28.07.2026, 08:56 Uhr
Der globale Private-Equity-Markt kühlt bei der Anzahl der Transaktionen weiter ab, während das investierte Kapital sich auf hohem Niveau hält. Das zeigt der am Montag veröffentlichte Bericht «Pulse of Private...
Die Halbleiterbranche steht erneut unter massivem Verkaufsdruck. Nachdem bereits Anfang Juli ein erster Schock durch die Märkte ging, erfasste diese Woche eine zweite, noch heftigere Verlustwelle die globalen Aktienmärkte – ausgelöst durch neue Zweifel am Return-on-Investment der KI-Investitionen sowie durch Berichte über Fortschritte Chinas bei der Chipfertigung.
Am stärksten traf es Südkorea: Der Leitindex Kospi brach um fast 11 Prozent ein, die Handelsplattform Korea Exchange stoppte den Kassahandel sowohl im Kospi als auch im Kosdaq für jeweils 20 Minuten, nachdem zuvor bereits der Programmhandel wegen einbrechender Futures ausgesetzt worden war. Samsung Electronics und SK Hynix verloren je über 13 Prozent. Damit liegt der Kospi bereits mehr als 30 Prozent unter seinem Höchststand vom Vormonat.
Bemerkenswert: Von den 14 Handelsunterbrechungen (Circuit Breaker), die seit dem Jahr 2000 am Kospi ausgelöst wurden – ein seltenes Instrument, das etwa während der Covid-Pandemie oder des Iran-Kriegs zum Einsatz kam –, entfielen acht allein auf dieses Jahr. Besonders betroffen sind laut Bloomberg private Anleger, die in gehebelte Chip-ETFs investiert waren, welche gegen Ende Mai nahe den Höchstständen lanciert wurden; viele dieser Produkte haben seither rund 60 Prozent oder mehr an Wert verloren.
Neben Sorgen um die Nachhaltigkeit der KI-Ausgaben belastet ein weiterer Faktor die Kurse: Berichten zufolge hat ein staatsnahes chinesisches Unternehmen mit der Serienproduktion von Immersions-DUV-Lithografiemaschinen begonnen. Dies schürt Ängste vor wachsender Konkurrenz aus China in der Chipfertigung. Aktien japanischer Ausrüstungshersteller wie Nikon und Tokyo Electron gaben daraufhin um mehr als 10 Prozent nach.
Ein Bloomberg-Gauge asiatischer Halbleiterwerte sackte zeitweise um bis zu 7,5 Prozent ab – der stärkste Tagesverlust seit Anfang März. Der japanische Nikkei 225 und der taiwanesische Taiex verloren je rund 4 Prozent.
Parallel dazu wächst die Nervosität an den Kreditmärkten. Die Preise für Credit Default Swaps auf Oracle, SpaceX, Alphabet, Amazon, Meta, Broadcom und Nvidia sind laut LSEG-Daten in den vergangenen Tagen auf Rekordniveaus gestiegen. Besonders ausgeprägt ist die Entwicklung bei Oracle: Der Fünfjahres-CDS des Unternehmens wurde am Montag bei 215 Basispunkten gehandelt, gegenüber 144 Basispunkten zu Jahresbeginn. Auch bei Nvidia erreichten die Absicherungskosten mit 79 Basispunkten einen neuen Höchststand.
Sona-Asset-Management-Investmentchef John Aylward bringt die Stimmung auf den Punkt: Die Unberechenbarkeit von Tempo und Kosten der KI-Finanzierung löse derzeit eine ernsthafte Vertrauenskrise an den Kreditmärkten aus.
Die Anleger richten den Blick nun auf die anstehenden Quartalszahlen von Samsung und SK Hynix. Trotz erwarteter Rekordgewinne bei den Speicherchip-Herstellern reicht dies den Marktteilnehmern derzeit offenbar nicht mehr – gefordert werden klare Antworten auf die Frage, ob sich die enormen KI-Investitionen der Hyperscaler mittelfristig auszahlen. Bis dahin dürfte die Volatilität an den Chip-Börsen hoch bleiben.