Impact Investing: Wenn finanzielle Erträge nicht genug sind

Impact-Strategien wollen sowohl eine positive gesellschaftliche Wirkung als auch finanzielle Erträge erreichen. (Bild: ZVG)
Impact-Strategien wollen sowohl eine positive gesellschaftliche Wirkung als auch finanzielle Erträge erreichen. (Bild: ZVG)

Eine positive gesellschaftliche Wirkung mit Renditen für Anleger verbinden: Das unterscheidet Impact Investing von ESG-Anlagestrategien. M&G gibt Einblicke in die Grundlagen, wie langfristig besser im Einklang mit Zielen und Werten investiert werden kann.

10.05.2021, 10:39 Uhr

Redaktion: rem

Eine schnelle Online-Suche zeigt es: Es scheint unzählige Möglichkeiten zu geben, um Geld "verantwortungsvoll” oder "nachhaltig” zu investieren. Vielleicht tauchen dabei auch einige neue Begriffe auf – wie z.B. "ESG“-Anlagen – und man fragt sich vielleicht, was dahintersteht. Wer Klarheit zu einigen Grundlagen gewinne, könne langfristig besser im Einklang mit seinen Zielen und Werten investieren, meint M&G Investments.

Als verantwortungsbewusster Investor fühle sich M&G verpflichtet, alle für die Anlageergebnisse wesentlichen Einflussfaktoren zu berücksichtigen – seien diese positiv oder negativ. Dazu gehören auch ökologische, soziale und Governance- Faktoren (ESG). Diese könnten leicht aus dem Blick geraten, wenn eine Analyse ausschliesslich auf traditionelle Finanzkennzahlen wie Gewinnentwicklung, Vermögenswerte und Schulden abstelle.

Doch die Missachtung von ESG-Faktoren könnte Investoren langfristig teuer zu stehen kommen, so M&G. Eine schlechte Unternehmensführung und eine Missachtung von Umwelt oder Gesellschaft dürften die Performance eines Unternehmens letztlich untergraben. "Wir halten es daher auch unter finanziellen Gesichtspunkten für sinnvoll, ESG-Faktoren in den Anlageprozess zu integrieren. Indem wir die potenziellen Risiken und Chancen einer Anlage umfassender einbeziehen, können wir auf bessere Entscheidungen und stärkere finanzielle Ergebnisse zielen", betont M&G.

Auf dem Fundament von ESG aufbauen

Immer mehr Anlagestrategien gehen über die Integration von ESG-Faktoren hinaus. Sie versuchen, ein bestimmtes Ziel oder Ergebnis für Umwelt oder Gesellschaft zu erreichen – und manchmal auch beides. Doch zu den unterschiedlichen Ansprüchen an die nicht-finanziellen Fondsziele kommt laut M&G noch etwas anderes hinzu: Die verschiedenen Anbieter verwenden unterschiedliche Begriffe. Dies könne verständlicherweise zu einer gewissen Verwirrung führen, wenn man Produkte vergleichen möchte.

In der Europäischen Union wurden im März 2021 neue Regeln eingeführt, um Licht ins Dunkel zu bringen. Die Offenlegungsverordnung für nachhaltige Finanzprodukte (Sustainable Finance Disclosure Regulation, kurz SFDR) zielt auf mehr Transparenz bei Finanzprodukten, die einen gewissen Fokus auf Nachhaltigkeit haben. Produkte müssen nun gemäss dieses SFDR-Rahmenwerks klassifiziert werden. Wenn Fonds aktiv ökologische oder nachhaltige Eigenschaften fördern, werden sie als "Artikel 8“-Produkte bezeichnet. Fonds, die auf nachhaltiges Anlegen zielen, sind "Artikel 9"-Produkte. Die beiden Artikel des Verordnungstextes benennen die Unterscheidungen zwischen den beiden Produkttypen genau. Für beide Produkttypen kann davon ausgegangen werden, dass die Anbieter durch die Berichterstattung zur Performance darlegen, wie sie ihr Profil und ihre Ziele erreichen wollen.

Doppelte Zielsetzung von Impact-Strategien

Am oberen Ende des Spektrums verantwortungsvoller Investmentansätze steht das Impact Investing. Impact-Strategien verfolgen – anders als andere Herangehensweisen – eine doppelte Zielsetzung: Sie wollen sowohl eine positive gesellschaftliche Wirkung als auch finanzielle Erträge erreichen. "Sie investieren in Unternehmen, die explizit auf sinnvolle Ergebnisse für den Planeten und seine Bewohner zielen. Damit können Anleger dazu beitragen, die grössten gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen der Welt zu bewältigen", meint M&G.

Der Investmentmanager hält etwas beim Impact Investing für ganz wichtig: Jedes Unternehmen muss nachweisen können, welche messbare positive Wirkung es erzielt. Die Leistungsindikatoren sollten für die Aktivitäten eines Unternehmens relevant sein. So kann zum Beispiel die Wirkung eines Anbieters von erneuerbaren Energien anhand der jährlich eingesparten CO2-Emissionen gemessen werden.

Natürlich könne es keine Garantien geben, wenn es um die Rendite von Investitionen gehe. Doch es gebe keine Beweise dafür, dass Impact Investing langfristig zu geringeren finanziellen Erträgen führe. Das Ziel sei es, neben finanziellen Gewinnen einen sozialen oder ökologischen Zweck zu erreichen – nicht auf solche Gewinne zu verzichten. "Die beiden Ziele von Impact Investing können – und sollten – unserer Meinung nach Hand in Hand gehen. Wir sehen grossartige Möglichkeiten für innovative Unternehmen, die erfolgreich Lösungen für die Herausforderungen der Welt liefern können", betont M&G.

Alle Artikel anzeigen