08.09.2026, 11:56 Uhr
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Schweizer Pensionskassen haben 2025 eine durchschnittliche Rendite von 6,3 Prozent erzielt. Das zeigt die neue Complementa-Studie «Risiko Check-up 2026», die am 8. September veröffentlicht wurde. Bei der Asset-Allokation zeigt sich, dass Aktien die grösste Position sind und dass Investitionen in illiquide Anlagen stark zunehmen.
Von der guten Performance profitierten insbesondere die Versicherten selbst: Ihre Sparguthaben wurden im Schnitt mit 4,3 Prozent verzinst – der höchste Wert der letzten 25 Jahre. 99 Prozent der Pensionskassen gaben mehr als die vom Bundesrat festgelegte BVG-Mindestverzinsung weiter. Es ist bereits das dritte Mal in fünf Jahren, dass die Kassen einen Grossteil ihrer Anlageerträge an die Versicherten durchreichen.
Umgerechnet auf das gesamte Vermögen der zweiten Säule (1'220 Milliarden Franken gemäss BFS-Pensionskassenstatistik 2024) entspricht die Rendite einem Anlageertrag von 77 Milliarden Franken – mehr als die kumulierten Beiträge von Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden im Vorjahr von rund 67 Milliarden Franken.
Der kapitalgewichtete Deckungsgrad kletterte im Verlauf des Jahres 2025 von 111,8 auf 114,4 Prozent. Nur noch rund 2 Prozent der Pensionskassen befanden sich Ende 2025 in Unterdeckung. Auch 2026 setzt sich der positive Trend bislang fort: Bis Ende August verzeichneten die Kassen eine Rendite von 5,0 Prozent, der Deckungsgrad stieg auf 118,5 Prozent.
Der Anteil festverzinslicher Anlagen sank 2025 auf einen historischen Tiefststand von 29,3 Prozent – vor über 30 Jahren, zu Beginn der Studie, war noch fast jeder zweite Franken in Obligationen angelegt. Pensionskassen reduzierten insbesondere globale Staatsanleihen wegen steigender Staatsverschuldung und höherer Absicherungskosten und verschoben Mittel teilweise in Franken-Obligationen und globale Unternehmensanleihen.
Aktien sind damit bereits das zweite Jahr in Folge die grösste Anlageklasse mit einem Anteil von 34,1 Prozent. Immobilien (22,6 Prozent) und Alternative Anlagen (9,8 Prozent) veränderten sich gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig.
Innerhalb der Alternativen Anlagen, in die 84 Prozent der Pensionskassen investieren, hat sich die Zusammensetzung deutlich verschoben: Infrastrukturanlagen stellen mit 2,8 Prozent des Gesamtvermögens beziehungsweise 28 Prozent der Alternativen Anlagen inzwischen den grössten Anteil, gefolgt von Private Equity mit 2,4 respektive 24 Prozent. Früher dominierten in dieser Kategorie noch Hedgefonds.
Als diesjähriges Sonderthema untersuchte Complementa erstmals vertieft die Illiquiditätsquote der Pensionskassen. Diese ist innerhalb von 15 Jahren von 28,2 auf 35,7 Prozent gestiegen – getrieben durch das Tiefzinsumfeld der 2010er-Jahre sowie die Suche nach zusätzlichen Renditequellen und Diversifikation. Der ausgeprägteste Anstieg fand zwischen 2013 und 2017 statt.
Für 87 Prozent der befragten Kassen ist die Diversifikation ein relevantes oder sehr relevantes Argument für illiquide Anlagen, für 84 Prozent der Zugang zu zusätzlichen Renditequellen. Gleichzeitig schränkt eine hohe Illiquiditätsquote die Flexibilität ein: 68 respektive 62 Prozent der Befragten nennen sinkende Flexibilität und steigende Komplexität als relevante Gegenargumente. Nur rund ein Drittel der Pensionskassen hat bislang eine explizite Obergrenze für illiquide Anlagen festgelegt.
Der weitere Ausbau konzentriert sich auf Schweizer Immobilien (31 Prozent der Befragten planen eine Aufstockung) und Infrastrukturanlagen (28 Prozent). Beim Immobilienengagement im Ausland ist der Trend gegenläufig: 21 Prozent wollen hier reduzieren.
Die Vermögensverwaltungskosten der zweiten Säule sanken 2025 auf einen neuen Tiefstwert von durchschnittlich 0,40 Prozent – trotz des Ausbaus kostenintensiverer Anlageklassen wie Immobilien und Alternative Anlagen. Der technische Zinssatz sank nach drei Jahren leichten Anstiegs um 0,05 Prozentpunkte auf 1,75 Prozent, was sich negativ auf den Deckungsgrad auswirkte. Der Umwandlungssatz mit 65 liegt für 2026 im Schnitt bei 5,20 Prozent; gemäss den Befragten dürfte er in den kommenden fünf Jahren nur noch marginal weiter sinken.
Die Studie basiert auf einem Datenkorpus von 469 Pensionskassen mit einem Gesamtvermögen von 1'009 Milliarden Franken – ein neuer Teilnahmerekord, der rund 80 Prozent des Pensionskassenvermögens der Schweiz abdeckt. Zum Sonderthema illiquide Anlagen liegen zusätzlich Antworten von 212 Pensionskassen vor.