und das Wachstum durch verbesserte Compliance-Funktionen unterstützen.

Dividende soll jährlich um mindestens 5 Prozent ansteigen

Die CS bestätigte auch ihre Pläne zur Kapitalrückführung. 2019 und 2020 sollen die Investoren nach wie vor jeweils mindestens 50 Prozent des Reingewinns erhalten. Im laufenden Jahr sollen daher Aktien im Wert von mindestens 1 Milliarde bis zu 1,5 Milliarden zurückgekauft werden. Im neuen Jahr ist ein Rückkauf in ähnlichem Umfang vorgesehen. Zudem soll die Dividende jährlich um mindestens 5 Prozent ansteigen. Für 2019 würde sich damit eine Dividende von mindestens 0,2756 Franken ergeben - nach einer Ausschüttung von 0,2625 Franken je Aktie für 2018.

Mit Blick auf das laufende Geschäft heisst es zudem, im bisherigen Verlauf des vierten Quartals habe sich der Geschäftsverlauf gegenüber Vorjahr verbessert. Das Weihnachtsquartal fällt wegen der Feiertage üblicherweise schwächer aus. Auch belasten die CS die anhaltenden geopolitischen Spannungen. Nach Divisionen betrachtet halte in der Schweizer Einheit der mit dem Negativzinsumfeld verbundene Druck an. Dieser dürfte sich den Erwartungen zufolge 2020 jedoch erheblich abschwächen. In der Zwischenzeit seien etwa Möglichkeiten identifiziert worden, diesen Druck durch Immobilienverkäufe zu mindern. Mindestens ein Immobilienverkauf werde voraussichtlich noch im vierten Quartal abgeschlossen. Die Internationale Vermögensverwaltung (IWM) zeigt laut der Mitteilung eine stabile Entwicklung, das Asien-Geschäft und der Handel (Global Markets) liegen deutlich über Vorjahr.

Alle Artikel anzeigen