14.10.2026, 07:44 Uhr
Hohe Zinsen gelten als gut für Banken. Die US-Grossbanken verdienen so viel wie selten, und trotzdem fallen ihre Aktien. Dahinter steht ein Zinsanstieg, der für die Banken mehr Risiken als Erträge bringt. Was...
Der Verleger Norbert Bernhard hat am 1. Oktober den Schweiz-Fonds lanciert. Er investiert nur in Unternehmen, die mindestens 90 Prozent ihrer Wertschöpfung in der Schweiz erbringen. Darunter sind auch ausserbörslich gehandelte Titel wie die Pilatus-Bahnen und die Weisse Arena Laax.
Norbert Bernhard hat als Verleger des «Private»-Magazins eine Nische besetzt, um die in die grossen Verlage beneideten. Nun hat der Unternehmer einen aktiven Fonds lanciert und beschreitet auch hier neue Wege. Und schon jetzt zeigt sich: Der Schweiz-Fonds besetzt eine Nische, die kein Index abbildet.
In den Fonds kommen nur Schweizer Unternehmen, die mindestens 90 Prozent ihrer Wertschöpfung im Inland erbringen. Gemessen wird das je nach Geschäftsmodell an Produktion, Umsatz, Bilanzsumme, verwalteten Vermögen oder Liegenschaftswert. Schon jetzt zeigt sich, dass die meisten kotierten Schweizer Unternehmen dieses Kriterium nicht erfüllen. Selbst eine Swisscom schaffte es nicht. Auch zahlreiche Schokolade- und Uhrenhersteller stehen zwar für Swissness, scheiden aber wegen ihres Exportgeschäfts aus.
«Wir suchen Unternehmen, die gegen internationale oder globale Risiken möglichst immun sind», beschreibt Norbert Bernhard das Ziel. Der Fonds investiert ausschliesslich in Franken. Anleger tragen damit kein Fremdwährungsrisiko. Bernhard sieht deshalb auch Potenzial bei ausländischen Investoren, die auf den starken Franken und die Stabilität der Schweiz setzen.
Bernhard lanciert diesen Fonds in Zeichen der Unsicherheit. Und er weiss, dass viele Investoren Sicherheit suchen. Ausserbörsliche Schweizer Aktien gelten über längere Zeiträume als vergleichsweise schwankungsarm.
Hinzu kommen Ausschlusskriterien. Ausgeschlossen sind unter anderem Atomkraft, Öl und Kohle, Waffen, Tabak und Alkohol, Pestizide und industrielle Landwirtschaft, industrielle Fischerei und Aquakultur sowie Tierversuche. Das passt: Bernhard engagiert sich seit fast 20 Jahren mit «Norberts Tierstiftung» für das Tierwohl.
Nach der Aufbauphase soll das Portfolio 30 bis 35 Titel umfassen, und zwar Micro-, Small- und Mid-Caps, die an der SIX oder ausserbörslich auf OTC-X gehandelt werden. Die Schwerpunkte liegen bei Banken, Immobilien sowie Tourismus und Freizeit. In der Fondspräsentation genannt werden Kantonal- und Regionalbanken, Immobiliengesellschaften wie Allreal und Mobimo sowie die Jungfraubahn und die BVZ-Gruppe. Dazu kommen nicht kotierte Bergbahnen wie Davos Klosters, Pilatus, Schilthorn und Zermatt. Zu den wenigen Titeln aus anderen Branchen gehören die Swiss Marketplace Group, die Gebäudetechniker Burkhalter und Meier Tobler sowie das VZ Vermögenszentrum.
Viele dieser Titel werden derzeit kaum gehandelt. Bernhard verfolgt mit seinem Fonds einen strikten ‹Buy-and-Hold›-Ansatz und betreiben kein Trading oder Market Timing. Auch hier unterscheidet er sich von den grossen der Branche. Der Fonds ist mit einem einstelligen Millionenbetrag gestartet. Eine Zielgrösse gibt es nicht. Laut Bernhard erträgt die Strategie aber auch einen dreistelligen Millionenbetrag, ohne dass der Anlageprozess angepasst werden müsste.
Fondsleitung ist die LLB Swiss Investment AG, Depotbank die Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) AG. Die Gamma Financials AG verwaltet das Vermögen, die Luzerner Boutique Ethius Invest ist Partnerin. Initiantin ist Bernhards Private GmbH. Der Fonds ist thesaurierend und täglich handelbar. Mit Gebühren von 1,5 Prozent ist der Fonds sicher auf der teureren Seite. Den Ansatz wird dennoch als innovativ wahrgenommen. Ob er sich für Anleger auszahlt, wird erst die tatsächliche Performance zeigen.