Software: Löst KI eine SaaSpokalypse aus?

Die Bewertung von Softwarefirmen ist  deutlich gesunken. Was ist davon zu halten (Bild: Adobe Stock)
Die Bewertung von Softwarefirmen ist deutlich gesunken. Was ist davon zu halten (Bild: Adobe Stock)

Software-Bewertungen sind seit August 2025 deutlich zurückgekommen – während die Profiteure der KI-Infrastruktur weiter zulegen. Die Experten von Candriam untersuchen in einer Analyse, ob der Markt das Disruptionsrisiko durch KI-Agenten wie Claude Cowork korrekt einpreist oder ob die Robustheit etablierter SaaS-Geschäftsmodelle unterschätzt wird.

23.04.2026, 15:12 Uhr
Aktien | Anlagefonds | Anlagestrategie

Redaktion: asc

KI-Agenten gehen von der Unterstützung zur Ausführung über. Die Entstehung von KI-Agenten wie Claude Cowork, die in der Lage sind, Arbeitsabläufe in Rechts-, Marketing- und Analysefunktionen autonom zu verwalten, hat die Debatten unter den Anlegern intensiviert: Könnte es in Teilen des SaaS-Ökosystems zu einem strukturellen Disintermediationsrisiko und damit zu einem Wegfall der Zwischenhändler kommen?

Die Bewertungskennzahlen für Software waren seit August 2025 aufgrund des wahrgenommenen Disruptionsrisikos durch KI deutlich rückläufig – insbesondere im Vergleich zu den Begünstigten der KI-Infrastruktur. Der Markt scheint nicht nur die Wachstumserwartungen, sondern auch die Langlebigkeit von Software-Geschäftsmodellen neu zu bewerten.

Wir prüfen, ob diese Neubewertung einer grundsätzlichen Beeinträchtigung der Lage von SaaS Rechnung trägt und ob der Markt sowohl das Disruptionsrisiko als auch die Robustheit möglicherweise falsch einschätzt.

Der historische Reiz von Software

In den letzten zehn Jahren profitierten Software- und SaaS-Unternehmen (Software-as-a-Service) von einem strukturellen Bewertungsaufschlag im Vergleich zu anderen Technologiesegmenten und generell zum breiteren Markt. Das Argument war überzeugend: Zeichnungsbasierte Geschäftsmodelle sorgten für regelmäßige Erträge und höhere Prognosesicherheit der Gewinne. Sie boten hohe Bruttomargen und geringe Kapitalintensität. Mit dem Wachstum der Unternehmen verbesserten sich die Margen rasch, was zu einem starken Free Cashflow führte.

Im Wesentlichen galt Software im Technologiesegment als «defensives Wachstum». Zahlreiche Lösungen waren tief in unternehmenskritische Workflows eingebettet und brachten hohe Umschichtungskosten und nachhaltige Preissetzungsmacht mit sich. Im Vergleich zu zyklischeren Segmenten wie Halbleitern oder Hardware bot Software ruhigere Gewinnverläufe und eine niedrigere Abhängigkeit von Konjunkturzyklen.

Dieser Vorteil hat allerdings nachgelassen – in einigen Segmenten drastisch.

Lesen Sie hier die ganze Analyse

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