01.04.2026, 08:05 Uhr
Die Zuger Kantonalbank hat einen neuen Bankratspräsidenten gefunden. Reto Wangler soll die Nachfolge von Urs Rüegsegger antreten, der wie angekündigt an der nächsten Generalversammlung vom 9. Mai zurücktritt....
Sieben Finanzinstitute und die Swiss Stablecoin starten eine kontrollierte Sandbox für einen CHF-Stablecoin – ein Signal für den Aufholbedarf des Schweizer Finanzplatzes im globalen Stablecoin-Wettbewerb.
Der Schweizer Finanzplatz bündelt seine Kräfte im digitalen Währungsraum: UBS, PostFinance, Sygnum, Raiffeisen, die Zürcher Kantonalbank (ZKB), die Banque Cantonale Vaudoise (BCV) und die Swiss Stablecoin lancieren gemeinsam eine Sandbox zur Erprobung eines Stablecoins in Schweizer Franken. Die Initiative ist die bisher breiteste koordinierte Anstrengung etablierter Schweizer Banken im Bereich tokenisierter Währungen.
Stablecoins – digitale Vermögenswerte, die 1:1 an eine Währung gekoppelt sind – gewinnen international rasch an Bedeutung. Namentlich dollarbasierte Stablecoins dominieren heute grosse Teile des Krypto-Zahlungsverkehrs und gewinnen zunehmend Einzug in institutionelle Prozesse. Ein regulierter CHF-Stablecoin mit breiter Marktverankerung fehlt bislang. Die neue Initiative will diese Lücke schliessen, bevor sie zum strukturellen Nachteil für den Schweizer Finanzplatz wird.
Die technische Infrastruktur für die Emission des Stablecoins stellt die Swiss Stablecoin bereit. In der Sandbox – einer geschützten digitalen Live-Umgebung mit definiertem Teilnehmerkreis und Betragslimiten – werden konkrete Anwendungsfälle unter realistischen Bedingungen erprobt. Ziel ist es, praxisnahe Erkenntnisse zu gewinnen, ohne systemische Risiken einzugehen. Die Durchführung ist für das laufende Jahr 2026 geplant.
Die Initiative steht ausdrücklich auch weiteren Banken, Unternehmen und Institutionen offen, die sich an der Entwicklung eines CHF-Stablecoins beteiligen möchten.
Die beteiligten Institute formulieren klare Ziele: den Aufbau eines Schweizer Ökosystems für digitales Geld, den Erwerb institutioneller Kompetenzen im Umgang mit programmierbaren Zahlungsmitteln sowie die Entwicklung effizienter Prozesse mit echtem Kundennutzen. Die Blockchain-Technologie soll dabei nicht Selbstzweck sein, sondern konkrete operative Vorteile ermöglichen – etwa schnellere Abwicklung, höhere Transparenz und automatisierbare Zahlungslogik.
Bemerkenswert ist die Breite des Konsortiums: Von der grössten Schweizer Bank über eine Bundestochter und digitale Privatbank bis hin zu kantonalen Instituten – das Spektrum der Beteiligten signalisiert, dass ein CHF-Stablecoin als nationale Infrastrukturinvestition und nicht als Wettbewerbsprojekt einzelner Häuser verstanden wird. Ob aus der Sandbox ein reguliertes Marktprodukt folgt, bleibt vorerst offen.