Viel mehr Firmenkonkurse in Europa

In Grossbritannien stieg die Zahl der Firmenpleiten um fast 56 Prozent. (Bild Shutterstock/Vivid Brands)
In Grossbritannien stieg die Zahl der Firmenpleiten um fast 56 Prozent. (Bild Shutterstock/Vivid Brands)

Insgesamt hat es 2022 in den 14 westeuropäischen EU-Ländern sowie Norwegen, der Schweiz und Grossbritannien 139 973 Firmenpleiten gegeben. Dies bedeute eine Steigerung um 24,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, schreibt Creditreform. Einige Länder sehen einen Anstieg von mehr als 50 Prozent.

11.05.2023, 10:11 Uhr
Konjunktur

Redaktion: sw

«Das Ende der Corona Pandemie war der Beginn eines kurzen Wirtschaftsaufschwungs in Europa, bevor er durch den Krieg in der Ukraine wieder abgewürgt wurde», sagte der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. Die folgende Energiekrise habe die Wirtschaft unvorbereitet und mit voller Wucht getroffen. Viele angeschlagene Unternehmen hätten den Mehrfachbelastungen nicht mehr standhalten können.

In Westeuropa stiegen die Insolvenzzahlen in der Mehrzahl der betrachteten Länder. Einen deutlichen Anstieg verzeichneten Österreich (plus 59,7 Prozent), gefolgt von Grossbritannien (plus 55,9 Prozent), Frankreich (plus 50,0 Prozent) und Belgien (plus 41,7 Prozent). Auch in der Schweiz (plus 33 Prozent), in Irland, den Niederlanden, in Spanien, Norwegen, Finnland, Schweden und Deutschland nahm die Zahl der Unternehmensinsolvenzen zu.

Ein Rückgang wurde aus Dänemark, Luxemburg, Portugal, Italien und Griechenland gemeldet. In Osteuropa verzeichneten sieben der zwölf untersuchten Länder einen Anstieg der Insolvenzzahlen.

In allen Wirtschaftsbereichen nahmen die Insolvenzzahlen zu. Einen deutlichen Anstieg verzeichnete dabei der Handel (inklusive Gastgewerbe) mit einem Plus von 34,5 Prozent, gefolgt vom Baugewerbe mit plus 24,7 Prozent. Um knapp 20 Prozent erhöhten sich die Fallzahlen im Dienstleistungssektor und um 13,1 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe.

«Die Trendwende bei den Insolvenzzahlen ist eingeläutet. Dabei ist das Ende der Fahnenstange wohl noch nicht erreicht. Der Druck bleibt auf dem Kessel, so dass auch in den kommenden Monaten mit steigenden Zahlen zu rechnen sein wird», sagte Hantzsch.

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