Schweiz holt die Silbermedaille

Bild: Unsplash
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In der Morningstar-Rating-Analyse für das Jahr 2018 konnte sich die Schweiz als zweitbester Fondsstandort hervorheben. Unter den grössten Fondsanbietern gab es kaum Bewegung. Swisscanto und Credit Suisse machten im Ranking der besten grossen Anbieter aber einen Sprung nach vorne.

12.02.2019, 13:51 Uhr

Redaktion: ase

Am auffälligsten ist gemäss der Morningstar-Rating-Analyse, dass sich die Vermögenswerte der grossen Anbieter im vierten Quartal 2018 gegenüber dem dritten Quartal deutlich reduziert haben. Die Auswertung per Ende des vergangenen Jahres ergab bei den grossen 20 Anbietern mit Sterne Rating ein Vermögen in Höhe von insgesamt 2,236 Billionen Euro nach 2,401 Billionen Euro per Ende September. Die Korrektur sowohl an den Aktien- wie auch an vielen Rentenmärkten hat laut dem Bericht also Spuren hinterlassen.

Top-20-Rangfolge weist nur wenige Veränderungen auf
Die Auswertung per Ende 2018 weist mit Blick auf die Rangfolge der grossen Anbieter nur wenige Verschiebungen gegenüber dem Vorquartalsniveau auf. So blieb BlackRock der mit Abstand grösste Anbieter von Publikumsfonds ex ETFs. Allerdings belief sich das bewertete Fondsvermögen per Ende Dezember auf 225 Milliarden Euro nach 251 Milliarden Euro per Ende September. Ein Jahr zuvor, also per Ende 2017, hatte das mit Sterne-Ratings versehene Fondsvermögen von BlackRock noch bei 262 Milliarden Euro gelegen.

Unter den grössten 20 Anbietern belegte DWS Rang vier nach Rang fünf per Ende September und tauschte damit mit Fidelity die Plätze. Die Publikumsfonds (ex ETFs) von Vanguard brachten es auf 104 Milliarden Euro nach 106 Milliarden Euro per Ende des Vorquartals. Diese relativ stabile Entwicklung hatte einen Sprung von Platz zwölf auf Rang zehn des Rankings zur Folge. Die grösste Veränderung unter den Top 20 ergab sich bei Invesco: das US-Haus belegte per Ende 2018 Rang 19 nach Rang 15 per Ende September. Das Vermögen mit Sterne-Ratings sank deutlich, und zwar von 96 Milliarden Euro auf 74 Milliarden Euro.

Top 20 der grössten Fondshäuser

Die besten grossen Fondshäuser
Per Ende 2018 lag die Allianz-Tochter PIMCO unverändert auf Platz eins des Rankings der besten grossen Fondshäuser. Im Schnitt kamen die aktiv verwalteten PIMCO-Fonds auf ein ungewichtetes Rating von 3,78 Sternen nach 3,77 Sternen per Ende September 2018. Unter den besten 20 Gesellschaften gab es einige Veränderungen. Die UBS verbesserte sich von Rang elf im Vorquartal auf Platz sieben. Im gewichteten Ranking wiesen die UBS-Aktienfonds eine deutlich bessere Bilanz als im Vorquartal auf.

Den grössten Sprung machten dagegen Swisscanto und Credit Suisse. Swisscanto hat die grössten Stärken bei Aktien- und Bondfonds, Credit Suisse punktet mit Aktienfonds. Per Ende des Jahres hatte Allianz Global Investors unter den besten Fondsanbietern das Nachsehen. Die Fonds wiesen per Ende Dezember im ungewichteten Ranking im Schnitt 3,4 Sterne auf nach 3,59 Sternen per Ende September. Das führt zu Rang elf nach Rang fünf im Vorquartal. Schroders und Deka sackten um jeweils vier Ränge auf Platz 16 und 17 ab.

Schweiz als zweitbester Fondsstandort Europas platziert
Die Niederlande hatten auch per Ende Dezember 2018 die besten Fonds in Europa. Fonds mit Domizil Niederlanden kommen auf ein Sterne-Rating von durchschnittlich 3,70 Sternen nach 3,68 Sternen per Ende September. Auf Platz zwei folgt die Schweiz mit durchschnittlich 3,54 Sternen nach 3,46 Sternen. In beiden Ländern sind Vertriebsmodelle, denen Kickbacks zugrunde liegen, auf dem Rückzug.

In den Niederlanden sind sie komplett verboten, in der Schweiz sind Retrozessionen im Zuge der wiederholten Urteile des Bundesgerichts 2006 und 2012 im massgeblichen Bankenvertrieb immer seltener vorzufinden. Wie die Tabelle weiter zeigt, sind Fonds aus Dänemark, Finnland, Schweden und Norwegen ebenfalls mit überdurchschnittlich hohen Sterne-Ratings ausgezeichnet. Auch in diesen Ländern sind gemäss dem Bericht Kickbacks nicht üblich, und es gibt dort eine ausgeprägte Indexfonds-Tradition.

Die besten Fondsstandorte in Europa

Gegenüber dem dritten Quartal haben sich nur kleinere Verschiebungen im Länder-Ranking ergeben. Finnland und Dänemark haben die Plätze getauscht, so auch Belgien und Grossbritannien. Italien rückt einen Rang auf Platz 16 vor, Spanien steigt dagegen auf Platz 19 ab. Das durchschnittliche Sterne-Rating von 2,66 (nach 2,73 Sternen per Ende September) zeigt, dass Fonds "Made in Spain" Anlegern oft nur Unterdurchschnittliches zu bieten haben. Fonds aus Deutschland verharren auf Rang zehn, und auch die Fonds "Made in Austria" befinden sich erneut auf Platz 13.

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