Schweizer Pensionskassen auf Rekordhoch – Rohstoffe und Schweizer Aktien als Treiber

Die Schweizer Vorsorgeeinrichtungen haben den Februar 2026 mit Glanz abgeschlossen: Eine durchschnittliche Monatsrendite von 1,3 Prozent trieb den Deckungsgrad privatrechtlicher Kassen auf 122 Prozent, und damit ist dieser nur noch eine Haaresbreite vom historischen Allzeithoch entfernt. Dies sind die Resultate des Swisscanto-PK-Monitors für den Februar.

04.03.2026, 09:09 Uhr
Asset Management | Vorsorge

Redaktion: asc

Der kapitalgewichtete Deckungsgrad der privatrechtlichen Pensionskassen hat im Februar die Marke von 122 Prozent erreicht – und damit den bisherigen Jahreshöchstwert aus dem Januar nochmals übertroffen. Dies sind die Ergebnisse des jüngsten Swisscanto-Pensionskassen-Monitors. Zum Vergleich: Der absolute Rekord wurde Ende 2021 mit 122,1 Prozent aufgestellt. Die Differenz beträgt nur noch einen Zehntelprozentpunkt.

Noch eindrücklicher fällt die Bilanz der öffentlich-rechtlichen Kassen aus. Sowohl die vollkapitalisierten als auch die teilkapitalisierten Institute liegen seit Januar 2026 auf dem höchsten Stand seit Beginn der Schweizer Pensionskassenstudie vor 25 Jahren. Die vollkapitalisierten öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen weisen per Ende Februar einen Deckungsgrad von 116,8 Prozent aus; jene mit Teilkapitalisierung kommen auf 93,5 Prozent.

Rohstoffe dominieren – Schweizer Werte schlagen ausländische

Das Anlagejahr 2026 gehört bislang eindeutig den Rohstoffen (noch vor dem Konflikt im Iran). Mit einem Jahresplus von 15,0 Prozent (inklusive Gold) distanzieren sie alle anderen Anlageklassen deutlich – und setzen damit ihre überdurchschnittliche Dynamik aus dem Vorjahr fort, als sie 43,9 Prozent zulegten.

Auf dem zweiten Platz folgen Schweizer Aktien mit einer Rendite von 6,0 Prozent seit Jahresbeginn. Damit übertrumpfen sie ihre ausländischen Pendants, die lediglich auf 2,2 Prozent kommen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Obligationen: Anleihen in Schweizer Franken legten 1,3 Prozent zu, ausländische Anleihen lediglich 0,9 Prozent. Auch Schweizer Immobilien (indirekt: +1,3 Prozent, direkt: +0,7 Prozent) stehen besser da als ausländische Liegenschaften, die bislang als einzige Kategorie mit einem Minus von 0,5 Prozent ins Jahr gestartet sind.

Kleinere Kassen schlagen grosse

Pensionskassen mit einem Vorsorgevermögen unter 300 Millionen Franken erzielten seit Jahresbeginn eine durchschnittliche Nettorendite von 1,9 Prozent. Grosse Kassen mit über einer Milliarde Franken Vorsorgevermögen blieben mit 1,6 Prozent dahinter zurück. Der Trend hatte sich bereits im Jahr 2025 abgezeichnet, als kleine Institute mit 5,7 Prozent ebenfalls vor den grossen (5,3 Prozent) lagen.

Auch der Rentneranteil beeinflusst die Performance: Kassen, deren Vorsorgekapital der Rentner weniger als 70 Prozent des Gesamtvermögens ausmacht, kommen auf 1,7 Prozent Jahresrendite; solche mit einem Rentneranteil über 70 Prozent auf 1,5 Prozent. Der Deckungsgrad hingegen spielte kaum eine Rolle – beide Gruppen, ober- wie unterhalb von 110 Prozent, landeten gleichauf bei 1,7 Prozent.

Finanzmärkte: KI-Sorgen drücken Technologiesektor

Das Marktgeschehen im Februar stand im Zeichen von Zweifeln rund um die Künstliche Intelligenz. Investoren fragten sich, ob Technologieunternehmen zu aggressiv in KI investieren – und ob günstigere Alternativen wie das chinesische DeepSeek die Geschäftsmodelle etablierter Softwarefirmen gefährden. Die Folge: Kursrückgänge im Technologiesektor.

Die Swisscanto-Analysten sehen die Lage jedoch gelassen. Da die betroffenen Unternehmen weiterhin starke Gewinne liefern und ihre Bewertungen inzwischen spürbar günstiger geworden sind, halten sie eine Gegenbewegung für realistisch.

Das fundamentale Umfeld für Aktien bleibt laut Swisscanto konstruktiv: Solide Konjunkturdaten, robuste Unternehmensgewinne und positives Momentum sprechen für eine Fortsetzung der Hausse. Da die Inflation auch in den USA auf die 2-Prozent-Marke zusteuert, dürften weitere Zinssenkungen folgen – ein zusätzlicher Rückenwind für die Märkte.

Kurzfristig sorgt die geopolitische Lage für Nervosität: Die Kriegshandlungen im Iran verunsichern die Anleger. Mittelfristig dürfte deren Einfluss auf die globalen Finanzmärkte jedoch begrenzt bleiben, heisst es im Monitor.

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