ZKB erzielt zweithöchsten Halbjahresgewinn seit Geschäftsbeginn

Nur in der ersten Hälfte der Vorjahres war die ZKB noch erfolgreicher unterwegs als im jüngsten Halbjahr. (BIld: zvg)
Nur in der ersten Hälfte der Vorjahres war die ZKB noch erfolgreicher unterwegs als im jüngsten Halbjahr. (BIld: zvg)

Die Zürcher Kantonalbank hat im ersten Halbjahr 2021 einen Konzerngewinn von CHF 487 Mio. erzielt. Das ist der zweithöchste Wert in der Geschichte der Bank. Übertroffen wurde er einzig im Vorjahreszeitraum mit CHF 537 Mio. – vor allem aufgrund eines aussergewöhnlich hohen Handelsergebnisses in den damaligen ersten sechs Monaten.

27.08.2021, 09:28 Uhr

Redaktion: hf

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ist flott unterwegs. Fürs erste Halbjahr 2021 weist sie einen Geschäftsertrag von CHF 1,27 Mrd. aus. Der Rückgang zum Redkord in der Vorjahrsperiode um 3,2% ist hauptsächlich auf das Handelsgeschäft zurückzuführen.

Dessen Ergebnis lag im ersten Semester 2021 mit CHF 209 Mio. zwar deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Aber mit einem Rückgang um CHF 64 Mio. bzw. 23,4% erreichte es nicht mehr das Niveau des ausserordentlich guten Vorjahres, das stark von den Corona-bedingten Marktverwerfungen geprägt war, schreibt die ZKB. Den grössten Anteil am Rückgang trug der Bereich Handel mit Obligationen, Zins- und Kreditderivaten, der um CHF 58 Mio. tiefer ausfiel.

Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sticht heraus

Besonders stark hat sich in der ersten Hälfte des laufenden Jahres das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft entwickelt: Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Ergebnis um 11,3% auf rekordhohe CHF 449 Mio. zu. Dies kam deshalb zu Stande, weil der Ertrag aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft zunahm – besondere dank Erträgen aus dem Fondsgeschäft sowie aus Verwaltungs- und Beratungsgebühren.

Im Zinsengeschäft, dem nach wie vor wichtigsten Ertragspfeiler der Bank, wuchs der Bruttoerfolg leicht um 1,9% auf CHF 638 Mio. Das kontinuierliche Volumenwachstum bei den Ausleihungen wirkte dem Margendruck entgegen. Veränderungen von ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen sowie Verluste aus dem Zinsengeschäft in Höhe von CHF 38,1 Mio. haben unter dem Strich einen Netto-Zinserfolg von CHF 600 Mio. (-3%) ergeben. Darin berücksichtigt sind u.a. Wertberichtigungen von CHF 11 Mio. für erwartete Verluste, die seit diesem (erneuten Pandemie-)Jahr der ZKB zufolge berücksichtigt werden müssen.

Das Hypothekargeschäft als wichtigste Komponente des Zinserfolgs wuchs in den ersten sechs Monaten um 2,3% auf CHF 89,7 Mrd. Trotz starkem Volumenwachstum hält die Bank nach eigenen Angaben "unverändert an ihren hohen Qualitätsstandards fest."

Tieferer Personalaufwand

Der leichte Rückgang beim Geschäftsertrag wird weitgehend von einem ebenfalls tieferen Geschäftsaufwand i von CHF 737 Mio. (i.V. 773 Mio.) kompensiert. So reduzierte sich der Personalaufwand um 6,5%, insbesondere weil das im Vorjahr einmalig ausbezahlte Jubiläumsgeld wegfällt. Der Sachaufwand hingegen bleibt mit CHF 210 Mio. unverändert. Aufgrund der niedrigeren Ertragsbasis steigt die Cost-Income-Ratio von 55,2 auf 56,4%.

Die Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Werten lagen mit CHF 53 Mio. um 5 Mio. unter dem Vorjahreswert, was vor allem mit tieferen Abschreibungen auf Beteiligungen und bei Bankgebäuden und übrigen Liegenschaften begründet wird. Die Position Veränderungen von Rückstellungen, übrigen Wertberichtigungen sowie Verluste, die im Vorjahr eine Bildung von CHF 8 Mio. enthalten hatte, zeigte im ersten Halbjahr 2021 eine Auflösung von CHF 13 Mio.

Über alles gesehen verbuchte die ZKB einen Geschäftserfolg im Halbjahr von CHF 492 Mio., was einer Zunahme von 4,7% zum Vorjahr entspricht. Einschliesslich eines a.o. Ertrags von CHF 0,8 Mio. (i.V. 25 Mio.) und nach Abzug von Steuern von CHF 5 Mio. resultierte daraus der zweithöchste Halbjahresgewinn in der Geschichte der Bank von CHF 487 Mio. (-9,2%).

Knapp CHF 400 Mrd. Kundenvermögen

Die Kundenvermögen nahmen im ersten Halbjahr um CHF 30,1 Mrd. auf CHF 391,8 Mrd. zu, bei einem respektablen Netto-Neugeldzufluss von CHF 11,8 Mrd.

Die risikobasierte Eigenkapitalquote auf Basis «going-concern» betrug per Mitte Jahr hohe 17,9% nach 17,5% zum Vorjahreszeitpunkt. Auch die ungewichtete Eigenkapitalquote (Leverage Ratio) auf Basis «going-concern» übertraft mit 6,0% (i.V. 6,2%) die regulatorische Anforderung von 4,5% für systemrelevante Banken deutlich.

Zum Ausblick meint ZKB-Chef Martin Scholl: «Die Konjunkturindikatoren entwickeln sich positiv, wenngleich sie für das dritte Quartal eine leichte Verlangsamung des Wirtschaftswachstums andeuten." Man sei trotzdem zuversichtlich, auch im zweiten Halbjahr ein ansprechendes Ergebnis zu erwirtschaften.

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