Fed-Spitzenbanker: Konjunktur könnte dank Impfstoff 2021 durchstarten

Das Räderwerk muss stimmen. Fed-Dallas-Chef Robert Kaplan setzt sich für weitere monetäre Massnahmen ein. (Bild: Shutterstock.com/Pogonici
Das Räderwerk muss stimmen. Fed-Dallas-Chef Robert Kaplan setzt sich für weitere monetäre Massnahmen ein. (Bild: Shutterstock.com/Pogonici

Die amerikanische Wirtschaft dürfte sich in der zweiten Hälfte 2021 kräftig von dem durch die Corona-Pandemie verursachten Einbruch erholen. Das erwartet der Präsident der Federal Reserve Bank of Dallas, Robert Kaplan.

11.11.2020, 11:05 Uhr

Redaktion: hf

Kurzfristig, für die nächsten zwei Quartale, sehe er aufgrund der erneuten Zunahme von Covid-19 noch Gefahren. Aber dann, betonte Kaplan unter Berufung auf Geschäftskontakte, stehe 2021 ein starkes Jahr bevor.

Robert Kaplan ist Chef der Federal Reserve Bank of Dallas, einer von zwölf regionalen Notenbanken der US-Zentralbank Fed. Er schliesst sich Fed-Chairman Jerome Powell an und hält eine weitere fiskalpolitische Unterstützung für hilfreich, besonders für Arbeitslose und kleine Unternehmen, die Unterstützung benötigen, um in den nächsten Monaten zu überleben. Der Offenmarktausschuss des Fed (FOMC) beliess letzte Woche die Zinsen nahe Null und erörterte mögliche Änderungen in ihrem Wertschriften-Kaufprogramm. “Wenn wir das Programm nicht verlängern, werden wir irgendwann einen Rückgang der Einkommen der privaten Haushalte und der Konsumausgaben sehen”, sagte Kaplan.

Hätten die USA die nächsten zwei schwierigen Quartale hinter sich, helle sich der Horizont jedoch deutlich auf. Fürs kommende Jahr erwartet Kaplan ein überdimensionales Wachstum von rund 3,5%. Für einen weiteren guten Verlauf der Konjunktur müssten jedoch strukturelle Probleme angegangen werden. Es brauche Investitionen in Bildung, in den Ausbau der Kinderbetreuung und ein Überdenken der Einwanderung.

"Wir müssen Wege finden, die Zahl der Arbeitskräfte zu erhöhen, und dafür gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten", sagte er an einer virtuellen Finanzkonferenz von Bloomberg, an der unter anderem auch Credit-Suisse-Chef Thomas Gottstein sprach (siehe separater Beitrag). Die Bildung verbessern, die Digitalisierung fördern und die Produktivität in Industrie und Dienstleistungen steigern seien wichtige Voraussetzungen für eine nachhaltig dynamische Wirtschaft. Es gelte, die Chance zu packen, fordert Kaplan zum Handeln auf. Ansonsten müsse sich die USA ab übernächstem Jahr wieder mit einem Verlangsamung der wirtschaftlichen Entwicklung rechnen.

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