Hochzinsanleihen stehen hoch im Kurs

Dan Roberts
Fondsmanager bei Nordea
Dan Roberts Fondsmanager bei Nordea

Nach Rekordvolumen im vergangenen Jahr steht der US-Hochzinsmarkt vor einem weiteren guten Jahr. Auch bei steigenden Zinsen sorgen sinkende Spreads für stabile Renditen.

21.03.2011, 10:00 Uhr

Redaktion: ah

Wenn Pimco und andere grosse institutionelle Investoren US-Staatsanleihen fallen lassen, stellt sich die Frage nach den zur Zeit vorhandenen Alternativen: Während der amerikanische Staat einen enormen Schuldenberg auftürmt, haben die US-Unternehmen ihre Bilanzen saniert und die Produktivität erhöht und stehen gesund da. Dan Roberts, Manager des USD 1,3 Mrd. schweren Nordea 1 - US High Yield Bond Fund, sieht für 2011 erneut gute Vorzeichen für den Sektor: "Die Default Rates lagen im Februar bei 3 % und dürften bis Ende Jahr gegen 1 % zurückgehen. Damit besteht weiterhin Potenzial, dass sich die Spreads von High Yield Bonds gegenüber Regierungsanleihen zurückbilden." In den vergangenen zwei Jahren waren die Spreads vom Höchststand von 13 % gesunken, 2010 um ein knappes Prozent auf 5,4 %. Der positive Effekt sinkender Spreads dürfte durch steigende Zinsen 2011 in etwa kompensiert werden, womit die Rendite von Hochverzinslichen in den nächsten Monaten stabil bleiben dürfte. Roberts: "Wir können im laufenden Jahr von einer Performance im hohen einstelligen Bereich ausgehen."

Roberts begründet seinen Optimismus mit den wirtschaftlichen Kennzahlen. Im Vergleich zu den Rezessionen in den Jahren 1991 und 2001 befindet sich die US-Wirtschaft 18 Monate nach Ende des Abschwungs auf einem vergleichbaren oder besseren Niveau, sowohl was BIP, Arbeitslosigkeit, Inflation und insbesondere die Arbeitsstückkosten betreffen. Dass die Arbeitslosigkeit nicht schon weit stärker gesunken ist, hängt mit dem überdurchschnittlichen Anstieg der Temporärarbeit zusammen. 18 Monate nach Ende der Rezession hat die Temporärarbeit um 25 % zugenommen, 2001 lag die Quote zum selben Zeitpunkt bei 5 %, 1991 bei 15 %. Auch die Kapazitätsauslastung und die Unternehmensgewinne haben sich weit schneller erholt als in früheren Wirtschaftskrisen.

Hohes Volumen an Neuemissionen Weitere Effekte sprechen für eine solide Zahlungsfähigkeit der Schuldner. Die Unternehmen nutzen die Gunst der Stunde, um bei Refinanzierungen die günstigen Kreditkonditionen langfristig anzubinden und Mittel auf Vorrat zu beschaffen. Dies wird sich im nächsten Abschwung positiv auf die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen auswirken. 2010 lag das Emissionsvolumen von US High Yield Bonds mit USD 250 Mrd. auf einem neuen Höchststand. Für das laufende Jahr dürfte von Emittentenseite für genügend Nachschub gesorgt sein, um ein ähnliches Volumen wie im Vorjahr zu erreichen. Allein für Refinanzierungen müssen 2011 USD 66 Mrd. und 2012 USD 75 Mrd. aufgebracht werden. Enger könnte es in den folgenden Jahren werden, denn 2013 werden USD 89 Mrd. und danach jedes Jahr über USD 100 Mrd. High Yield Bonds fällig. Dazu kommen Beträge in ähnlicher Höhe im Leveraged Loan Markt, wo der Refinanzierungsbedarf schon 2013 USD 100 Mrd. und im Jahr darauf bereits USD 200 Mrd. überschreiten dürfte. Seit der Auflegung des Fonds im Sommer 2008 hat der Nordea 1 - US High Yield Bond Fund über 40 % zugelegt und den Referenzindex übertroffen. Gegenwärtig setzt Roberts auf rund 300 Positionen aus einem Universum von rund 2500 High Yield Bonds. "Wir bevorzugen Unternehmen mit einem geringen Downside-Risiko." Das sind überwiegend Unternehmen aus klassischen Industrie- und Dienstleistungsbereichen mit einem durchschnittlichen Rating von BB.

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