BX Swiss: ETF-Sparpläne in der Schweiz wachsen um 44,6 Prozent

avid Kunz, Kapitalmarktexperte und COO bei der BX Swiss (Bild: BX Swiss)
avid Kunz, Kapitalmarktexperte und COO bei der BX Swiss (Bild: BX Swiss)

Das regelmässige Investieren über ETF-Sparpläne gewinnt an der Schweizer Börse deutlich an Bedeutung. Wie aus aktuellen Zahlen von BX Swiss hervorgeht, lag das von Januar bis Juli 2026 über die Börse ausgeführte ETF-Sparplanvolumen 44,6 Prozent über dem Vorjahreswert.

20.08.2026, 09:15 Uhr

Redaktion: asc

Besonders gefragt waren breit diversifizierte Welt-ETFs, während Technologie, künstliche Intelligenz und ESG-Strategien vor allem als Ergänzung genutzt wurden. Dies geht aus einer Meldung von BX Swiss hervor. Auch die Produktauswahl der Anlegerinnen und Anleger wird breiter: Die durchschnittliche Zahl der je Ausführungstermin genutzten Instrumente erhöhte sich um 27,9 Prozent. Damit investieren Schweizer Sparerinnen und Sparer nicht nur mehr Volumen über ETF-Sparpläne, sondern verteilen ihre Sparraten auch auf eine grössere Auswahl an Produkten.

Bezeichnend ist die Zusammensetzung der Rangliste: Die drei volumenstärksten Sparplanprodukte bilden allesamt den FTSE All-World Index ab. Das deutet darauf hin, dass ETF-Sparpläne in der Schweiz vor allem für den langfristigen Vermögensaufbau eingesetzt werden – und weniger, um kurzfristigen Börsentrends zu folgen.

Nicht künstliche Intelligenz, sondern die ganze Welt

Unter den 50 umsatzstärksten analysierten Produkten vereinten vier FTSE-All-World-ETFs 45,2 Prozent des gesamten Sparplanvolumens auf sich. Neun Strategien mit explizitem Fokus auf die USA oder den Technologiesektor kamen gemeinsam auf 13,4 Prozent.

Auch nachhaltige Anlagen spielen eine Rolle, dominieren die Nachfrage jedoch nicht: Eindeutig als nachhaltig oder ESG-orientiert klassifizierte Produkte erreichten 12,7 Prozent des untersuchten Volumens, wobei sich zwei davon unter den zehn volumenstärksten Produkten befanden.

«ETF-Sparpläne werden in der Schweiz zunehmend zu einer festen Anlagegewohnheit», erklärt David Kunz, Kapitalmarktexperte und COO bei der Schweizer Börse BX Swiss. «Bemerkenswert ist, dass nicht kurzfristige Trends die Rangliste anführen. Die Anlegerinnen und Anleger setzen vor allem auf breit diversifizierte Welt-ETFs. Das spricht dafür, dass sie Sparpläne als langfristigen Baustein für ihren Vermögensaufbau nutzen.»

Schweiz folgt einem europäischen Trend

Deutschland bleibt aufgrund seines grossen und etablierten Sparplanangebots der wichtigste ETF-Absatzmarkt Europas. Zunehmend gewinnt das Modell des regelmässigen Investierens jedoch auch in anderen Ländern an Boden. Banken und digitale Finanzanbieter haben ihr Angebot an ETF-Sparplänen auch in der Schweiz in den vergangenen Jahren ausgebaut.

Gemäss der European Saving Plan Study wurden 2025 in Kontinentaleuropa monatlich rund 15,1 Millionen ETF-Sparpläne ausgeführt. Das jährliche Sparvolumen stieg gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro. Die Zunahme bei BX Swiss zeigt, dass diese Entwicklung auch den Schweizer Markt erfasst hat – wobei die Wachstumsraten nicht direkt vergleichbar sind: Die europäischen Zahlen beziehen sich auf den Gesamtmarkt Kontinentaleuropas im Kalenderjahr 2025, während die BX-Swiss-Auswertung ausschliesslich die von Januar bis Juli 2026 über die Börse ausgeführten Transaktionen erfasst.

Das Ausbaupotenzial in der Schweiz bleibt derweil beträchtlich: Bislang nutzen laut der ETF-Anlegerstudie der Hochschule Luzern erst 9 Prozent der Anlegerinnen und Anleger einen ETF-Sparplan. Knapp die Hälfte (48 Prozent) aller ETF-Anleger gab jedoch an, Interesse an einem ETF-Fondssparplan zu haben.

Eine Verschiebung zeigt sich auch beim Zeitpunkt der Ausführung: Traditionell konzentrierten sich ETF-Sparpläne stark auf den Monatsanfang. Die aktuellen Zahlen belegen nun, dass Monatsmitte und Monatsende an Bedeutung gewinnen – das regelmässige Investieren verteilt sich damit zunehmend über den gesamten Monat.

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