Pensionskassen: Schweizer Aktien retten den Oktober

Schweizer Aktien haben die Performance der Pensionskassen verbessert (Bild/KI-Collage: Shutterstock)
Schweizer Aktien haben die Performance der Pensionskassen verbessert (Bild/KI-Collage: Shutterstock)

Die Schweizer Pensionskassen haben im Oktober im Schnitt 0,6 Prozent Rendite erzielt. Getragen wurde das Ergebnis von einer starken Aufholjagd der Schweizer Aktien, die die Verluste im Ausland mehr als wettmachte. Die Deckungsgrade blieben weitgehend stabil, wie der aktuelle Pensionskassen-Monitor von Swisscanto zeigt.

04.11.2026, 09:08 Uhr
Vorsorge

Redaktion: asc

Die Vorsorgeeinrichtungen haben den Oktober mit einer durchschnittlichen Performance von 0,6 Prozent abgeschlossen (gleichgewichtet). Haupttreiber waren die Schweizer Aktien, die mit 6,3 Prozent deutlich zulegten, während Aktien Ausland 2,7 Prozent verloren. Auch die Obligationen trugen dank gesunkener Zinsen positiv bei. Seit Jahresbeginn liegen die Kassen damit im Schnitt 5,1 Prozent im Plus.

Deckungsgrade bewegen sich seitwärts

Bei den Deckungsgraden hat sich gegenüber dem Vormonat wenig verändert. Der kapitalgewichtete Deckungsgrad der privatrechtlichen Kassen beträgt 123,6 Prozent. Die öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung liegen nahezu unverändert bei 117,3 Prozent. Bei den teilkapitalisierten öffentlich-rechtlichen Kassen stieg der Deckungsgrad um 0,3 Prozentpunkte auf 94,5 Prozent.

Aufholjagd der Schweizer Aktien

Ende September lagen Schweizer Aktien noch deutlich hinter ihren ausländischen Pendants zurück. Nach dem starken Oktober beträgt der Vorsprung von Aktien Ausland seit Jahresbeginn nur noch 0,6 Prozentpunkte.

Obligationen Schweiz rentierten im Oktober mit 0,8 Prozent, Obligationen Ausland mit 1,1 Prozent. Seit Jahresbeginn liegen Schweizer Obligationen damit mit 0,1 Prozent knapp im positiven Bereich, ausländische Obligationen mit minus 2,3 Prozent weiterhin im Minus. Auch Immobilien profitierten vom Zinsrückgang leicht.

Am schwächsten entwickelten sich wie schon im Vormonat die Rohstoffe mit minus 5,3 Prozent. Grund war der starke Rückgang beim Gold, das in dieser Anlageklasse mitberücksichtigt ist.

Grosse Streuung zwischen den Kassen

Die 10 Prozent der Kassen mit der höchsten Performance erzielten im Oktober eine Rendite von 1,6 Prozent, die 10 Prozent mit der tiefsten Performance kamen auf minus 0,2 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt der Unterschied zwischen den besten und den schwächsten Kassen 3,9 Prozentpunkte. Die Entwicklung verläuft damit ähnlich wie im Vorjahr.

Nach Grösse schnitten die kleinen Kassen mit einem Vorsorgevermögen unter 300 Millionen Franken im Oktober mit 0,8 Prozent am besten ab. Mittelgrosse Kassen (300 Millionen bis 1 Milliarde Franken) erzielten 0,5 Prozent, grosse Einrichtungen über 1 Milliarde Franken 0,3 Prozent. Seit Jahresbeginn haben die kleinen Kassen mit 5,2 Prozent die mittelgrossen und grossen Kassen mit je 5,1 Prozent knapp überholt.

Kassen mit einem hohen Rentneranteil kamen im Oktober auf 0,7 Prozent, jene mit tieferem Rentneranteil auf 0,6 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt die Differenz zwischen den beiden Gruppen 2,0 Prozentpunkte (5,2 gegenüber 3,2 Prozent) und liegt damit in der Grössenordnung von 2025 mit 2,5 Prozentpunkten.

Der Deckungsgrad hatte im Oktober keinen Einfluss auf die Rendite: Kassen über und unter 110 Prozent erzielten je 0,6 Prozent. Seit Jahresbeginn liegen die hoch kapitalisierten Kassen mit 5,2 Prozent leicht vor jenen mit tieferem Deckungsgrad (4,8 Prozent). Auch zwischen den Branchen sind die Unterschiede gering: Am besten schnitt seit Jahresbeginn der Handel mit 5,3 Prozent ab, Schlusslicht ist das Finanz- und Versicherungswesen mit 4,7 Prozent.

Sektorrotation weg von KI-Titeln

An den Finanzmärkten war der Oktober, ähnlich wie bereits der Juli, von einer massiven Sektorrotation geprägt. KI-Titel wurden stark abgestraft, viele Anlegerinnen und Anleger bevorzugten defensive Sektoren. Fundamental lieferten die Tech-Firmen zwar weiterhin ein starkes Gewinnwachstum, und die Nutzung künstlicher Intelligenz nehme zu, schreibt Swisscanto. Wegen des enormen Finanzierungsbedarfs verlangten die Kapitalmärkte aber höhere Risikoprämien.

Ausblick

Swisscanto hält Aktien fundamental weiterhin für attraktiv, sieht aber zunehmenden Gegenwind. Die Marktreaktion auf die Unternehmensgewinne sei bisher enttäuschend ausgefallen. Die Sorgen über Staatsverschuldung und Inflation dürften dagegen übertrieben sein, was Staatsanleihen auf dem aktuellen Renditeniveau begünstige. Aktien aus den Schwellenländern erscheinen dem Asset Manager der Zürcher Kantonalbank nach den hohen Verlusten aus Bewertungssicht wieder attraktiv.

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