Schweizer Small Caps auf Höchstständen

Helge Kern, Mitglied des Advisory Committee des Swiss Active Alpha Fund.
Helge Kern, Mitglied des Advisory Committee des Swiss Active Alpha Fund.

Nach der Freigabe des Euro-Mindestkurses und dem darauf folgenden markanten Kurseinbruch nicht in Panik zu verfallen, hat sich ausgezahlt, meint Helga Kern, Mitglied des Advisory Committees des Swiss Active Alpha Fund, in ihrem aktuellen Marktkommentar.

20.04.2015, 10:09 Uhr

Redaktion: cw

"Um +10.6 % hat der Wert des Swiss Active Alpha Fund seit Jahresbeginn zugenommen – der SPI Extra Index (+5.9 %) wurde übertroffen. Die Kurserholung hat sich im März fortgesetzt und der SPI Extra Index hat Anfang April 2015 mit 2971 Punkten einen neuen Höchststand erreicht. Nach der Freigabe des Euro-Mindestkurses am 15. Januar 2015 und dem darauf folgenden markanten Kurseinbruch nicht in Panik zu verfallen, hat sich ausgezahlt. Die gute Wertentwicklung wurde durch Tamedia (+32 %), Autoneum (+ 24 %), BKW (+20 %), und Helvetia (+13 %) getragen, während Messe Schweiz (-4 %) und SwissLife (+2 %) hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind.

Die Unternehmensergebnisse haben die Erwartungen erfüllt. Allerdings ist die Bewertung zwischenzeitlich stattlich und lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen. Im Lichte der veränderten Währungsverhältnisse bleibt abzuwarten, wie sich die Situation im ersten Quartal 2015 präsentiert. Wir halten im Vorfeld der Quartalsergebnisse etwas mehr Liquidität.

Bei einem Umsatzwachstum von 4.2 % hat Tamedia einen 26 % höheren EBIT erzielt – das beste Ergebnis in der 120-jährigen Geschichte. Allerdings resultierte aus dem Verkauf der Publigroup-Beteiligung ein Gewinn von 20 CHF Mio. Die digitalen Inhalte machen bereits einen Drittel des Geschäftsvolumens aus und sollen bis 2017 auf 50 % steigen. Das Online-Geschäft wurde mit der Übernahme von Ricardo und dem restlichen Anteil von 50 % an car4you ausgebaut. Nachdem man bei den Suchdiensten search.ch/local.ch von der Swisscom in die Rolle des Minderheits-Partners gedrängt wurde, honoriert der Markt die Vorwärts-Strategie. Der Preis in der Grössenordnung von 6 Jahresumsätzen ist hoch, allerdings sind die Aktivitäten profitabel und bergen mit 2.3 Mio Mitgliedern beträchtliches Potential.

Autoneum rechnet für 2015 mit einem Umsatzwachstum von 4-5 % in Landeswährungen und kann durch die vorwiegend lokale Produktion ungeachtet des ungünstigeren Umrechnungskurses die operative Marge steigern. Die aktuelle Bewertung mit einer PER von 15-16 ist immer noch angemessen. Bei Kuoni gingen der Umsatz um 2.8 % und der Gewinn um 2.6 % zurück. Mit einem Umsatzwachstum von 11 % und einem EBIT von 52.5 CHF Mio überzeugt das Visageschäft, während man sich im ‚klassischen‘ Reisegeschäft schwer tut. Nachdem der Verkauf des Reiseveranstalter-Geschäfts eine beschlossene Sache ist, rückt der ‚Break-up-Wert von 1600-1700 CHF Mio bei einer Börsenkapitalisierung von 1250 CHF Mio in den Vordergrund. Calida präsentiert sich 2014 erstmals im neuen Licht.

Nach der Übernahme der französischen Lafuma-Gruppe hat sich der Umsatz auf 412 CHF Mio verdoppelt. Der Turnaround der vormals defizitären Gruppe erfolgte schneller als erwartet und der Gewinn kletterte von 10.6 auf 22.0 CHF Mio. Ein Wermutstropfen sind die zurückhaltenden Prognosen für das laufende Jahr – obwohl der Gewinntransfer in Franken zu 80 % im laufenden und 50 % im kommenden Jahr abgesichert wurde. Die Gewinne bei Calida (Wäsche) und Aubade (Dessous) stagnieren, während Lafuma noch weiteres Verbesserungspotential besitzt. Das Management ist überzeugt, die EBIT Marge von derzeit 6.6 % mittelfristig auf 10-12 % steigern zu können.

Das Ergebnis der Messe Schweiz MCH hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Obwohl 2014 ein ‚starkes‘ Messejahr mit einer zusätzlichen Ausstellung (Swissbau) war, konnte der Vorjahresumsatz nicht gehalten werden. Das Messebau-Geschäft ist im zweiten Jahr nach Eröffnung des neuen Messezentrums in Basel abgeflaut. Die Gesellschaft rechnet im laufenden Jahr aufgrund der bekannten Saisonalität (keine Swissbau, keine Dreijahresmessen) mit einem tieferen Umsatz und Gewinn. Die aktuelle Bewertung mit einer PER von 10 nimmt diese Entwicklung allerdings vorweg.

Also konnte den Umsatz um 11 % und den Gewinn um 22 % steigern, was über den Erwartungen lag. Im laufenden Jahr wird mit einer weiteren Verbesserung der Profitabilität gerechnet. Die PER fällt auf knapp 10 und nach Wegfall der Goodwill-Abschreibungen 2016 auf unter 9. Einige institutionelle Anleger haben auch vorweggenommen, dass mit dem Ausstieg des Grossaktionärs Schindler die Marktliquidität und damit die Attraktivität des Titels steigen."

Alle Artikel anzeigen