US-Hypothekenanleihen bieten neue Chancen durch staatliches Kaufprogramm

Der Vermögensverwalter Neuberger Berman sieht attraktive Einstiegsmöglichkeiten bei amerikanischen Hypothekenanleihen. Ein neues staatliches Kaufprogramm über 200 Milliarden Dollar dürfte die Spreads verengen und für stabilere Erträge sorgen.

29.01.2026, 17:41 Uhr
Alternatives | Anlagestrategie | Immobilien | Neue Produkte

Redaktion: asc

Die US-Regierung hat Anfang Januar angekündigt, dass die beiden Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac Agency Mortgage-Backed Securities (MBS) im Umfang von 200 Milliarden Dollar erwerben sollen. Das Programm zielt darauf ab, die Hypothekenzinsen zu senken und Wohneigentum erschwinglicher zu machen.

In den letzten Jahren nach der grossen Krise in den USA wurden Agency-MBS vor allem von spreadsensitiven Portfoliomanagern gekauft, wenn sie im Vergleich zu Unternehmensanleihen und anderen Credits günstig schienen.

Jetzt, wo die Regierung neue Käufe durch Fannie Mae und Freddie Mac ankündigt, sorgen nicht mehr einzelne Private-Capital-Manager, sondern grosse öffentliche Institutionen für zusätzliche Nachfrage. «Ein grosser, politisch motivierter Käufer kehrt an einen Markt zurück, an dem viele Anleger noch immer Qualitätsanleihen finden», schreiben deshalb Ashok Bhatia, Chief Investment Officer Fixed Income, und Portfoliomanager Jason Smith in ihrem Kommentar

Der Blick auf die Spreads nicht vergessen

Die beiden Experten von Neuberger Berman erwarten zwar keine grundlegende Veränderung des US-Immobilienmarkts. Entscheidend für die Kreditzinsen blieben die Staatsanleihenrenditen. Doch für Anleger sei die Entwicklung dennoch relevant: Die derzeit noch erhöhten Spreads dürften sich normalisieren oder sogar leicht verengen, sobald das Programm umgesetzt werde.

Da das Kreditrisiko wohl wieder zu einem grösseren Thema wird, sollten sich Investoren über die zusätzliche Unterstützung für eine staatsnahe Qualitäts-Assetklasse freuen, so die Experten weiter. Agency-MBS böten eine attraktive Kombination aus Qualität und laufendem Ertrag, so die Analyse.

Neuberger Berman mahnt allerdings auch zur Vorsicht: Sollte die Zinsvolatilität wieder steigen – etwa durch geldpolitische Überraschungen oder externe Schocks – würde das auch Hypothekenanleihen belasten.

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