21.01.2026, 10:58 Uhr
Der Goldpreis ist am weiter gestiegen und steuert nach einem weiteren Rekordhoch die Marke von 5.000 Dollar an. Eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) des gelben Edelmetalls kostete am Mittwoch im frühen Handel in der...
Die Energiewende zählt zu den grössten wirtschaftlichen Umwälzungen unserer Zeit. Laut Einschätzung von Nordea Asset Management entstehen daraus Chancen für Investoren, die weit über die klassischen Anbieter grüner Technologien hinausreichen.
Die politische Unsicherheit, insbesondere in den USA, hat zuletzt Fragen auf Seiten der Investoren aufgeworfen. Doch selbst bei gedämpften staatlichen Anreizen dürften die Investitionen in saubere Energien im kommenden Jahrzehnt deutlich wachsen – schlicht weil sich erneuerbare Energien wirtschaftlich rechnen.
Die Energiewende bleibt demnach ein globaler Megatrend. Laut der Analyse von Nordea Asset Management sollten Anleger dabei die USA im globalen Kontext betrachten: China etwa ist für rund ein Viertel der weltweiten Emissionen verantwortlich, installierte aber allein im vergangenen Jahr siebenmal mehr Kapazitäten für erneuerbare Energien als die Vereinigten Staaten.
Ein weiterer wichtiger Punkt, wenn es um die Auswahl der Unternehmen geht: Viele klimafokussierte Investoren meiden heute die emissionsintensiven Branchen oder gewichten sie unter. Das führt zwar zu niedrigen Portfolioemissionen auf dem Papier, die Wirkung in der realen Welt bleibt jedoch begrenzt. Dabei vollzieht sich der eigentliche Paradigmenwechsel gerade in der Schwerindustrie – bei Versorgern, Rohstoffproduzenten und Industrieunternehmen.
Viele dieser Unternehmen werden nach Einschätzung von Nordea Asset Management vom Markt missverstanden und entsprechend falsch bewertet. Wer eng mit deren Management zusammenarbeite, könne nachhaltiges Wirtschaften fördern und zugleich Wertpotenziale erschliessen.
Als Beispiel nennt Nordea-Portfoliomanagerin Alexandra Christiansen den Baustoffkonzern Heidelberg Materials: Dank der Produktion von CO2-neutralem Zement habe das Unternehmen einen deutlichen Preisaufschlag erzielt und gezeigt, dass sich Dekarbonisierung auszahlen kann.
Zusätzlichen Schub erhält die Transformation durch den Strombedarf von Rechenzentren. Viele Technologiekonzerne wollen ihren Energiehunger künftig aus sauberen Quellen stillen. Versorger wie RWE, die aus der Kohle aussteigen und erneuerbare Projekte vorantreiben, können davon profitieren.
Auch Rohstoffproduzenten spielen eine zentrale Rolle: Kupfer etwa ist unverzichtbar für die Elektrifizierung. Trotz hoher Umweltbelastung im Abbau wäre es kurzsichtig, diese Unternehmen auszuschliessen. Der chilenische Kupferförderer Antofagasta hat von diesem Trend bereits profitiert.
Mit Blick auf die Zukunft sieht Nordea Asset Management insbesondere in Europa reichhaltige Chancen: Kostenlose CO2-Zertifikate laufen aus, der CO2-Grenzausgleich tritt in Kraft. Diese Kombination aus verschärften Vorschriften, neuen Technologien und veränderter Kundennachfrage dürfte Volatilität bringen – aber auch attraktive Einstiegsmöglichkeiten für Anleger, die den Wandel aktiv begleiten.