Marktumfeld erfordert aktive Allokationsentscheidungen

Die Korrekturphase an den Börsen im Januar hat gezeigt, dass an den Wertpapiermärkten aktive Allokationsentscheidungen unabdingbar sind. Das aktuelle Marktumfeld bietet vor allem Mischfonds, die flexibel in Aktien und Anleihen investieren können, gute Bedingungen.

19.03.2014, 10:44 Uhr

Steffen Merker, Fondsmanager und Aktienexperte, der gemeinsam mit Anleihespezialist Christoph Gross den Mischfonds LBBW Multi Global verwaltet, investiert ausgehend von der Konjunkturerwartung für Europa und den entsprechenden Gewinnerwartungen in Unternehmen, die ihre Umsätze und Gewinne vor allem in Europa und den USA erzielen. Er weist darauf hin, dass sich am Aktienmarkt durch vorübergehende Korrekturphasen immer wieder Einstiegschancen bieten. Davon profitierten Mischfonds, die die Gewichtung der Anlageklassen der sich wandelnden Marktlage anpassen könnten. Es habe zum Jahresende zu viel Optimismus am Markt geherrscht, der dann im Januar durch die Korrektur wieder einer realistischen Einschätzung mit Blick auf Wachstums- und Gewinnentwicklung gewichen sei. Realistisch biete das Wachstum Potenzial für einen Gewinnanstieg von zehn Prozent. „In der zurückliegenden Korrekturphase konnten antizyklisch handelnde Investoren Aktien zu günstigen Bewertungen erwerben“, sagt Merker.

Gute Gewinnperspektiven im Industrie-, Technologie- und Energiesektor
Der Schwerpunkt der Aktieninvestments des LBBW Multi Global liegt im Euroraum, gefolgt von Grossbritannien. Den Branchenfokus legt Merker derzeit auf Industrieaktien, gefolgt von Werten aus dem Technologiesektor. Konstant attraktiv seien darüber hinaus die grossen Öl- und Erdgasförderer
wie Royal Dutch Shell, die stabile Ergebnisse erwirtschafteten und gleichzeitig hohe Dividendenrenditen von mehr als vier Prozent aufweisen würden.

Gute Rahmenbedingungen für Anleiheinvestoren
Der Jahresauftakt brachte auch für Anleiheinvestoren gute Rahmenbedingungen. Der defensiv agierende Mischfonds LBBW Multi Global, der zu etwa 80 Prozent Portfolioanteil in Rentenpapiere investiert ist, konnte diese Situation nutzen. „Im Januar konnte der Fonds an vielen attraktiven Neuemissionen sowohl bei Staatsanleihen wie auch bei Pfandbriefen und Unternehmensanleihen teilnehmen“, sagt Christoph Gross, der das Rentenportfolio des LBBW Multi Global verwaltet. Derzeit machen Unternehmensanleihen mit rund 70 Prozent Anteil am Rentenbestand den grössten Portfolioanteil aus. Besonders erfreulich: „Die Rendite der Wertpapiere liegt durch Zukäufe attraktiver Neuemissionen trotz Zinsrückgangs stabil bei 2,10 Prozent“, erklärt Gross.

Besonders interessant findet Gross derzeit Anleihen von Versorgern wie Gas Natural und Iberdrola aus Spanien oder die italienische Enel. Sie profitierten von der sukzessiven Verbesserung der fundamentalen Situation. Zuletzt hat Gross Hybridpapiere des französischen Versorgers EDF in den Bestand genommen. „Versorger aus Deutschland hingegen sind aktuell weniger attraktiv“, sagt Gross. Angesichts der Energiewende stünden die Geschäftsmodelle der deutschen Versorger vor Umwälzungen. „Bei Senioranleihen deutscher Versorger wird dieses Risiko derzeit aufgrund des niedrigen Zinsniveaus nicht mehr adäquat vergütet.“

Im Rentenportfolio des LBBW Multi Global fokussiert sich der Experte deshalb auf Anleihen mittlerer Laufzeiten und einer Duration, die sich in einem Korridor zwischen drei bis vier Jahren bewegt. Der überwiegende Teil der Anleihen verfügt über ein „BBB“-Rating oder besser. „Kürzere Laufzeiten werfen zu wenig Rendite ab und längere Laufzeiten sind erhöhten Zinsänderungsrisiken ausgesetzt“, erklärt Gross. Eine geringe Beimischung von Hochzinsanleihen sei jedoch weiterhin sinnvoll, denn in dieser Rating-Kategorie befänden sich einige Unternehmen, die operativ gut aufgestellt seien und vor allem aufgrund der entsprechenden Staaten-Herunterstufung im High-Yield-Segment gelandet seien.

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