22.10.2026, 08:28 Uhr
Die grössten Tech-Konzerne finanzieren den KI-Ausbau zunehmend mit Schulden, ein Teil davon liegt ausserhalb der Bilanz. S&P hält die Ratings vorerst für angemessen, räumt aber offen ein, nicht alle...
Der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF verwaltet erstmals mehr als 10 Milliarden Euro. Rund 45 Prozent der diesjährigen Zuflüsse in Dividenden-ETFs gingen an diesen einen Fonds. US-Technologiewerte lässt er weitgehend aus. Das hat ihm 2022 und 2025 geholfen, in den Tech-Boomjahren 2023 und 2024 aber Rendite gekostet.
Zehn Jahre nach der Lancierung im Mai 2016 hat der Dividenden-ETF von VanEck die Schwelle von 10 Milliarden Euro überschritten. Laut den täglich publizierten Fondsdaten lag das Nettovermögen am 14. Oktober bei 10,01 Milliarden Euro. Ende Juni waren es laut Factsheet noch 8,13 Milliarden Euro, zum zehnjährigen Jubiläum im Mai rund 7,9 Milliarden Euro. Der grösste Teil des Wachstums fiel in die vergangenen drei Jahre.
Die Zuflüsse sind auffällig konzentriert. Laut Morningstar flossen bis Anfang September rund 11 Milliarden Euro in Dividenden-ETFs, etwa 45 Prozent davon in das Produkt von VanEck. Nach Daten von ETFbook gehört es damit 2026 zu den zehn europäischen ETFs mit den höchsten Nettozuflüssen. Insgesamt sammelte VanEck mit seiner Core-Palette in diesem Jahr rund 5,1 Milliarden US-Dollar ein, fast alles davon in diesem einen ETF.
Der ETF bildet den Morningstar Developed Markets Large Cap Dividend Leaders Screened Select Index ab. Dieser wählt aus den Industrieländern die 100 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aus, deren Ausschüttungen als nachhaltig gelten. Gewichtet wird nach der Dividendenstärke, die Marktkapitalisierung spielt keine Rolle. «Wir bezeichnen diesen ETF oft als eine andere Art von globalem ETF», sagt Martijn Rozemuller, CEO von VanEck Europe.
Das verschiebt die Länder- und Branchengewichte deutlich. Die USA machen nur rund 17 Prozent aus, im MSCI World sind es gut 70 Prozent. Grossbritannien kommt auf 16,5 Prozent, Frankreich auf 12,8 Prozent und Italien auf 8,9 Prozent; Schweizer Titel stellten Ende Juni gut 5 Prozent. Die grössten Positionen sind Verizon, HSBC, Pfizer, Nestlé und Shell. Banken und Versicherungen bringen es zusammen auf 42 Prozent, Gesundheit und Energie auf je gut 12 Prozent. Technologieaktien fallen kaum ins Gewicht.
Wie stark sich der ETF vom Weltindex abkoppelt, zeigen die Kalenderjahre. 2022, als Zinserhöhungen die Tech-Werte drückten, gewann er 15,8 Prozent, während ein MSCI-World-ETF in Euro 12,7 Prozent verlor. 2025 lag er mit 23,8 Prozent ebenfalls klar vorne; der Weltindex kam wegen des schwachen Dollars auf 6,8 Prozent. Rozemuller führt beide Jahre auf die Struktur zurück: In diesen Jahren hätten US-Large-Caps geschwächelt.
Dazwischen sieht das Bild anders aus. 2023 legte der Dividenden-ETF 11,8 Prozent zu, der MSCI World 19,7 Prozent. 2024 waren es 16,0 gegenüber 26,6 Prozent. Über die vier Jahre von 2022 bis 2025 ergibt sich für den ETF ein Plus von rund 86 Prozent, für den Weltindex von rund 41 Prozent. Seit der Auflegung weist VanEck eine Gesamtrendite von 223,9 Prozent aus.
Die regelmässigen Ausschüttungen, die VanEck selbst in schwierigen Phasen wie 2018, 2020 und 2022 hervorhebt, haben Kursverluste allerdings nicht verhindert. 2018 verlor der ETF 7,5 Prozent, 2020 im Corona-Jahr 10,4 Prozent. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei rund 3,1 Prozent, ausgeschüttet wird vierteljährlich.
VanEck begründet die Strategie mit der Marktstellung der Unternehmen. «Viele dividendenstarke Unternehmen sind gut etabliert, sie können aufgrund ihrer Marktmacht steigende Preise an die Kunden weiterreichen und dadurch ihre Gewinne sowie Ausschüttungen stabil halten oder sogar steigern», sagt Rozemuller. Das mache sie zu einer natürlichen Absicherung gegen Inflation oder Preisdruck durch Zölle. Garantiert sind die Dividenden nicht, wie VanEck selbst festhält: In schwierigen Zeiten können sie gekürzt werden.
Wer bereits einen MSCI World hält, ist zu gut 70 Prozent in US-Aktien investiert, mit hohem Technologieanteil. Der Dividenden-ETF setzt fast spiegelbildlich auf europäische Banken, Versicherer, Energie- und Pharmakonzerne. Als Ergänzung kann das die Länder- und Sektorgewichte ausgleichen. 2023 und 2024 haben aber gezeigt, dass der ETF in Phasen mit starken US-Tech-Werten deutlich hinter dem Weltindex zurückbleibt.