Pensionskassen-Monitor: leichter Dämpfer im Juli

PK-Monitor: Trotz Juli-Dämpfer verzeichnen Schweizer Pensionskassen weiterhin gute Performance (Bild: Adobe Stock)
PK-Monitor: Trotz Juli-Dämpfer verzeichnen Schweizer Pensionskassen weiterhin gute Performance (Bild: Adobe Stock)

Gemäss dem am Mittwoch veröffentlichten Swisscanto Pensionskassen-Monitor der Zürcher Kantonalbank verzeichneten die Pensionskassen im Juli eine durchschnittliche Performance von minus 0,2 Prozent (gleichgewichtet). Seit Jahresbeginn steht damit weiterhin ein deutliches Plus von 4,2 Prozent zu Buche.

05.08.2026, 09:17 Uhr
Asset Management | Konjunktur | Vorsorge

Redaktion: asc

Während Aktien im Juli positiv rentierten, gerieten Obligationen und indirekte Immobilienanlagen durch den Zinsanstieg unter Druck. Unter den betrachteten Anlagekategorien schnitten Rohstoffe im Juli mit Abstand am besten ab – begünstigt durch die erneute Eskalation im Iran-Konflikt. Bei den Aktien hatten Schweizer Titel mit einer Performance von 0,7 Prozent gegenüber den ausländischen Peers mit 0,1 Prozent die Nase vorn. Sowohl Schweizer als auch ausländische Obligationen gaben im Juli deutlich nach, ebenso litten indirekte Immobilienanlagen Schweiz unter dem Renditeanstieg.

Unterschiede zwischen PKs sind deutlich

Der Performance-Unterschied zwischen den Kassen mit der höchsten und der niedrigsten Rendite hat sich im Juli weiter vergrössert: Seit Jahresbeginn erzielten die zehn Prozent der Kassen mit der besten Performance eine Rendite von 5,7 Prozent, während die zehn Prozent mit der schwächsten Performance auf 2,5 Prozent kamen – eine Differenz von 3,2 Prozentpunkten.

Nach Vorsorgevermögen zeigt sich ein einheitliches Bild: Kassen mit kleinem Vorsorgevermögen von unter 300 Millionen Franken erzielten seit Jahresbeginn mit 4,2 Prozent dieselbe Performance wie Kassen mit einem Vorsorgevermögen von über 1 Milliarde Franken. Deutlicher fallen die Unterschiede nach Rentneranteil aus: Kassen mit einem Anteil des Vorsorgekapitals der Rentner von unter 70 Prozent kamen seit Jahresbeginn auf 4,3 Prozent, während Kassen mit einem Anteil von über 70 Prozent aufgrund ihrer defensiveren Anlagestrategie nur 2,5 Prozent erreichten. Nach Branchen betrachtet erzielte der Handel mit 4,4 Prozent die beste Performance, das Finanzwesen bildete mit 3,9 Prozent das Schlusslicht.

Deckungsgrad geht vom Rekordwert leicht zurück

Der kapitalgewichtete Deckungsgrad der privatrechtlichen Kassen ist im Juli vom bisherigen Rekordwert im Juni von 123,8 Prozent leicht auf 123,3 Prozent zurückgegangen. Bei den öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung beträgt der Deckungsgrad neu 117,1 Prozent, bei jenen mit Teilkapitalisierung 94,2 Prozent. Auch hier haben sich die Werte gegenüber dem Vormonat leicht verringert.

Infolge der erneuten Eskalation im Iran stieg der Ölpreis kurzfristig deutlich an. Ebenfalls nach oben bewegten sich die Realrenditen: In den USA liegt der 10-Jahres-Satz wieder im Bereich des Höchststands von 2023. Der Aktienmarkt hat diesen Renditeanstieg im Juli aber relativ gut verkraftet, wobei es zu einer Rotation in defensivere Sektoren kam.

Ausblick: Druck auf Trump wegen Midterms steigt

Mit Blick auf die bevorstehenden Midterm-Wahlen in den USA bleibt der Druck auf Präsident Trump hoch, den Konflikt mit dem Iran zu entschärfen. Eine Beruhigung der Lage dürfte dämpfend auf Ölpreis und Zinsen wirken. Aufgrund des nach wie vor aussergewöhnlich hohen Gewinnwachstums der Unternehmen sowie positiver Überraschungen bei der globalen Konjunktur bleiben die Experten der Zürcher Kantonalbank für Aktien konstruktiv gestimmt. Bei Immobilien ist wegen der schwachen Saisonalität und der hohen Bewertungen kurzfristig eine Konsolidierung möglich.

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