02.11.2026, 07:29 Uhr
Schwerpunkt US-Zwischenwahlen (2/3) – Für den Gesamtmarkt dürfte die Wahl wenig entscheiden, für einzelne Anlageklassen und Branchen umso mehr. Der wichtigste Übertragungskanal ist der Anleihenmarkt: Ob neue...
Patrimonium Asset Management will den Immobilienfonds Sustainable Real Estate Switzerland (SRES) im Sommer 2027 in den Patrimonium Swiss Real Estate Fund (PSREF) integrieren. Entstehen soll ein Schweizer Immobilienportfolio mit mehr als 1,8 Milliarden Franken Anlagevermögen. Mit der laufenden Pipeline soll der PSREF die Marke von 2 Milliarden Franken überschreiten.
Vier Monate nach dem Vollzug der Übernahme der Sustainable Real Estate AG legt Patrimonium den Fahrplan für die Fondsseite vor. In einer Ad-hoc-Mitteilung vom 2. November 2026 kündigt die Patrimonium Asset Management AG an, das Teilvermögen Sustainable Real Estate Switzerland (SIX: SRES) der Sustainable Real Estate Investments SICAV im Laufe des Jahres 2027 in den Patrimonium Swiss Real Estate Fund (SIX: PSREF) einzubringen. Sämtliche Schritte stehen unter dem Vorbehalt der Bewilligung durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA.
Durch die Vereinigung würde ein breit diversifiziertes Schweizer Immobilienportfolio mit einem Anlagevermögen von über 1,8 Milliarden Franken entstehen. Mit der Umsetzung der laufenden Akquisitions- und Projektpipeline soll der PSREF anschliessend organisch auf mehr als 2 Milliarden Franken wachsen.
Die Patrimonium Holding AG hatte per 1. Juli 2026 sämtliche Aktien der Sustainable Real Estate AG übernommen und damit indirekt auch alle Unternehmeraktien der SICAV. Die Fondsfusion ist der nächste Schritt dieser Integration.
Der Umbau erfolgt in mehreren Etappen. Per 1. Januar 2027 soll die Patrimonium Asset Management AG die Fondsleitungsfunktion der SICAV übernehmen und deren Portfolio direkt verwalten. Gleichzeitig wechselt die SICAV ihre Dienstleister:
Damit werden die Liegenschaften des SRES per 31. März 2027 erstmals, wie jene des PSREF, von Wüest Partner bewertet. Für die spätere Vereinigung ist das ein wichtiger Punkt: Beide Portfolios werden so nach derselben Methodik geschätzt.
Im ersten Halbjahr 2027 soll der SRES von einem Teilvermögen einer SICAV in einen vertraglichen Anlagefonds der Art Immobilienfonds umgewandelt werden. Die Grundlage dafür haben die Aktionäre an der Generalversammlung vom 22. Oktober 2026 im Anlagereglement geschaffen. Die Umwandlung selbst braucht aber nochmals ihre Zustimmung. Ein Grossteil der nötigen Steuerrulings liegt laut Patrimonium bereits vor, steuerlich stehe einer Fusion nichts mehr entgegen. Parallel dazu werden die Fondsdokumente beider Vehikel in den für eine Vereinigung gesetzlich relevanten Punkten angeglichen.
Patrimonium begründet den Schritt mit Grössenvorteilen. Das vereinigte Portfolio wird geografisch breiter abgestützt sein und eine stärkere Präsenz in der Deutschschweiz haben. Skaleneffekte und Kostenoptimierungen entlang der ganzen Wertschöpfungskette sollen die operative Rentabilität und die EBIT-Marge des PSREF stärken. Zudem sollen sich die Nachhaltigkeitsposition und der CO₂-Absenkungspfad des Gesamtportfolios verbessern.
«Mit der geplanten Vereinigung schaffen wir die Grundlage für eine breitere Diversifikation des Patrimonium Swiss Real Estate Fund. Anlegerinnen und Anleger profitieren von zusätzlichen Skaleneffekten, einer breiteren Abstützung des Portfolios und erweiterten Wachstumsmöglichkeiten», sagt Christoph Syz, CEO der Patrimonium-Gruppe.
Marco Scheurer, Geschäftsführer der Sustainable Real Estate AG, verweist auf die Liquidität: «Der fusionierte Fonds wird eine höhere Visibilität und Marktliquidität haben. Für die Anlegerinnen und Anleger des Sustainable Real Estate Switzerland bedeutet dies eine noch attraktivere Investitionsmöglichkeit in Schweizer Wohnimmobilien.»
Übernehmender Fonds ist der börsenkotierte PSREF. Er behält seine Struktur, seine Valoren- und ISIN-Nummer sowie seinen Track Record. Die Vereinigung ist nach heutiger Planung für den Sommer 2027 vorgesehen. Weitere Details will Patrimonium im Laufe des Jahres 2027 publizieren.
Bis dahin laufen die beiden Fonds getrennt. Der PSREF und die SICAV erstellen per 31. März 2027 noch separate Jahresabschlüsse und nehmen im Juni 2027 separate Ausschüttungen vor. Dafür verkürzt die SICAV ihr Geschäftsjahr 2026/27 ausserordentlich auf den 31. März 2027, ebenfalls unter Vorbehalt der Inkraftsetzung durch die FINMA.
An der ordentlichen Generalversammlung der SICAV vom 22. Oktober 2026 genehmigten die Aktionäre sämtliche Anträge. Christoph Syz wurde in den Verwaltungsrat gewählt, das Anlagereglement für die Umwandlung angepasst und der Wechsel der Revisionsstelle beschlossen. Für das Geschäftsjahr 2025/26 erhalten die Anleger des SRES eine Ausschüttung von 2,81 Franken pro Anteil. Ex-Datum war der 26. Oktober, ausbezahlt wurde am 28. Oktober 2026.
Die Konsolidierung im Markt für kotierte Schweizer Immobilienfonds geht weiter. Für die Anleger des SRES dürfte der Wechsel in ein grösseres, liquideres Vehikel vor allem einen besseren Handel an der Börse bringen. Für den PSREF ist die Fusion der Weg, rasch Grösse und mehr Deutschschweizer Wohnliegenschaften zu gewinnen. Offen sind noch die Konditionen: Das Umtauschverhältnis und damit die Frage, wie die beiden Fonds im Verhältnis zueinander bewertet werden, dürfte erst mit den Publikationen 2027 feststehen. Patrimonium betont zudem, dass sich aus der Planung kein Anspruch auf Durchführung oder einen bestimmten Termin ableiten lässt.