ZKB: Alte Faustregel zu Wohneigentum gilt nicht mehr uneingeschränkt

ZKB signalisiert eine klare Trendwende: Wohneigentum ist nicht mehr in jedem Fall günstiger als Mieten (Bild: Adobe Stock)
ZKB signalisiert eine klare Trendwende: Wohneigentum ist nicht mehr in jedem Fall günstiger als Mieten (Bild: Adobe Stock)

Wohneigentum ist nicht mehr in jedem Fall günstiger als Mieten. Wer seit längerer Zeit in derselben Mietwohnung lebt, fahre finanziell oft besser, wenn er dort bleibt, schreibt die Zürcher Kantonalbank (ZKB) in ihrem am Dienstag veröffentlichten Immobilienbarometer zum zweiten Quartal.

14.07.2026, 09:12 Uhr
Banken

Redaktion: AWP

Ausschlaggebend sei der sogenannte Verweilbonus: Langjährige Mieter zahlten häufig deutlich tiefere Bestandsmieten als bei einem heutigen Neuabschluss für eine vergleichbare Wohnung verlangt würde, erklärt die ZKB. Demgegenüber hätten die stark gestiegenen Eigenheimpreise und das veränderte Zinsumfeld die frühere Faustregel "Eigentum ist günstiger als Miete" relativiert. Im Kanton Zürich kosten Eigenheime heute rund zweieinhalbmal so viel wie vor 20 Jahren.

Muss hingegen ohnehin umgezogen werden, kann der Kauf eines Eigenheims vielerorts die günstigere Lösung sein. Denn bei einem Wohnungswechsel gelten die deutlich höheren Angebotsmieten als Vergleichsgrösse. Diese liegen laut der ZKB heute häufig über den laufenden Kosten eines Eigenheims, sofern die nötigen finanziellen Mittel für den Kauf vorhanden sind.

Dass Wohneigentum vielerorts teuer bleibt, zeigt auch der jüngste Zürcher Wohneigentumsindex (ZWEX). Dieser stieg im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent und lag damit 2,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Besonders stark verteuerten sich Eigenheime in den Gemeinden rund um den Zürichsee sowie in der Stadt Zürich.

Gleichzeitig gingen die Altbestandsmieten weiter zurück. Im Kanton Zürich sanken sie im zweiten Quartal um 0,4 Prozent, nachdem viele Mieter infolge der Senkung des Referenzzinssatzes Anspruch auf tiefere Mieten erhielten. Die ZKB rechnet wegen des knappen Wohnungsangebots dennoch mit weiter steigenden Angebotsmieten und höheren Preisen für Wohneigentum, allerdings mit moderaterem Wachstum.

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