13.02.2026, 09:29 Uhr
Eine 100-jährige Anleihe von Alphabet, ein 25-Milliarden-Dollar-Deal von Oracle: Die Grossen der Tech-Branche nutzen ein historisch günstiges Marktumfeld für Unternehmensanleihen. Doch während Emittenten jubeln,...
Der Schweizer Versicherungsriese Zurich Insurance und der britische Spezialversicherer Beazley haben sich auf die Eckpunkte einer Übernahme geeinigt. Die Prüfung der Bücher läuft, die Frist für ein verbindliches Angebot wurde verlängert. Damit nimmt eine der grössten Transaktionen der europäischen Versicherungsbranche seit Jahren konkrete Gestalt an.
Der Schweizer Versicherungsriese Zurich Insurance und der britische Spezialversicherer Beazley haben sich auf die Eckpunkte einer Übernahme geeinigt. Die Prüfung der Bücher läuft, die Frist für ein verbindliches Angebot wurde verlängert. Damit nimmt eine der grössten Transaktionen der europäischen Versicherungsbranche seit Jahren konkrete Gestalt an.
Beazley-Aktionäre sollen insgesamt bis zu 1'335 Pence pro Aktie erhalten – bestehend aus 1'310 Pence in bar plus einer Dividende von bis zu 25 Pence für das Geschäftsjahr 2025. In Summe flössen damit rund 8 Milliarden Pfund an die Beazley-Aktionäre, was einem Aufschlag von knapp 63 Prozent auf die Marktkapitalisierung vor Bekanntwerden der Offerte entspricht.
Die Einigung kommt nach wochenlangem Tauziehen. Bereits Anfang Januar hatte Zurich eine Offerte von 1'230 Pence je Aktie vorgelegt, die der Beazley-Verwaltungsrat als deutlich zu niedrig zurückwies. Auch das nachgebesserte Angebot in Höhe von 1'280 Pence vom 19. Januar reichte nicht aus. Erst die erneute Aufstockung auf 1'310 Pence zuzüglich Dividende überzeugte das Beazley-Board, das den Vorschlag nun nach Prüfung mit seinen Beratern den Aktionären zur Annahme empfiehlt – vorbehaltlich der Klärung weiterer Angebotsbedingungen und der finalen Transaktionsdokumente.
Durch den Zusammenschluss entsteht ein führender Spezialversicherer mit gebuchten Bruttoprämien von rund 15 Milliarden US-Dollar. Zurich, dessen globales Sachversicherungsgeschäft 2024 ein Prämienvolumen von 47 Milliarden Dollar erwirtschaftete, baut damit seine Specialty-Sparte massiv aus. Mit der erst kürzlich gegründeten Global Specialty Unit und einem bestehenden Volumen von neun Milliarden Dollar bildet Beazley die ideale Ergänzung – nicht zuletzt dank der starken Präsenz am Londoner Lloyd's-Markt.
Die Transaktion steht im Einklang mit der strategischen Neuausrichtung, die Zurich an seinem Investorentag im November 2025 skizziert hatte. Finanziert werden soll der Deal aus Barmitteln, neuen Kreditlinien und einer Kapitalerhöhung. Zurich rechnet damit, dass die Übernahme ab 2027 positiv zu den Finanzzielen beiträgt.
Frist im Blick
Ursprünglich hätte Zurich gemäss dem britischen Takeover Code bis zum 16. Februar ein verbindliches Angebot vorlegen oder von den Plänen Abstand nehmen müssen. Wie Beazley am Montag mitteilte, hat das Takeover Panel dieser Fristverlängerung zugestimmt. Zurich hat nun bis zum 4. März 2026 Zeit, eine formelle Offerte abzugeben. Die bestätigende Due Diligence sei eingeleitet worden und verlaufe planmässig, hiess es. Parallel verhandeln beide Seiten die detaillierten Vertragsbedingungen.