«Wie man mit der drohenden Wasserkrise umgeht»

Die Welt wird bis 2050 mit einem grossen Mangel an sauberem Trinkwasser konfrontiert sein. (Bild Quintanilla/Shutterstock)
Die Welt wird bis 2050 mit einem grossen Mangel an sauberem Trinkwasser konfrontiert sein. (Bild Quintanilla/Shutterstock)

«Innovation und verantwortungsvollere Praktiken sind angesichts der zunehmenden Knappheit von Süsswasser von entscheidender Bedeutung», schreibt Bastien Dublanc, Senior Fund Manager bei Candriam.

09.04.2024, 11:39 Uhr
Nachhaltigkeit

«Wasser, das einst als unerschöpflich galt, steht nun vor einer beispiellosen Krise. Bevölkerungswachstum, Klimawandel und nicht nachhaltige Praktiken, wie bestimmte Methoden der Viehzucht und Verschwendung, tragen zur Erschöpfung des Süsswassers bei, das nur 3 Prozent des Wassers auf der Erde ausmacht. Infolgedessen wird die Welt bis 2050 mit einem grossen Mangel an sauberem Trinkwasser konfrontiert sein», erläutert Bastien Dublanc.

Die Vereinten Nationen warnen vor den Folgen für die Gesundheit, die Lebensgrundlagen und die globale wirtschaftliche Stabilität. Daher bestehe zwar dringender Handlungsbedarf durch eine bessere Wasserbewirtschaftung, aber es ergeben sich laut Candriam auch Chancen durch die Entwicklung nachhaltiger Lösungen in der Landwirtschaft, der Industrie und der Abwasseraufbereitung.

Angesichts der zunehmenden Süsswasserknappheit seien radikale Veränderungen bei der Nutzung und Bewirtschaftung dieser lebenswichtigen Ressource in allen Wirtschaftszweigen von entscheidender Bedeutung:

  • Landwirtschaft: Durch die Einführung intelligenter Bewässerungstechniken und schonender Anbaumethoden könne der Agrarsektor 35 bis 70 Prozent Wasser einsparen. Der Markt für intelligente Bewässerung soll bis 2032 jährlich um 12 Prozent wachsen.
  • Industrie: Durch die Wiederverwendung von Wasser und die Nutzung des geschlossenen Kreislaufsystemen könne die Industrie ihren Wasserverbrauch erheblich senken. Beispielsweise wird bei der Herstellung von recycelten Metallen 40 Prozent weniger Wasser verbraucht und die verursachte Umweltverschmutzung im Vergleich zu Neumaterialien um 76 Prozent reduziert. Die Nachfrage nach diesen Systemen werde bis 2030 voraussichtlich jährlich um 5 Prozent steigen.
  • Städte: Reparatur von Lecks könnte in Europa 1 Billion Liter Wasser pro Jahr einsparen. Der Markt für intelligente Wasserzähler könnte bis 2027 um fast 12 Prozent pro Jahr wachsen. Intelligente Städte, die mit Systemen zur Überwachung und intelligenten Lecksuche ausgestattet sind, bieten Lösungen. Dieser Markt wird auf 540 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2030 jährlich um 15 Prozent wachsen.

Neben technologischen Fortschritten erfordere ein besseres Wassermanagement in Unternehmen eine solide Unternehmensführung, Transparenz und eine Risikobewertung. Da sich die Vorschriften zur Bekämpfung von Wasserknappheit und -verschmutzung ändern, müssten sich die Unternehmen anpassen, um diese Herausforderung zu meistern und Chancen zu nutzen.

Angesichts dieser Situation gebe es verschiedene Strategien wie beispielsweise:

  • Abwasseraufbereitung: Mit 70 Prozent der unbehandelten Industrieabwässer weltweit, seien trotz der verfügbaren fortschrittlichen Technologien angepasste Regelungen erforderlich, um die Wiederverwendung von Wasser zu fördern (derzeit nur 11 Prozent).
  • Entsalzung: Obwohl die Entsalzung eine alternative Quelle für Süsswasser biete, seien Fortschritte bei der Lösung der damit verbundenen Umweltprobleme, wie dem hohen Energieverbrauch und der Freisetzung von Salzlake, erforderlich.
  • Erhaltung der Biodiversität: Ökosysteme zu schützen sei entscheidend, um die Verfügbarkeit von Süsswasser angesichts der Bedrohungen wie Entwaldung und Urbanisierung zu erhalten. Projekte zur Wiederherstellung von Flüssen und Feuchtgebieten können dazu beitragen, diese Verfügbarkeit zu verbessern.

Risiken unterschätzt

Die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Unternehmen, Investoren und Einzelpersonen sei jedoch entscheidend, um diese Strategien umzusetzen und eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung zu gewährleisten. Laut dem Bericht des Carbon Disclosure Project (CDP) werden die betrieblichen Risiken im Zusammenhang mit Wasser unterschätzt, während die Investitionen zur Verbesserung der Effizienz des Wassermanagements unzureichend sind, wodurch die traditionellen Geschäftsmodelle ungeeignet werden.

Der Übergang zu nachhaltigen Praktiken bietet jedoch echte Investitionsmöglichkeiten. So schätzt der CDP-Bericht, dass die potenziellen wirtschaftlichen Gewinne des Privatsektors mehr als 2,3 Billionen US-Dollar betragen könnten.

«In einem heute schwierigen Umfeld ist es daher von grösster Bedeutung, zusammenzuarbeiten, innovativ zu sein und entschlossen zu handeln, um die bevorstehende Krise zu überwinden und diese lebenswichtige Ressource zu schützen. Dies wird ein anhaltendes Engagement und langfristige Investitionen erfordern, da sich diese Herausforderung über mehrere Jahrzehnte erstrecken kann», so das Fazit.

Nicolas Jullien, CFA, Leiter der Abteilung High Yield & Credit Arbitrage bei Candriam. (Bild pd)

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