08.10.2026, 07:03 Uhr
Für den Immobilienfonds UBS (CH) Property Fund - Swiss Residential «Anfos» ist für Anfang Dezember eine Kapitalerhöhung geplant. Die Fondsleitung sieht eine Erhöhung in der Grössenordnung von rund 250 Millionen...
Junge vermögende Sammler geben laut der neuen «»Art Basel and UBS Survey of Global Collecting» mehr als doppelt so viel für Kunst aus wie ältere Generationen. Wichtigster Zugang zur Kunst bleibt die Familie. Der Besitz von Kunst wird zugleich privater und stärker durch eigene Recherche gesteuert.
Der Vermögenstransfer zwischen den Generationen erreicht den Kunstmarkt. Die Art Basel and UBS Survey of Global Collecting 2026 von Arts Economics zeigt: Die Generation Z gab 2025 und im ersten Halbjahr 2026 mehr für bildende Kunst aus als jede andere Altersgruppe. Ihre Ausgaben lagen mehr als doppelt so hoch wie jene älterer Generationen. 2026 stellte sie zudem nahezu die Hälfte aller Käuferinnen und Käufer von Werken mit einem Preis von über einer Million US-Dollar.
Für die Studie wurden 3'100 vermögende Privatpersonen in zehn Kunstmärkten befragt: USA, Grossbritannien, chinesisches Festland, Hongkong, Frankreich, Australien, Deutschland, Japan, Brasilien und Singapur.
«Als führender globaler Vermögensverwalter verfolgt UBS den globalen Vermögenstransfer bereits seit mehreren Jahren», so Paul Donovan, Chefökonom von UBS Global Wealth Management in der Mitteilung. Die Studie bestätige, «dass dieser Vermögenstransfer inzwischen in vollem Gange ist».
Erstmals untersuchte die Studie, wie Sammlungen entstehen. Die Familie ist der häufigste Einstieg: 28 Prozent aller Befragten nennen ihr familiäres Umfeld als wichtigsten Zugang zur Kunst, bei der Generation Z sind es 40 Prozent. Fast 90 Prozent der geerbten Werke bleiben in den Sammlungen der Nachkommen.
Der Geschmack ändert sich dabei weniger, als oft angenommen wird. Auch jüngere Sammler bevorzugen laut Donovan klassische Kategorien wie Malerei und Skulptur. Die Gewohnheiten beim Sammeln veränderten sich, bestimmte ästhetische Vorlieben seien jedoch «generationenübergreifend beständiger, als häufig angenommen wird».
Über alle Generationen hinweg sind Einzigartigkeit und Seltenheit mit 43 Prozent das wichtigste Motiv für den Kunstbesitz. Die Anerkennung durch Experten oder das Ansehen in Sammlerkreisen folgen mit deutlichem Abstand. Bei der Generation Z ist dieses Motiv noch ausgeprägter.
Clare McAndrew, Gründerin von Arts Economics, sieht darin eine Abkehr vom demonstrativen Konsum: «Dort entsteht Status weniger durch den Preis als durch Seltenheit, Provenienz, Originalität und die Entdeckung von Kunstwerken.» Eine eingeschränkte Zugänglichkeit schwäche die Signalwirkung einer Sammlung nicht, Exklusivität könne vielmehr Teil davon sein.
Überraschend ist, wie diskret die jüngsten Sammler auftreten. Laut McAndrew teilen Angehörige der Generation Z Informationen über ihre Sammlungen am seltensten öffentlich im Internet und bevorzugen geschlossene Räume, die nur auf Einladung zugänglich sind. «Privatsphäre ist für sie ein zentraler Bestandteil ihrer persönlichen und kulturellen Identität.»
Kaufentscheide beruhen zunehmend auf eigener Recherche. 72 Prozent der Befragten recherchierten vor einem Kauf intensiv oder in erheblichem Umfang selbst, deutlich mehr als im Vorjahr. Bei der Generation Z sind es 80 Prozent. Mehr als die Hälfte nutzt Online-Quellen für Informationen, Empfehlungen und Beratung. Apps und KI-gestützte Recherchetools werden häufiger eingesetzt, ihre Nutzung ist innerhalb von zwei Jahren deutlich gestiegen.
Die Sammelinteressen reichen ausserdem über die bildende Kunst hinaus. Sie bleibt zwar die wichtigste Ausgabenkategorie, doch viele Sammler investieren verstärkt in weitere Sammlerobjekte. Die breitesten Interessen zeigen die Generation Z und die Babyboomer.
Die Weitergabe bleibt ein zentrales Anliegen. Fast ein Viertel der Befragten plant in den kommenden zwölf Monaten Schenkungen an Museen. Viele wollen zudem Künstlerpreise, Stiftungen, Residenzprogramme oder private Museen unterstützen.
Für Vermögensverwalter und Family Offices folgt daraus, dass Kunst stärker in die Nachfolge- und Vermögensplanung gehört. Erben behalten die Werke meist, recherchieren selbst und legen Wert auf Diskretion. UBS ist Global Lead Partner der Art Basel und bietet mit UBS Art Advisory eine eigene Beratung für UHNW-Kunden und Family Offices an.