Sygnum baut Führung aus und beschleunigt globale Expansion

Stehen für die Veränderungen bei Sygnum: Martina Stettler wird neue Verwaltungsrätin, Simon Schneider ist neuer CEO für Europa (Bild: Sygnum)
Stehen für die Veränderungen bei Sygnum: Martina Stettler wird neue Verwaltungsrätin, Simon Schneider ist neuer CEO für Europa (Bild: Sygnum)

Die in Zürich ansässige Sygnum Bank verstärkt ihre globalen Führungs- und Governance-Strukturen. Wie das Unternehmen an seiner Generalversammlung mitteilte, soll damit die organisatorische Resilienz erhöht und der Kundenfokus geschärft werden. Grundlage dieser Weiterentwicklung sei ein disziplinierter Human-in-the-Loop-Ansatz im Bereich künstliche Intelligenz, der bereits zu höherer operativer Effizienz geführt habe.

28.05.2026, 15:23 Uhr

Redaktion: asc

In den Verwaltungsrat der Sygnum Bank tritt neu Martina Stettler ein. Sie bringt umfassende Erfahrung in strategischen Rechts-, Regulierungs- und Compliance-Themen mit. Stettler war Managing Director bei UBS und Credit Suisse und leitete im Rahmen der Fusion und Integration der beiden Grossbanken zentrale Funktionen im Rechts- und Risikobereich. Dabei beriet sie Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen zu Prozessrisiken, regulatorischem Austausch und Post-Merger-Governance.

«Ich freue mich sehr, zu einem so entscheidenden Zeitpunkt für die Branche zu Sygnum zu stossen», sagte Stettler. Im Laufe ihrer Karriere habe sie sich darauf konzentriert, «komplexe rechtliche und regulatorische Fragestellungen in klare Entscheidungsgrundlagen zu übersetzen, die die organisatorische Resilienz stärken».

Gleichzeitig kommt es zu mehreren Abgängen: Kim Leng Chua, ein frühes unabhängiges Verwaltungsratsmitglied mit Sitz in Singapur und Vorsitzender des AML-Komitees, scheidet aus dem Gremium aus, bleibt dem Unternehmen aber verbunden. Fernando Luis Vázquez Cao tritt infolge von Veränderungen in der Aktionärsvertretung zurück. Mitgründer und ehemaliger Verwaltungsratspräsident Luka Müller stellt sich aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Wiederwahl, bleibt der Bank jedoch als Chairman Emeritus und Mitglied des Advisory Boards erhalten.

Verwaltungsratspräsidentin Gabriela Maria Payer würdigte die Beiträge der scheidenden Mitglieder. Stettler bringe «tiefgreifende Erfahrung, strategischen Weitblick und ein starkes Verständnis dafür mit, wie vertrauenswürdige Institutionen in komplexen und sich rasch entwickelnden Märkten aufgebaut werden». Während Sygnum die globale Skalierung vorantreibe, bleibe man «fest einer wertebasierten Unternehmenskultur verpflichtet».

Auf Ebene der Geschäftsleitung schafft Sygnum eine neue Führungsrolle für den Bereich Private Wealth, die direkt an den Group CEO berichtet. Damit will die Bank den zunehmend unterschiedlichen Anforderungen von Private-Wealth- und institutionellen Kunden gezielter Rechnung tragen. Das Management prüft derzeit interne und externe Kandidaten.

Ein neuer Chief Compliance Officer mit umfassender Erfahrung in der Schweizer und internationalen Bankenregulierung wird im September dem Group Executive Board beitreten. Dominic Lohberger, Chief Product Officer, verlässt das Group Executive Board per 1. Juni und scheidet im September aus dem Unternehmen aus, um eigene unternehmerische Chancen zu verfolgen.

Neue regionale CEOs in Singapur und Europa

In der APAC-Region übernimmt Reto Marx per 1. August 2026 die Position als CEO von Sygnum Singapur. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Führungserfahrung in Asien und Europa in den Bereichen Wealth Management, Risiko und Produktstrategie. Sygnum-Mitgründer Gerald Goh wechselt in die Rolle des Executive Chairman APAC und konzentriert sich künftig auf gruppenweite Kapitalmarkt- und Fundraising-Strategien sowie strategische Stakeholder-Beziehungen.

In Europa übernimmt Simon Schneider mit sofortiger Wirkung die Rolle des CEO Europe und leitet die lokalen Aktivitäten. Damit positioniert sich Sygnum nach eigenen Angaben optimal, um das Wachstum in der EU weiter voranzutreiben.

Unicorn-Status und Milliardenzuflüsse

Geschäftlich blickt Sygnum auf ein starkes 2025 zurück. Im Januar schloss die Bank eine überzeichnete strategische Finanzierungsrunde ab und erreichte damit den Status eines Unicorns. Im Laufe des Jahres flossen dem Unternehmen mehr als eine Milliarde US-Dollar an Neugeldern zu. Die Bank-to-Bank-Erträge stiegen um 70 Prozent – unter anderem getrieben durch die bestehende Partnerschaft mit PostFinance sowie den Ausbau des Angebots mit der Zuger Kantonalbank.

Die Vermögenswerte auf der Off-Exchange-Custody-Plattform Sygnum Protect verneunfachten sich. Mit Deribit und Bybit schlossen sich weitere Handelsplätze neben Binance und anderen Plattformen an. Branchenweit setzte Sygnum mit dem Starboard Sygnum BTC Alpha Fund, den Bitcoin-nativen Multi-Signatur-Wallets MultiSYG sowie dem Proof-of-Concept für tokenisierte Einlagen gemeinsam mit UBS und PostFinance neue Akzente.

CHF-Stablecoin-Sandbox mit Schweizer Grossbanken

Auch das laufende Jahr 2026 brachte bereits mehrere Meilensteine. Der Starboard Sygnum BTC Alpha Fund überschritt die Marke von 750 BTC Assets under Management. Die Bank lancierte zudem diskretionäre Mandate und arbeitet gemeinsam mit UBS, PostFinance, Raiffeisen, Zürcher Kantonalbank, BCV und Swiss Stablecoin an einer gemeinsamen Sandbox für einen CHF-Stablecoin.

Darüber hinaus unterstützte Sygnum den tokenisierten Geldmarktfonds von Fidelity International, lancierte vollständig offline-fähige Cold-Custody-Lösungen auf Basis der hauseigenen Technologie Sygnum Cryo und führte nach eigenen Angaben die ersten Live-Transaktionen digitaler Vermögenswerte durch KI-Agenten bei einer regulierten Schweizer Bank durch.

Die Multi-Markt- und Multi-Plattform-Strategie werde durch das aktuelle Marktumfeld zusätzlich gestärkt, heisst es bei Sygnum. Angesichts erheblicher geopolitischer Unsicherheiten seien die stabilen Standorte in der Schweiz und Singapur gut positioniert, um von Kapitalzuflüssen in vertrauenswürdige Institutionen zu profitieren. Eine reifere Regulierung, zunehmende institutionelle Adoption und die erneuerte Makro-Hedge-Erzählung rund um Bitcoin stützten weiterhin starke Fundamentaldaten.

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