Raiffeisen mit deutlicher Gewinnsteigerung im ersten Halbjahr - Stellenabbau angekündigt

Raiffeisen Schweiz präsentiert Gewinnsteigerung und kündigt Sparprogramm an (Bild: Raiffeisen)
Raiffeisen Schweiz präsentiert Gewinnsteigerung und kündigt Sparprogramm an (Bild: Raiffeisen)

Raiffeisen Schweiz hat im ersten Halbjahr 2026 fast ein Fünftel mehr verdient. Sowohl im wichtigen Zinsgeschäft wie auch im Kommissionsgeschäft legte die Bankengruppe zu. Gleichzeitig gibt Raiffeisen bekannt, dass im Zuge eines Sparprogramms bis zu 180 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen.

26.08.2026, 08:23 Uhr
Banken

Redaktion: AWP

Der Reingewinn stieg im Berichtssemester um 18,9 Prozent auf 659 Millionen Franken, wie die zweitgrösste Schweizer Bankengruppe am Mittwoch mitteilte. Der Geschäftserfolg als Mass für die operative Leistung stieg um 17,1 Prozent auf 785 Millionen und damit in ähnlicher Grössenordnung.

Insgesamt gab es beim Geschäftsertrag ein Plus von 7,6 Prozent auf 2,04 Milliarden Franken, wobei das Zinsgeschäft, das rund 70 Prozent der Erträge generiert, um 4,9 Prozent und das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 8,4 Prozent zulegte.

Viele Neugelder

Auch bei den Ausleihungen legte Raiffeisen im ersten Halbjahr weiter zu. Die Hypothekarforderungen erhöhten sich um 4,4 Milliarden oder 1,9 Prozent auf mittlerweile 235,3 Milliarden Franken. Die gesamten Kundenausleihungen machten 248,5 Milliarden aus. Der Anteil an Wertberichtigungen für gefährdete Forderungen habe sich gegenüber Ende Vorjahr zudem leicht reduziert, betont Raiffeisen. Er liege mit 0,14 Prozent der Kundenausleihungen auf einem anhaltend tiefen Niveau.

Auch auf der Passivseite verzeichnete die Gruppe ein erfreuliches Wachstum. Die Kundeneinlagen haben um 3,0 Milliarden (+1,3%) auf einen Bestand von 228,7 Milliarden Franken zugenommen. Damit seien 92,0 Prozent der Ausleihungen mit Kundengeldern gedeckt.

Der Wachstumskurs setzte sich auch im Anlage- und Vorsorgegeschäft fort. Raiffeisen vermeldet hier einen Nettoneugeldzufluss von 3,3 Milliarden Franken. Dieser liege damit bereits über dem Gesamtwert des Vorjahres.

Für den weiteren Jahresverlauf gibt sich das Management um den neuen CEO Gabriel Brenna zudem zuversichtlich. Trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten rechnet Raiffeisen für das zweite Halbjahr 2026 mit einer stabilen Geschäftsentwicklung über Vorjahresniveau.

Sparprogramm und organisatorische Umstrukturierung

Im gleichen Zug kündigte Raiffeisen ein Sparprogramm, verbunden mit einem Stellenabbau an. Mit dem Abbau von bis zu 180 Arbeitsplätze will die genossenschaftlich organisierte Bank bis 2027 die Personal- und Sachkosten um rund 60 Millionen Franken senken. Mehr als die Hälfte der Stellen soll über natürliche Fluktuation, den Abbau unbesetzter Stellen, die Reduktion externer Arbeitskräfte und Frühpensionierungen wegfallen, so die Gruppe in einer Mitteilung. Heute beschäftigt Raiffeisen insgesamt rund 13'000 Mitarbeitende.

Gleichzeitig stellt sich Raiffeisen Schweiz organisatorisch neu auf. Ab Oktober wird sie in sechs Departemente gegliedert, darunter die beiden vertriebsorientierten Einheiten Privatkunden sowie Firmenkunden & Handel und das neu geschaffene Departement Produkte & Solutions.

Für Produkte & Solutions wird noch ein Chef oder eine Chefin gesucht, erklärte Raiffeisen. Beim Departement Firmenkunden & Handel übernimmt Philipp Ackermann die Leitung, beim Departement Privatkunden Patrick Lehner.

Die bisherige Geschäftsleitungsmitglieder Roland Altwegg und Helen Fricker verlassen Raiffeisen Schweiz im Zuge der Neuorganisation im September.

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