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Swiss Alternative Investments Forum 2026: Eindrückliche Dynamik

Der Energiesektor als Wachstumsmotor (Im Bild: ehemalige Diplomatin Nermina Terzić in Gespräch mit Dr. Jakob Schaad, Parner von Lindemannlaw)
Der Energiesektor als Wachstumsmotor (Im Bild: ehemalige Diplomatin Nermina Terzić in Gespräch mit Dr. Jakob Schaad, Parner von Lindemannlaw)

Am 4. Februar 2026 versammelten sich führende Vertreter aus Kapitalmärkten, Energie, Immobilien und Venture Capital im Zürcher Zunfthaus zur Zimmerleuten zum Swiss Alternative Investments Forum. Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz. 

09.02.2026, 07:34 Uhr
Asset Management | Finanzplätze | Fintech

Redaktion: asc

In seinen Eröffnungsworten erklärte Dr. Alexander Lindemann, Präsident des Swiss Capital Market Forum, warum die vier thematischen Säulen der Konferenz heute besonders relevant sind: «Energie, Immobilien, Venture Capital und Kunst sind Sinnbilder für strukturelle Verschiebungen, die Investoren nicht länger isoliert bewerten können. Erfolgreiches Investieren erfordert heute ein Verständnis des Zusammenspiels von Geopolitik, Regulierung, Technologie und Kapital.»

Geopolitik trifft auf Investmentlogik

Die erste Diskussionsrunde widmete sich der Energieinfrastruktur und machte deutlich, dass einst als «langweilig» geltende Versorgungsunternehmen heute systemrelevante strategische Assets darstellen. Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Jakob Schaad von Lindemannlaw, der betonte, dass Energieversorgung heute an der Schnittstelle von Geopolitik, Regulierung und politischem Risiko operiere – und genau darin liege das langfristige Investmentpotenzial. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Renaissance der Kernenergie, deren Wahrnehmung sich durch Fortschritte bei Sicherheit, modularem Design und Skalierbarkeit grundlegend wandelt.

René Baggenstos von Enerprice warnte vor einem zu raschen Abbau der Gasinfrastruktur: «Strom und nachhaltige Energie sind die Zukunft, aber Gaskraftwerke bleiben die zuverlässigste Reserve für Spitzenlasten und können für Wasserstoff und andere klimaneutrale Gase umgerüstet werden.»

André Pienaar, Gründer und CEO von C5 Capital, unterstrich die Bedeutung der Kernenergie für die europäische Souveränität und bezeichnete sie als attraktive private Investitionsmöglichkeit.

Nermina Terzić, Expertin für globale Energiediplomatie, betonte die internationale Dimension und unterstrich, dass langfristige Energiesicherheit nicht ohne diplomatisches Engagement und grenzüberschreitende Zusammenarbeit erreicht werden kann.

Jens Zimmermann von Gabelli Funds unterstrich aus Analystensicht, dass die Zeiten, in denen Energieversorgungsunternehmen als defensive, renditeschwache «Witwen-und-Waisen-Papiere» galten, vorbei sind. In einer Welt zunehmender geopolitischer Spannungen, des Übergangs zu erneuerbaren Energien und wachsender Strombedarfe durch Digitalisierung und KI sind Energieinfrastrukturen zu hochattraktiven, strategischen Investments geworden.

Immobilienmarkt zwischen Verdichtung und Tradition

In der zweiten Runde diskutierten Andreas Campi von Halter und Dan Amar von Foxstone über die Zukunft des Schweizer Immobilienmarkts. Die prägnante Metapher «Monaco oder Ballenberg» brachte die zentrale Herausforderung auf den Punkt: Die Schweiz benötigt sowohl urbane Dichte und wirtschaftliche Dynamik als auch Identität und Raum in ländlichen Gebieten.

Ein rein traditioneller Ansatz wäre wirtschaftlich nicht tragfähig, während Verdichtung ohne Qualität gesellschaftlich nicht akzeptiert würde. Als entscheidender Erfolgsfaktor kristallisierte sich die Kommunikation heraus: Ein offener Dialog mit der Bevölkerung sei unerlässlich, um Akzeptanz zu schaffen, Kompromisse transparent zu machen und nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.

Venture Capital erholt sich

Der Schweizer Venture-Capital-Bericht 2026, präsentiert von Thomas Heimann, dokumentiert eine klare Markterholung, insbesondere bei Frühphaseninvestitionen in Bereichen wie Biotech, ICT und Deep Tech. Erfolgreiche Exits – durch Unternehmensverkäufe und Börsengänge – wirken als Katalysatoren für neues Marktvertrauen.

Laut der aktuellen SECA-Umfrage befinden sich derzeit über 50 Schweizer Venture-Capital-Fonds im Fundraising – ein Rekord. Mehr als die Hälfte hat bereits ein erstes Closing erreicht, was Investoren eine zunehmend diverse Auswahl bietet.

Die anschliessende Paneldiskussion kreiste um die zentrale Frage: Investiert bleiben oder aussteigen? Während der Übergang von Frühphasenrunden zu grösseren Finanzierungstickets herausfordernd bleibt, sind Exits selektiver und strukturabhängiger geworden. Governance, Exit-Mechanismen sowie rechtliche und steuerliche Überlegungen gewinnen an Bedeutung.

Kunst als Anlageklasse

Das Forum schloss mit einer nüchternen Analyse des Kunstmarkts, der sich durch hohe Konzentration, ausgeprägte Informationsasymmetrien und historisch begrenzte Liquidität von anderen Anlageklassen unterscheidet.

Frédéric Nizard, CEO von Frederic Nizard Asset Management und ehemaliger Managing Director bei UBS, erklärte, der Kunstmarkt sei bisher weder erfolgreich fraktionalisiert, verbrieft noch tokenisiert worden. Während der Primärmarkt etabliert sei, fehle dem Sekundärmarkt noch ausreichend Liquidität – eine Lücke, die technologiegetriebene Finanzintermediäre schliessen könnten.

Yassir Benjelloun-Touimi, CEO von ARTEX, verwies auf die transformative Rolle der Technologie: Fractional-Ownership-Plattformen könnten neue Investorengruppen anziehen und das Interesse an Kultur und Kreativität stimulieren. «Kunst ist jetzt über einen regulierten und sicheren Rahmen mit Echtzeit-Handelbarkeit investierbar.»

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