Amina dringt in Europas ersten regulierten Blockchain-Handelsplatz vor

Tokenisierung als Megatrend: Amina Bank wird Teil des Ökosystes von 21X (Montage: IT)
Tokenisierung als Megatrend: Amina Bank wird Teil des Ökosystes von 21X (Montage: IT)

Der Markt für tokenisierte Realwerte wächst rasant – und die Infrastruktur, die institutionelle Anleger bislang vermissten, nimmt nun konkrete Formen an. Die Schweizer Amina Bank tritt als erste regulierte Bank dem Ökosystem von 21X bei, dem ersten vollständig regulierten DLT-Handels- und Abwicklungssystem (DLT TSS) in der Europäischen Union, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten.

09.03.2026, 08:52 Uhr
Asset Management | Finanzplätze

Redaktion: asc

Der Schritt markiert einen Wendepunkt: Tokenisierung verlässt das Stadium des Pilotprojekts und wird zu einsetzbarer Finanzinfrastruktur – mit klarem regulatorischem Rahmen auf beiden Seiten.

Was Amina und 21X gemeinsam aufbauen, ist im Kern eine dreigliedrige Architektur. Amina übernimmt als Finma-lizenzierte Depotbank die institutionelle Verwahrung der Basiswerte – Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Schatzwechsel und andere Finanzinstrumente – und begleitet Emittenten als Listing Sponsor durch den Zulassungsprozess.

Das Tokenisierungsunternehmen Tokeny, eine Tochter der Apex Group mit weltweit mehr als 3,5 Billionen US-Dollar an verwalteten Vermögen, stellt die technische Plattform bereit: Smart-Contract-Deployment und automatisierte Compliance-Kontrollen auf Basis des ERC-3643-Standards. 21X schliesslich stellt den regulierten Handels- und Abwicklungsplatz für den Primär- und Sekundärmarkt.

Das Ergebnis: Ein Emittent kann einen realen Vermögenswert bei Amina hinterlegen, ihn über Tokeny als digitales Wertpapier ausgeben und über 21X am geregelten Markt handeln lassen – alles in einer regulierten, durchgängigen Kette. Die Abwicklung erfolgt dabei atomar, also ohne Gegenparteirisiko und ohne die Notwendigkeit zentraler Wertpapierverwahrer oder Clearingstellen.

Ein Markt im Aufwind: Bereits 330 Milliarden USD investiert

Das Timing ist kein Zufall. Der Markt für tokenisierte Realwerte (Real-World Assets, RWAs) hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch entwickelt: von rund fünf Milliarden Dollar im Jahr 2022 auf über 24 Milliarden bis Mitte 2025, mit Jahresendsschätzungen von mehr als 38 Milliarden Dollar. Rechnet man Stablecoins hinzu, übersteigt der Gesamtmarkt bereits 330 Milliarden Dollar.

Grosse institutionelle Investoren haben bislang zurückgehalten. Einer der Hauptgründe: die fehlende regulierte Sekundärmarktliquidität und das Fehlen eines nahtlosen Weges von der traditionellen Vermögensverwaltung zur Blockchain-Distribution. Genau diese Lücke will das neue Dreierbündnis schliessen.

21X nahm im September 2025 als erstes vollständig reguliertes Blockchain-basiertes Handels- und Abwicklungssystem weltweit den Betrieb auf – lizenziert von der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unter Beteiligung der Europäischen Wertpapier- und Märktebehörde (ESMA). Die Plattform operiert auf der Polygon-Blockchain und dem Stellar-Netzwerk; zu den Partnern zählen Chainlink, Circle und SBI Digital Markets.

Mit Aminas Beitritt erhält 21X erstmals einen Listing Sponsor, der gleichzeitig regulierte Depotbank ist – eine Voraussetzung, die viele institutionelle Emittenten bislang als fehlend beklagt hatten.

Die 2018 in Zug gegründete Amina Bank erwarb 2019 als eines der ersten Unternehmen weltweit eine vollständige Banklizenz für das Krypto-Segment. Seither expandierte das Institut in vier Regulierungszonen: Schweiz (Finma), Abu Dhabi (FSRA), Hongkong (SFC) sowie seit Oktober 2025 in der EU über die österreichische FMA unter dem MiCAR-Rahmen. Die Bank verweist auf eine makellolose Kredithistorie über mehr als sechs Jahre ohne einen einzigen Ausfall.

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