ESG-Ranking: Europäische Vermögensverwalter schneiden gut ab

Viele Asset Manager engagieren sich noch zu wenig für den Umweltschutz. (Bild: Shutterstock.com)
Viele Asset Manager engagieren sich noch zu wenig für den Umweltschutz. (Bild: Shutterstock.com)

Globale Ungleichheit und Menschenrechtsverletzungen sind nach wie vor weit verbreitet. Es brauche ein Umdenken in der Wirtschaft, fordert ShareAction. Deshalb erstellte das Chartity Unternehmen ein Ranking, das die einflussreichsten Vermögensverwalter weltweit zu den Themen verantwortungsvolle Unternehmensführung, Klimawandel, biologische Vielfalt und Menschenrechte bewertet.

13.03.2020, 05:00 Uhr

Redaktion: lek

Der "Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen" (IPCC) warnt, dass die Abwendung der schwerwiegendsten Folgen des Klimawandels eine radikale Überarbeitung der Weltwirtschaft erfordern würde, während die OECD den Verlust der biologischen Vielfalt als eines der grössten globalen Risiken für die Gesellschaft bezeichnet. Die Ursache vieler dieser Probleme liegt in der Kurzfristigkeit: Unternehmen und Finanzorganisationen streben nach kurzfristiger Rendite, ohne die Auswirkungen ihrer Entscheidungen zu berücksichtigen oder zur Rechenschaft gezogen zu werden. Kumulativ gesehen hat das verheerende langfristige Auswirkungen auf die Menschen und den Planeten.

Vor diesem Hintergrund hat das britische Charity-Unternehmen ShareAction 75 der einflussreichsten Vermögensverwalter weltweit untersucht und in einem ESG-Ranking zu den Themen verantwortungsvolle Unternehmensführung, Klimawandel, biologische Vielfalt und Menschenrechte bewertet. Die Vermögensverwalter werden mit den Beschreibungen von AAA ("Gold Standard") bis E ("Nachzügler") im Ranking aufgeführt (siehe Grafik unten).

Das Rating-System

Quelle: ShareAction
Quelle: ShareAction

Die Untersuchungen haben ergeben, dass die Mehrheit der untersuchten Vermögensverwalter einen unzureichenden Ansatz für verantwortungsbewusste Investitionen aufweist. Viele würden derzeit die systemische Bedrohung durch den Verlust der biologischen Vielfalt (noch) nicht begreifen. Und obwohl die meisten Vermögensverwalter beim Thema Klimawandel Fortschritte gemacht haben, unternehmen viele noch immer keine grundlegenden Schritte für ein angemessenes Management der Klimarisiken. So hat kein einziger Asset Manager das Prädikat AAA erhalten. Die grössten Vermögensverwalter der Welt weisen laut ShareAction eine besonders schlechte ESG-Performance auf. Tatsächlich sind alle sechs grössten Manager der Welt im D- und E-Ratingbereich angesiedelt.

Europa schneidet gut ab, allen voran die Niederlande

Europäische Vermögensverwalter sind führend bei verantwortungsbewussten Investitionen, während Manager aus den USA und dem asiatisch-pazifischen Raum im Allgemeinen hinterherhinken. 53% der bewerteten europäischen Manager fallen in den Wertungsbereich von AAA bis B, während nur 15% der bewerteten US-Manager in diese Kategorien fallen. Innerhalb von Europa weisen Vermögensverwalter aus den Niederlanden, Frankreich und Grossbritannien die höchste durchschnittliche Performance in der Rangliste auf. So erstaunt es nicht, dass der Niederländische Asset Manager Robeco im Ranking am besten abschneidet.

Der bestplazierte Schweizer Vermögensverwalter ist die Bank J. Safra Sarasin auf Rang 17. Dahinter folgen in den Top 50 Pictet Asset Management (Rang 22), Swisscanto Invest by Zürcher Kantonalbank (Rang 29), UBS Asset Management (Rang 33) und GAM Investments (Rang 45). Swiss Life Asset Managers und Credit Suisse Asset Management sind im letzten Drittel platziert.

Das vollständige Rating und den ausführlichen Bericht finden Sie hier (auf englisch).

Top 24 der 75 weltgrössten Vermögensverwalter mit Performance-Heatmap zu verantwortungsvollen Anlagethemen

Quelle: ShareAction
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