Corona-Krise: Finma sieht Banken operationell und finanziell gut gerüstet

Die Finma sieht die Finanzinstitute gut vorbereitet für die Corona-Krise.
Die Finma sieht die Finanzinstitute gut vorbereitet für die Corona-Krise.

Die Finma stellt den Finanzinstituten und der Finanzmarktinfrastruktur vor dem Hintergrund der Corona-Krise ein gutes Zeugnis aus. Die Institute würden operationell sehr gut funktionieren und seien auch für strenge Stressszenarien gut gewappnet.

19.03.2020, 16:49 Uhr

Redaktion: rem

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) stellt fest, dass die Unternehmen ein wirksames Business Continuity Management (BCM) mit im Voraus geplanten Massnahmen ausrollen, die es ermöglichen, auch in Ausnahmesituationen den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Dienstleistungen der Finanzinstitute stehen daher dank digitaler Arbeitsmethoden unterbruchsfrei zur Verfügung, wie die Finma am Donnerstag mitteilte. Auch wenn nicht alle Filialen geöffnet bleiben werden, bleiben Bankdienstleistungen für das Publikum gewährleistet.

Zudem seien die Schweizer Finanzinstitute gut vorbereitet gewesen für die durch die Corona-Krise ausgelösten aktuellen Marktturbulenzen. Sie seien dank dem Aufbau von soliden Kapital- und Liquiditätspuffern in den letzten Jahren für strenge Stressszenarien gut gewappnet. So könne die Kredit- und Liquiditätsversorgung der Realwirtschaft gewährleistet werden. "In diesem Kontext muss auch die Ausschüttungspolitik der Finanzinstitute umsichtig bleiben, insbesondere wenn es um Aktienrückkaufprogramme geht", schreibt die Finanzmarktaufsicht in der Mitteilung.

Aktuelle Hinweise der Finma

Aus aktuellem Anlass weist die Finma auf zwei spezifische Punkte hin:

  • Erleichterte Regeln für den Handelsraum: Regelungen, die das physische und elektronische Umfeld eines Handelsraums betreffen wird die Finma so auslegen, dass Arbeit von zuhause aus (Remote) auch hier breit möglich ist. Die erforderlichen Überwachungsmassnahmen können weitgehend elektronisch umgesetzt werden. Aufgrund der aktuellen Situation wird die Finma den Instituten auch bei Datenerhebungen zum Effektenhandel längere Fristen gewähren. Sie wird nicht darauf bestehen, Daten in Journalform innerhalb von drei Arbeitstagen zu erhalten.
  • Cyberrisiken: Die Finma weist darauf hin, dass im Kontext der Situation um das Coronavirus ein erhöhtes Aufkommen von gefälschten E-Mails in Form von Phishing besteht. Angreifer versuchen die aktuelle Verunsicherung auszunutzen und verwenden vermehrt Malware in E-Mails mit gefälschtem Absender.

Betrieb sichergestellt und Aufsichtstätigkeit flexibilisiert

Die Aufsichtstätigkeit der Finma werde weiter konsequent risikoorientiert und auch antizyklisch ausgestaltet. Es sei daher möglich, dass gewisse Termine und Routinekontrolltätigkeiten verschoben werden, damit die Unternehmen ihre Kapazitäten freier einsetzen können.

Die Finma hat ihre eigene Pandemieplanung ausgerollt, um ihren Betrieb sicherzustellen. Gearbeitet wird ausser im Ausnahmefall von zuhause aus. Den Finma-Mitarbeitenden stehen digitale Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung, die ein reibungsloses, sicheres und ortsungebundenes Arbeiten ermöglichen. Den Beaufsichtigten stehen auch moderne Möglichkeiten zur Verfügung, um mit der Finma digital und sicher Dokumente austauschen zu können.

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