Swiss Re hält trotz Corona an Wachstumsziel fest

Die Corona-Pandemie wirft den Schweizer Rückversicherer nicht aus der Bahn. (Bild: Shutterstock.com/360b)
Die Corona-Pandemie wirft den Schweizer Rückversicherer nicht aus der Bahn. (Bild: Shutterstock.com/360b)

Der Rückversicherer Swiss Re sieht sich trotz Corona auf Wachstumskurs. Die Ertragskraft entwickle sich positiv, man sei für alle Geschäftsbereiche zuversichtlich, teilte der Konzern im Vorfeld des Investorentags am Freitag mit. Die Finanzziele und die Prioritäten im Kapitalmanagement wurden bestätigt.

20.11.2020, 09:52 Uhr

Redaktion: hf

Im Fokus von Swiss Re stehe eine erstklassige Kapitalausstattung und eine konstante oder höhere Dividende, hat das Unternehmen vor dem Onlinetreffen mit Investoren mitgeteilt. (Die "Renditeperlen" Swiss Re weisen auf Basis der letzten Ausschüttung eine Dividendenrendite von 7,2% auf.) "Wir sind für die Zukunft aller unserer Geschäftsbereiche zuversichtlich, denn die zugrunde liegende Ertragskraft der Gruppe entwickelt sich positiv", erklärt Konzernchef Christian Mumenthaler in einer Mitteilung.

Dank der Rückstellungen gehe man davon aus, dass sich die Pandemie nur auf die Ertragskraft und nicht auf die Kapitalstärke der Gruppe auswirken werde. Die Risikoexponierungen würden sich zu künftig verringern: "Wir fokussieren uns darauf, unsere Finanzziele zu erreichen", zitiert das Nachrichtenportal awp den Swiss-Re-Chef. Der Rückversicherer misst seine Leistung anhand mittelfristiger Ziele, an denen er festhält. Swiss Re will über den Versicherungszyklus mit der Eigenkapitalrendite den risikofreien Zinssatz 10-jähriger US-Staatsanleihen um mindestens 700 Basispunkte übertreffen und das ökonomische Eigenkapital pro Aktie jährlich um 10% steigern.

Wieder besserer Schaden-Kosten-Satz erwartet

Bei der grössten Sparte, der Sach-Rückversicherung, verfolge man gezielte Wachstumsmöglichkeiten in einem sich verbessernden Markt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Erhöhung der versicherungstechnischen Margen. Der normalisierte Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio) soll sich 2021 voraussichtlich auf 96% oder weniger erbessern. Bei Werten unter 100 Prozent macht das Geschäft versicherungstechnisch Gewinn. In den ersten neun Monaten 2020 befand es sich allerdings in den roten Zahlen. Der Schaden-Kosten-Satz hat sich wegen der Coronaschäden von 1,6 Mrd. US-Dollar auf 110,3% verschlechtert nach 101,4% in der Vorjahresperiode. Ohne die Coronaschäden hätte er bei 100,1% gelegen.

Beim Erstversicherungsgeschäft von Grossunternehmen (Corso) sei der Turnaround auf gutem Weg, heisst es. Beim Sorgenkind des Konzerns zeigt sich Swiss Re zuversichtlich, 2021 einen normalisierten Schaden-Kosten-Satz von 98% oder tiefer zu erreichen. In den ersten neun Monaten belief er sich auf 118,7% (ohne Corona 96,0%).

Ein ausgesprochen harter Markt biete Chancen für profitables Wachstum in Bereichen, in denen Corporate Solutions Wettbewerbsvorteile habe, schreibt Swiss Re: Mittelfristig plane Corso die Umstellung auf ein stärker diversifiziertes und zyklusunabhängigeres Gewerbeversicherungsmodell, das einen erweiterten Zugang zu Firmenkunden ermögliche.

Grosses Neugeschäft bei L&H Re

Die Leben- und Kranken-Rückversicherung (L&H Re) bleibe trotz der Coronaseuche in der Erfolgsspur. "Das Segment hat in grossem Umfang Neugeschäft generiert, vor allem in Asien", so Swiss Re. Zusammen mit dem Management des Bestandsgeschäfts bilde dies die Basis für Ertragswachstum in der Zukunft.

Das Asset Management habe trotz der niedrigen Zinsen erneut eine starke Rendite auf Kapitalanlagen (ROI) erzielt. Und bei der Digitalversicherungsplattform für andere Versicherer (Iptiq) gebe es weiteres Wachstum. Das Kerngeschäft von Iptiq habe inzwischen 40 Vertriebspartner, mehr als 500'000 Kunden und gebuchte Bruttoprämien von 300 Mio. US-Dollar. Der implizite Marktwert von Iptiq ist den Angaben zufolge auf rund 2 Mrd. US-Dollar gestiegen.

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