Was ELTIF 2.0 für Private Credit-Investments in Europa bedeutet

Der Rahmen für die «European Long-Term Investment Fund» oder ELTIF ist seit Januar 2024 deutlich grösser geworden. (Bild Prazis Images/Shutterstock)
Der Rahmen für die «European Long-Term Investment Fund» oder ELTIF ist seit Januar 2024 deutlich grösser geworden. (Bild Prazis Images/Shutterstock)

Das veränderte regulatorische Umfeld hat eine grössere Zahl halbliquider Anlageinstrumente begünstigt. Diese eröffnen einem breiteren Kundenkreis Zugang zu diesem Anlageuniversum. M&G ist überzeugt, dass Investitionen in alternative Anlageklassen wie Private Corporate Credit potenzielle Performancevorteile bieten können.

24.04.2024, 14:50 Uhr
Alternatives | Anlagefonds | Anlagestrategie

Redaktion: sw

Die Einführung regulierter Rahmenwerke wie ELTIFs bedeutet, dass eine breitere Investorengruppe nun frühzeitig Zugang zu alternativen Vermögenswerten wie Private Credit erhalten kann. Der europäische Private Credit-Markt bietet laut M&G den Investoren potenziell höhere Renditen als der US-Markt.

Die grosse Mehrheit der Unternehmen in der EU sind kleine- und Mittelstandsunternehmen. Die Unterstützung dieser Unternehmen sei ein Schlüssel für langfristiges und nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Dies gelte umso mehr angesichts der verstärkten Tendenz, dass Firmen länger in privater Hand bleiben.

Da die Banken ihre Kreditvergabe in Europa aufgrund immer strengerer regulatorischer Anforderungen weiter einschränken, sei das Unternehmensökosystem bereit für private Kreditgeber, die den europäischen Wirtschaftsmotor ankurbeln können. «Wir sind davon überzeugt, dass Private Debt eine fundamentale Rolle bei der Finanzierung europäischer KMU in ihrem Wachstumszyklus spielen kann», heisst es bei M&G.

Um die öffentliche Finanzierungslücke für nicht-börsennotierte Unternehmen zu schliessen, wurden in der EU im Jahr 2015 die «europäischen Fonds für langfristige Investitionen» eingeführt («European Long-Term Investment Fund», ELTIF). Ziel war es, Kapital in Kernbereiche wie Unternehmen, Infrastruktur, Immobilien und nachhaltige Investitionen zu lenken und gleichzeitig die Demokratisierung von Privatvermögen für Kleinanleger voranzutreiben.

Marktzutrittsbarrieren überwinden

In der Vergangenheit war es für viele europäische Privatanleger kaum möglich, Zugang zu den nicht börsennotierten, langfristigen ELTIF-typischen Anlagen zu erhalten. Die Private Markets – wo Innovationen eher von kleineren Unternehmen mit neuen Technologien oder Ideen vorangetrieben werden – waren in der Vergangenheit die Domäne institutioneller Anleger wie Pensionsfonds, Stiftungen und Staatsfonds.

«Durch Investitionen in Private Credit über ELTIFs kann ein grösserer Kreis von Investoren potenziell von Diversifizierung, attraktiven risikobereinigten Renditen und dem Finanzierungsbedarf der Realwirtschaft profitieren.»

Die inhärente Illiquidität vieler Private-Asset-Klassen war im Allgemeinen ein Hindernis für den Einstieg, da geschlossene und illiquide Fondsstrukturen nicht immer die regulatorischen oder Portfolioanforderungen für bestimmte Anlegerprofile erfüllen. Oft verlangen die Vermögensverwalter hohe Mindestkapitalzusagen für illiquide Private Credit-Anlagen, was auch die Portfoliodiversifizierung für kleinere Anleger beeinträchtigen könne.

Mit der Einführung regulierter Rahmenwerke wie ELTIF 2.0 wird die Schaffung einer grösseren Anzahl halbliquider Vehikel vorangetrieben, die in das gesamte Spektrum der Private Markets investieren können.

Verbesserter und anpassungsfähiger ELTIF-Rahmen

Der originäre ELTIF 1.0-Rahmen enthielt strenge Beschränkungen und Definitionen für die Art der Anlagen, die ELTIF tätigen konnten. Diese Beschränkungen sollten den Investoren eine angemessene Diversifizierung ermöglichen. Sie wurden jedoch als zu strikt angesehen, was das Wachstumspotenzial einschränkte und die Akzeptanz zunächst verlangsamte. Einige dieser Vorschriften wurden mit ELTIF 2.0 überarbeitet und gelockert; die neue Verordnung gilt seit Januar 2024. Dies ermöglicht eine breitere Palette von Anlagestrategien und eine stärkere Beteiligung der Investoren.

«Die wesentlichen Vorteile des Rahmenwerks bleiben unverändert: regulierter Zugang zu Private Assets für eine breitere Anlegerbasis und eine EU-Vertriebszulassung. Dies ermöglicht einen effizienten Zugang in der gesamten Region und fördert sowohl die Diversifizierung seitens Investoren als auch effiziente Portfoliokosten», sagt Aramide Ogunlana, Private Credit Director bei M&G Investments.

Eine der wesentlichen Verbesserungen war die Senkung der Mindestanlagesumme von 10 000 auf 0 Euro. Das überarbeitete Rahmenwerk erlaubt es den Managern auch, Co-Investments an der Seite ihrer Kunden zu tätigen. «Unserer Meinung nach ist diese Anpassung ein wichtiges Instrument zum Schutz der Anlegerinteressen, insbesondere bei illiquiden langfristigen Anlagen. Die Senkung der Mindestanlage in zulässige Vermögenswerte von 70 auf 55 Prozent bedeutet, dass öffentliche Vermögenswerte nun bis zu 45 Prozent eines ELTIF-Portfolios ausmachen können», sagt Ogunlana. «Wir begrüssen eine erweiterte Definition, doch die Senkung des Mindestanteils hat Folgen für Investoren: Diese müssen sehr sorgfältig prüfen, mit welchem Fonds sie die Vorteile der Diversifizierung durch Private Assets am besten nutzen können.»

Lesen Sie hier mehr zum Thema

Wohnimmobilien bringen stabile Cashflows. (Bild pd)

Schweizer Immobilien als stabiler Anker im Portfolio

Innerhalb eines Immobilienportfolios sorgen Wohnimmobilien für einen...

Advertorial lesen
Werbung
Alle Artikel anzeigen

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzung unserer Website zu ermöglichen.> Datenschutzerklärung