08.02.2026, 10:47 Uhr
Der Bitcoin hat am Freitag nach einem starken Kurseinbruch in den vergangenen Handelstagen eine beeindruckende Gegenbewegung hingelegt. Zuletzt lag der Kurs bei fast 71'000 US-Dollar. Im frühen Handel war er noch bis...
Wer Anfang Februar Bitcoin gekauft hat, schaut heute etwas entspannter auf den Bildschirm. Rund 75'600 US-Dollar notiert die älteste Kryptowährung der Welt am 17. März 2026. Keine spektakuläre Rally, keine viralen Jubelmeldungen. Eher eine stille Rückkehr.
Der Februar war hart. Als amerikanische und israelische Streitkräfte am 28. Februar den Iran angriffen, reagierten die Märkte sofort. Bitcoin fiel innerhalb weniger Stunden von knapp 64'000 auf unter 61'000 Dollar. Das 52-Wochen-Tief von 60.580 Dollar datiert auf den 6. Februar, das Jahrestief also frisch im Gedächtnis.
Zum Vergleich: Im Januar hatte Bitcoin noch ein Allzeithoch von rund 130'000 US-Dollar markiert. Vom Gipfel bis zum Tal waren es mehr als 40 Prozent Verlust in wenigen Wochen.
Seit Anfang März geht es aufwärts, schrittweise, aber erkennbar. Der 2. März brachte den ersten spürbaren Rebound: plus fünf Prozent auf rund 69'000 Dollar, begleitet von 521 Millionen Dollar an Zuflüssen in US-amerikanische Bitcoin-ETFs. Es war das Ende einer fünf Wochen langen Ausfluss-Phase, in der Investoren ihr Geld abgezogen hatten.
Seitdem fliesst Kapital zurück. BlackRocks ETF mit dem Kürzel IBIT führt die Liste an: Mehr als 62,7 Milliarden Dollar an Gesamtzuflüssen seit Auflage, allein am 10. März waren es 186 Millionen Dollar an einem einzigen Tag. Alle US-Spot-Bitcoin-ETFs zusammen verwalten inzwischen ein Nettovermögen von rund 90 Milliarden Dollar, was gut sechs Prozent der gesamten Bitcoin-Marktkapitalisierung entspricht.
Das ist nicht nichts. Das ist institutionelles Vertrauen, das langsam zurückkommt.
Analysten blicken gerade auf eine bestimmte Marke: 75'000 Dollar. Dort, so die Einschätzung von Marktteilnehmern, sind sogenannte Market Maker strukturell in einer Short-Position auf Call-Optionen. Klingt technisch, hat aber eine einfache Konsequenz: Bricht der Kurs nachhaltig über diese Schwelle, müssen die Gegenseite absichern, was wiederum Kaufdruck erzeugt. Ein sich selbst verstärkender Mechanismus, der den Anstieg beschleunigen könnte.
Vieles hängt vor allem davon ab, was im Nahen Osten passiert. Entspannt sich der Konflikt, sehen Optimisten Bitcoin wieder in Richtung 100'000 Dollar ziehen. Eskaliert er weiter, droht ein Rückfall in den Bereich zwischen 60'000 und 62'000 Dollar.
Die Spanne des letzten Jahres, von 60'580 bis 130'305 Dollar, zeigt: Bitcoin bewegt sich gerade noch im unteren Drittel seiner Jahresspanne. Viel Boden nach oben, aber auch viel Unsicherheit darunter.