Hypothekarzinsen verharren auf historischem Tiefstand

Trotz Inflationsängsten in anderen Teilen der Welt: Die Hypothekarzinsen in der Schweiz verharren auf tiefem Niveau (Bild: Shutterstock)
Trotz Inflationsängsten in anderen Teilen der Welt: Die Hypothekarzinsen in der Schweiz verharren auf tiefem Niveau (Bild: Shutterstock)

Die SNB hält ihren Leitzins seit Juni 2025 unverändert bei 0,00%, und die Mehrheit der Ökonomen rechnet damit, dass dies bis Ende 2026 so bleibt. Das günstige Zinsumfeld drückt die Hypothekarzinsen auf ein historisches Tief – mit klaren Implikationen für Eigenheimbesitzer und Immobilienkäufer.

19.05.2026, 08:49 Uhr

Redaktion: asc

Der Zinssenkungszyklus der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist abgeschlossen. Nach sechs Senkungen in Folge zwischen Anfang 2024 und Mitte 2025 verharrt der Leitzins seit Juni 2025 bei 0,00 Prozent. Auch beim jüngsten geldpolitischen Entscheid im März 2026 blieb der Satz unverändert – im Einklang mit den Markterwartungen. In einer Reuters-Umfrage gehen 21 von 25 befragten Ökonomen davon aus, dass der Leitzins das gesamte Jahr 2026 bei null verharren wird.

Die Begründung der Nationalbank stützt sich primär auf die nach wie vor tiefe Inflation, die sich am unteren Rand des Zielbandes von 0 bis 2 Prozent bewegt, sowie auf die verhaltene Wachstumsdynamik. Gleichzeitig hält sich die SNB die Option offen, am Devisenmarkt zu intervenieren, um einer übermässigen Aufwertung des Frankens entgegenzuwirken.

Was heisst das für die Hypothekarlandschaft in der Schweiz? Der SARON notiert aktuell leicht im negativen Bereich bei −0,05%. Die Swap-Sätze, welche die Basis für die Preisbildung der Festhypotheken bilden, haben sich auf tiefem Niveau stabilisiert. Marktkommentare, wie diejenige von der Luzerner Kantonalbank (LUKB) erwarten auf Zwölfmonatssicht einen moderaten Anstieg des zehnjährigen Swapsatzes auf 0,80 Prozent sowie einen ersten Leitzinsanstieg der SNB von 0 Prozent auf 0,25 Prozent. Damit bleibt das Zinsniveau in der Tendenz tief, mit leichter Aufwärtsneigung am langen Ende.

Hypothekarzinsen auf historischem Tiefstand

Dank der tiefen Swap-Sätze und des stabilen Leitzinses bewegen sich die Hypothekarzinsen auf historisch tiefem Niveau. Die zehnjährige Festhypothek liegt je nach Anbieter zwischen 1,50 Prozent und 2,05 Prozent (Richtzinsen per März 2026), wobei verhandelte Topkonditionen deutlich darunter liegen können. Bei der SARON-Hypothek bewegt sich die Marge derzeit zwischen 0,70 Prozent und 1,20 Prozent.

Trotz der gegenwärtigen Spannungen in der Geopolitik, die in den USA aber auch in Europa zu steigenden Inflationsängsten führen, wird für 2026 in der Schweiz keine nennenswerte Aufwärtsbewegung erwartet. Mittelfristig – also auf Zwölfmonatssicht – könnten die langen Swap-Sätze moderat anziehen. Das macht in der Folge Festhypotheken mit langer Laufzeit aus heutiger Sicht attraktiv, bevor ein allfälliger Zinsanstieg einsetzt.

Beobachter sind sich jedoch einig: Negativzinsen gelten als unwahrscheinlich. Sie würden Sparer aber auch die Pensionskassen stark belasten. Die Risikoverteilung bleibt allerdings asymmetrisch – die Abwärtsrisiken für Wachstum und Preise sind ausgeprägter als das Risiko einer nachhaltigen Inflationsbeschleunigung.

Die gute Nachricht: Das Fenster für historisch tiefe Hypothekarzinsen bleibt 2026 weit geöffnet – ob es sich gegen Jahresende leise zu schliessen beginnt, hängt massgeblich von der Konjunkturentwicklung und den globalen Inflationsimpulsen ab.

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