Die Nachfrage nach ETFs unter institutionellen Investoren aus Kontinentaleuropa dürfte 2016 um etwa ein Fünftel wachsen, wie eine Studie von Greenwich Associates zeigt.
In den nächsten zwölf Monaten dürften sowohl die Verbreitung von ETFs als auch das Vermögen, das in die Fonds investiert ist, zunehmen. Etwa ein Viertel der institutionellen Investoren aus Kontinentaleuropa und 20 Prozent der britischen Pensionsfonds nutzt ETFs bereits. Von den Investoren, die ETFs noch nicht einsetzen, wollen 17 Prozent im kommenden Jahr damit beginnen. Gleichzeitig plant mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Investoren, ihre ETF-Bestände zu erweitern.
Dies geht aus der Studie im Auftrag von BlackRock hervor, an der 123 institutionelle Investoren aus Europa teilgenommen haben. Darunter waren 58 Pensionsfonds, 46 Asset Manager und 19 Versicherer. Diese haben darüber Auskunft gegeben, wie sie ETFs nutzen und wahrnehmen. Von den Befragten setzen 68 bereits ETFs ein, die übrigen 55 noch nicht.
Aktuell machen ETFs im Schnitt etwa ein Zehntel (9,3 Prozent) der Portfoliobestände aus ein Anstieg gegenüber 7,2 Prozent im Jahr 2014. Institutionelle Investoren in Europa setzen börsennotierte Indexfonds vor allem ein, um Zugang zu Aktienmärkten zu erhalten: Bei 94 Prozent der Befragten sind sie Bestandteil des Aktienportfolios.
Der Studie zufolge dürften fünf Faktoren die zunehmende Verbreitung von ETFs in den Portfolios institutioneller Investoren vorantreiben:
Anleihen-ETFs wachsen Sechs von zehn ETF-Investoren setzen die Fonds ein, um Zugang zu Anleihenmärkten zu erhalten. Davon hat etwa ein Viertel erst innerhalb der vergangenen zwei Jahre damit begonnen. Die Hauptfaktoren hinter dieser Entwicklung sind die einfache Handhabung von ETFs (72 Prozent), ihre Liquidität (69 Prozent) und die Möglichkeit, mit nur einer Transaktion breit gestreut zu investieren (69 Prozent).
Strategischer Einsatz nimmt zu Die ETF-Bestände sind etwa zur Hälfte strategisch und zur Hälfte taktischer Natur (51 Prozent beziehungsweise 49 Prozent). Das anhaltende Wachstum des ETF-Einsatzes unter institutionellen Investoren für Zwecke wie das Rebalancing (bei mehr als 55 Prozent der Befragten) deutet auf eine anhaltende Verbreitung hin.
ETFs ersetzen Derivate Fast die Hälfte der Befragten hat innerhalb des vergangenen Jahres von Derivaten in ETFs umgeschichtet. Dabei war für 17 Prozent die einfache Handhabung ausschlaggebend. Weitere 17 Prozent begründen die Umschichtung damit, dass ETFs günstiger sind. Innerhalb des nächsten Jahres wollen 41 Prozent der institutionellen Investoren bestehende Positionen in Aktien-Futures durch ETFs ersetzen. Fast jeder Fünfte (19 Prozent) erwägt einen solchen Schritt im Anleihensegment und jeder Zehnte (11 Prozent) bei Rohstoffpositionen.
Smart-Beta-ETFs sind im Kommen Mehr als ein Fünftel der institutionellen Investoren legt in Smart-Beta-ETFs an, sprich in Produkte, deren Portfolios nicht entsprechend der Marktkapitalisierung zusammengesetzt sind. Unter Asset Managern sind diese ETFs besonders beliebt. Fast sechs von zehn Investoren (57 Prozent), die Smart-Beta-ETFs nutzen, wollen dieses Produktsegment im nächsten Jahr noch stärker einsetzen. Die Hälfte denkt sogar darüber nach, den Anteil um zehn Prozent oder mehr zu erhöhen.
ETFs profitieren vom Multi-Asset-Trend Die Nachfrage nach Multi-Asset-Portfolios unter institutionellen Investoren steigt. Fast vier von fünf Asset Managern (79 Prozent) setzen börsennotierte Indexfonds ein, im Schnitt liegt mehr als ein Fünftel (22 Prozent) des Vermögens in ETFs. Fast ein Viertel der Asset Manager will künftig sehr wahrscheinlich oder wahrscheinlich Anlagestrategien anbieten, die ausschliesslich oder zum Grossteil auf ETFs beruhen.
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