25.02.2026, 09:45 Uhr
Globale Ausschüttungen haben 2025 einen historischen Höchststand erreicht. Laut einer Studie von Capital Group flossen weltweit 2,09 Billionen US-Dollar an Dividenden. Für 2026 wird ein weiterer Rekord erwartet.
Die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech blickt optimistisch auf das laufende Jahr. Nach einer Gesamtrendite von über 50 Prozent im Vorjahr sieht das Investmentteam den Biotech-Sektor in einer strukturellen Wende – weg von pauschaler Risikoaversion, hin zu gezielter Wertschöpfung.
Die mageren Jahre scheinen vorbei. Nach einer langen Durststrecke mit hohen Kapitalkosten und breitem Bewertungsdruck hat sich das Umfeld für Biotech-Investoren seit 2025 spürbar aufgehellt. Das schlägt sich in Zahlen nieder: BB Biotech erzielte im vergangenen Jahr eine Gesamtrendite von 53,7 Prozent in US-Dollar und übertraf damit den Nasdaq Biotechnology Index deutlich, der um 33,4 Prozent zulegte. Auch der Abschlag zum inneren Wert (NAV) hat sich verringert.
«Der Markt richtet den Fokus wieder auf klinische Substanz und operative Umsetzung», schreibt Christian Koch, Leiter des BB-Biotech-Teams, in einem aktuellen Marktkommentar. Die Botschaft: Wer differenziert investiert, wird belohnt.
Besonders die M&A-Aktivität unterstreicht den Stimmungswandel. Die grossen Pharmakonzerne steuern auf eine ausgeprägte Patentklippe bis Mitte der 2030er-Jahre zu und müssen ihre Pipelines dringend auffüllen. Die Folge: Strategische Käufer greifen wieder zu – und zahlen attraktive Prämien für klinisch validierte Kandidaten.
BB Biotech profitierte davon gleich mehrfach. Fünf Portfoliounternehmen wurden 2025 übernommen, darunter Intra-Cellular Therapies, Blueprint Medicines und Avidity Biosciences. Besonders der Fall Amicus Therapeutics sticht heraus: Kurz nach der Aufnahme ins Portfolio folgte bereits die Übernahmevereinbarung – ein Paradebeispiel für gezieltes Stockpicking mit unmittelbarer Wertrealisierung.
Nicht alles ist Rückenwind. Das regulatorische Umfeld in den USA bleibt unberechenbar. Debatten um Medikamentenpreise, den Inflation Reduction Act und die Resilienz von Lieferketten sorgen weiterhin für Unsicherheit. Hinzu kommen Ressourcenengpässe und Führungswechsel bei den Zulassungsbehörden. Koch mahnt, regulatorische Risiken müssten integraler Bestandteil jedes Investmentansatzes bleiben.
Für das laufende Jahr sieht BB Biotech zahlreiche Kurstreiber im eigenen Portfolio. In der Immunologie arbeiten Argenx und Viridian an Phase-III-Programmen, Celldex erwartet im zweiten Halbjahr Topline-Daten in chronischer spontaner Urtikaria. In der Onkologie steht Revolution Medicines vor einer dichten Abfolge pivotaler Studienergebnisse zu KRAS-getriebenen Tumoren.
Im Bereich seltener Erkrankungen rücken Ionis mit mehreren Phase-III-Readouts sowie Wave Life Sciences mit RNA-basierten Programmen in den Fokus. Vertex treibt derweil den Rollout neuer Therapien voran.
Die strukturellen Treiber des Sektors – alternde Bevölkerungen, steigende Prävalenz chronischer Krankheiten und technologische Durchbrüche bei RNA-Therapeutika, Gentherapie und gezieltem Proteinabbau – bleiben nach Einschätzung von BB Biotech intakt. Das Fazit des Investmentteams: Der Biotech-Zyklus tritt in eine neue Phase ein, in der Innovation und kommerzielle Umsetzung zusammenfinden. BB Biotech sieht sich dafür gut positioniert.