29.10.2026, 07:06 Uhr
Von den USA über Deutschland bis Grossbritannien setzen Regierungen auf mehr kapitalgedeckte Vorsorge. In der Schweiz liegen gleichzeitig fünf Reformansätze auf dem Tisch, vom radikalen Systemwechsel der UBS bis...
Welcher 3a-Vorsorgefonds gewählt wird, entscheidet über Gewinn oder Verlust. Eine Analyse von moneyland.ch zu 60 Produkten zeigt, dass das beste Angebot in den vergangenen fünf Jahren nach Kosten 55,5 Prozent zulegte. Das schwächste verlor 7,2 Prozent.
Der Online-Vergleichsdienst moneyland.ch hat die Nettorendite von 60 Vorsorgefonds und Anlagestrategien der Säule 3a über fünf Jahre ausgewertet, für den Zeitraum vom 30. September 2021 bis 30. September 2026. Abgezogen sind die Gebühren der Banken und Vorsorge-Apps sowie die Produktkosten (TER) der eingesetzten Fonds. Ausschüttungen gelten als reinvestiert. Berücksichtigt wurden nur Produkte, die während der ganzen fünf Jahre tatsächlich erhältlich waren. Backtests sind nicht enthalten.
Die Analyse umfasst Angebote von UBS, Raiffeisen, Postfinance, Migros Bank, Valiant und Bank Cler, der Zürcher, Basler, Luzerner und Waadtländer Kantonalbank sowie der Vorsorge-Apps Viac und Frankly. Pro Anbieter ging jeweils die Fondsfamilie mit dem grössten Anlagevolumen in die Auswertung ein. Dazu kommen Produkte weiterer Anbieter.
An der Spitze liegt ein Fonds der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) mit einer Nettorendite von 55,5 Prozent. Der Abstand zum Zweitplatzierten beträgt mehr als elf Prozentpunkte. Es folgen die Strategie «Global 100» von Viac mit 44,2 Prozent und «Extreme 95 Responsible» von Frankly mit 41,4 Prozent.
| Anbieter | Produkt | Gebühren und Kosten pro Jahr | Nettorendite 2021–2026 |
|---|---|---|---|
| BLKB | iQ Responsible Equity World ex Switzerland B | 0,46 Prozent | 55,5 Prozent |
| Viac | Global 100 | 0,41 Prozent | 44,2 Prozent |
| Frankly | Extreme 95 Responsible | 0,44 Prozent | 41,4 Prozent |
Quelle: moneyland.ch
«Der Fonds der Basellandschaftlichen Kantonalbank setzt vor allem auf US-Aktien. Darunter sind Titel wie Nvidia, Alphabet und Broadcom», sagt Felix Oeschger, Experte bei moneyland.ch. Diese Titel hätten in den vergangenen fünf Jahren stark zugelegt.
Über alle 60 Produkte ist die Spannweite gross. Der Median der Nettorendite liegt bei 15 Prozent. Die eine Hälfte der Angebote hat mehr erzielt, die andere weniger. Am Ende der Rangliste steht ein Produkt mit einem Minus von 7,2 Prozent. «Je nach Wahl des Vorsorgefonds oder der Anlagestrategie konnte man sein Geld in den letzten fünf Jahren um gut 50 Prozent vermehren oder aber einen Verlust einfahren», sagt Oeschger.
Das Ergebnis spiegelt vor allem die Börsenentwicklung. Der Swiss Performance Index (SPI) stieg im Analysezeitraum um knapp 30 Prozent, der MSCI World in Franken um 61 Prozent. Entsprechend dominieren Produkte mit hohem Aktienanteil die Rangliste. Die acht besten Angebote investieren alle mindestens 80 Prozent in Aktien. Alle 23 Produkte mit einem Aktienanteil von mindestens 70 Prozent finden sich unter den besten 30.
Hinzu kommt das Gewicht von US-Technologiewerten. «Die meisten dieser Vorsorgeprodukte sind nennenswert in Technologiewerte investiert. Und die sind in den vergangenen fünf Jahren besonders gut gelaufen», sagt Oeschger. Das ist allerdings eine Momentaufnahme. Eine starke Konzentration auf wenige US-Titel bringt auch ein entsprechendes Klumpenrisiko mit sich.
Der Markt für digitale 3a-Lösungen wächst weiter. Seit Ende 2025 bieten auch Alpian, Neon und Pilla Säule-3a-Lösungen an, am 19. Oktober 2026 kam Findependent dazu. Weil diese Angebote noch keine fünf Jahre bestehen, fehlen sie in der Auswertung. Dasselbe gilt für True Wealth, deren 3a-Produkt seit knapp vier Jahren auf dem Markt ist. Der Anbieter weist nach eigenen Berechnungen gute Fünfjahresrenditen aus. moneyland.ch hat jedoch nur Produkte berücksichtigt, die effektiv während voller fünf Jahre angeboten wurden.
Die höheren Renditechancen von Wertschriftenlösungen gehen mit grösseren Schwankungen einher. Wer kurzfristige Verluste nicht verkraftet, ist mit einem 3a-Konto besser bedient, verzichtet aber auf Renditepotenzial. «Wer noch mindestens zehn Jahre bis zur Pensionierung vor sich hat und keinen Vorbezug plant, kann zwischenzeitliche Kursrückgänge in der Regel aussitzen», sagt Oeschger. Ganz ausgeschlossen sind Verluste aber auch über lange Zeiträume nicht.
Die Kosten der einzelnen Produkte sowie die Performance über ein, drei, fünf und zehn Jahre lassen sich im Vorsorgefonds-Vergleich von moneyland.ch vergleichen.
Methodik: Analyse von moneyland.ch, Zeitraum 30. September 2021 bis 30. September 2026, 60 Vorsorgefonds und Anlagestrategien der Säule 3a. Nettorendite als Total Return nach Abzug der Produktkosten (TER) sowie der Pauschal-, Depot- und Ausgabegebühren, die zum Zeitpunkt der Datenerhebung galten. Rücknahmegebühren sind nicht berücksichtigt. Nur Zeiträume, in denen das Produkt tatsächlich angeboten wurde (kein Backtesting).