18.02.2026, 09:52 Uhr
Die Privatbank EFG International hat den Gewinn 2025 trotz diverser Sonderposten weiter gesteigert und damit die Höchstmarke des Vorjahres noch einmal überboten. Gleichzeitig kann das Zürcher Institut einen...
Der Zusammenschluss von SpaceX und xAI ist vollzogen. Mit einer kombinierten Bewertung von 1,25 Billionen US-Dollar ist es die grösste Unternehmenstransaktion aller Zeiten. Der Deal ist der Auftakt zu einem Jahr, in dem die grossen Vorstandsetagen der Welt wieder bereit sind, transformative Wetten einzugehen. Die Hintergründe.
Ende Januar 2026 sickerten erste Berichte über Fusionsgespräche durch, am 2. Februar bestätigte SpaceX den Zusammenschluss offiziell: Das Raumfahrtunternehmen übernimmt Elon Musks KI-Firma xAI in einem reinen Aktientausch. Die Zahlen sind gigantisch: Die kombinierte Bewertung der beiden Unternehmen von rund 1,25 Billionen US-Dollar übertrifft laut mehreren Medienberichten historische Mega-Deals wie AOL/Time Warner oder Vodafone/Mannesmann bei weitem.
Strukturell erhalten xAI-Aktionäre je Aktie 0,1433 SpaceX-Anteile, bewertet zu rund 527 Dollar je Stück. Management-Mitglieder können alternativ eine Barauszahlung wählen. Öffentliche Register in Nevada weisen SpaceX bereits als «managing member» der neuen X.AI Holdings aus, was auf einen Vollzug unmittelbar nach der Bekanntgabe hindeutet.
xAI‑Investoren werden zu SpaceX‑Aktionären und tauschen ihr Exposure von einem reinen AI‑Play in einen integrierten SpaceX‑Konzern mit Raketen, Starlink‑Infrastruktur und AI‑Sparte; sie partizipieren damit direkt an einem der grössten geplanten IPOs der Geschichte, statt auf einen separaten xAI‑Börsengang zu warten.
Strategisch ist der Deal denn auch als Vorbereitung auf einen SpaceX-Börsengang Mitte Juni 2026 konzipiert, mit einer angestrebten IPO-Bewertung von ebenfalls rund 1,25 Billionen Dollar. Elon Musk bündelt damit Raketen, Starlink-Infrastruktur, KI-Modelle und perspektivisch orbitale Rechenzentren unter einem Dach. Für xAI-Investoren bedeutet das den Tausch eines reinen KI-Werts gegen Anteile an einem deutlich komplexeren Konglomerat – mit einem klareren Exit-Kanal, aber auch breiteren Risiken.
Der Deal fällt in ein makroökonomisch günstiges Fenster: Die US-Notenbank Fed befindet sich auf einem graduellen Lockerungskurs in Richtung 3 bis 3,5 Prozent, was Bewertungen stützt und Finanzierungen kalkulierbarer macht. Analysten sehen den Merger deshalb nicht als Einzelereignis, sondern als Signal für eine neue Welle strategischer Grossübernahmen – getrieben weniger von klassischen Kostensynergien als vom Zukauf von KI-Kompetenz, Daten und Infrastruktur. Das globale M&A-Volumen hatte 2025 bereits rund 4,8 Billionen Dollar erreicht; rund die Hälfte aller grossen Tech-Deals war KI-bezogen.
Dass ausgerechnet jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, hat strukturelle Gründe. Gleichzeitig hat sich die strategische Logik hinter Übernahmen fundamental verändert. Kostensenkung und klassische Skalensynergien waren gestern. Der eigentliche Treiber heisst heute KI – und wer im Wettbewerb nicht die richtigen Fähigkeiten, Daten und Infrastruktur besitzt, kauft sie.
Das zeigte sich bereits 2025, als rund die Hälfte aller grossen Tech-Deals explizit mit KI-Synergien begründet wurde und das globale M&A-Volumen auf rund 4,8 Billionen Dollar kletterte, das zweitstärkste Jahr der Geschichte. 2026 dürfte diesen Trend nicht nur fortsetzen, sondern beschleunigen.
SpaceX und xAI verkörpern diese neue Logik in ihrer extremsten Form. Elon Musk bündelt Raketen, Satellitennetz, KI-Modelle und – perspektivisch – orbitale Rechenzentren unter einem Dach. Das Ziel: eine vertikal integrierte Plattform, die terrestrischen Cloud-Giganten langfristig Paroli bieten soll. Ob diese Vision aufgeht, wird sich zeigen.
Dass der Markt bereit ist, sie mit 1,25 Billionen Dollar zu bepreisen, ist aber bereits heute eine Aussage – und zwar eine, die Boards in aller Welt registrieren. Denn genau das ist die eigentliche Bedeutung des Deals: Er verschiebt die Hemmschwelle. Wenn eine solche Transaktion nicht nur vollzogen, sondern ernst genommen wird, sinkt die Scheu, auch anderswo wieder gross zu denken.
In der Halbleiterindustrie, im Gesundheitswesen, in der Finanzinfrastruktur stehen ähnliche strategische Fragen an – und überall fehlen Unternehmen Fähigkeiten, die sich schneller kaufen als aufbauen lassen. Die Investmentbanken haben das längst registriert: Für 2026 erwarten grosse Häuser wie JP Morgan und EY eine deutliche Zunahme von Mega-Deals ab fünf Milliarden Dollar.