Mehr Eigenverantwortung in der 2. Säule

Jörg Odermatt, CEO und Mitgründer PensExpert
Jörg Odermatt, CEO und Mitgründer PensExpert

Der Pionier der individualisierten Vorsorge, PensExpert steigerte die betreuten Vermögen im vergangenen Jahr um 18% auf 2,25 Mrd. Franken. Dieses Wachstum spiegelt den Wunsch vieler Versicherter, die Anlagestrategie in der Vorsorge so weit wie möglich selber zu bestimmen.

20.03.2013, 09:25 Uhr

Redaktion: fab

Die Vorsorgekonzepte des Schweizer Vorsorgeunternehmens PensExpert treffen den Zeitgeist. Wuchsen die betreuten Vermögen schon 2011 um 17%, so betrug die Zunahme 2012 sogar 18%. Der Anstieg um 350 Mio. auf 2,25 Mrd. Franken war zu 95% auf Neugelder und zu 5% auf Performance zurückzuführen.

Bel-Etage PensFlex wächst um 26%
Die einzelnen Vorsorgeangebote von PensExpert entwickelten sich unterschiedlich. So erzielte die überobligatorische Sammelstiftung PensFlex mit einem Vermögenszuwachs um 200 Mio. auf 960 Mio. Franken den stärksten Anstieg in ihrer nunmehr 13-jährigen Geschichte. Jörg Odermatt, CEO und Mitbegründer von PensExpert, sieht sich in seiner Aufbauarbeit klar bestätigt: Dieses ausgezeichnete Resultat zeigt deutlich, dass immer mehr Versicherte Eigenverantwortung übernehmen und einen Teil ihrer beruflichen Vorsorgegelder mit freier Anlagestrategiewahl bewirtschaften wollen.

PensFlex kann im Überobligatorium ab Jahreseinkommen von 126360 Franken als Ergänzung zu einer obligatorischen Vorsorgekasse eingesetzt werden. Das sogenannte Splittingmodell ermöglicht es den Versicherten, zumindest ihre überobligatorischen Vorsorgevermögen im Rahmen der konservativen Anlagerichtlinien eigenverantwortlich zu bewirtschaften. Dabei profitieren sie von erhöhten Anlagechancen, müssen aber auch die Verlustrisiken tragen. Das Modell hat auch Vorteile für die Unternehmen und die Volkswirtschaft, wie Odermatt betont: Nur mit einem gesplitteten Vorsorgemodell kann vermieden werden, dass die überobligatorischen Vorsorgeguthaben zu hohe Berechnungsparameter wie beim Umwandlungssatz im obligatorischen Bereich der 2. Säule quersubventionieren.

Freizügigkeitsstiftung PensFree stabil auf hohem Niveau
Die Freizügigkeitsstiftung PensFree stagnierte demgegenüber auf hohem Niveau und konnte 2012 lediglich um 50 Mio. auf 1,05 Mrd. Franken zulegen. Ein Grund dafür ist, dass viele Versicherte in diesem Bereich neben Anlage- auch Sparkontolösungen suchen, um einen Teil der Gelder gegen Kursverluste abzusichern. Da ein wichtiger Bankpartner dieses Geschäft nicht weiter ausbauen wollte, musste ein weiterer Partner gefunden werden. Die Suche nach einem weiteren Bankpartner war nicht einfach. Es ist uns jedoch gelungen, im Juni 2012 eine Kooperation mit einem neuen Partner für Sparkontolösungen abzuschliessen, freut sich Odermatt.

Viele Kunden von PensFlex und PensFree vertrauen auch ihre Säule 3a-Gelder PensExpert an. Dazu steht Pens3a zur Verfügung. Ein wichtiger Vorteil dieser Stiftung ist, dass die verschiedenen Vorsorgegelder zwar getrennt, aber im Rahmen einer Gesamtbetrachtung durch den Bankpartner bewirtschaftet werden können. Nur so ist eine optimale Abstimmung der verschiedenen Vermögen überhaupt erst möglich, erklärt Odermatt. Das Vorsorgevermögen von Pens3a verharrte 2012 auf 23 Mio. Franken.

Starke Nachfrage nach neuen internationalen Vorsorgelösungen
Einen spektakulären Erfolg feiert Independent, die erst 2010 gegründete zweite Freizügigkeitsstiftung von PensExpert. Die ihr anvertrauten Vorsorgevermögen haben sich 2012 mehr als verdoppelt und nahmen um 120 Mio. auf 220 Mio. Franken zu. Einerseits bietet die Stiftung Erwerbstätigen sowohl im Inland als auch im Ausland Versicherungsschutz. Im Vergleich zur Schweiz sind die ausländischen Sozialversicherungssysteme oft weniger gut ausgebaut. In solchen Fällen kann Independent den Versicherten mit Arbeitsort im Ausland einen echten Mehrwert bieten, begründet Odermatt die anhaltend starke Nachfrage nach grenzüberschreitenden Vorsorgelösungen.

Die Stiftung ermöglicht zudem die Entgegennahme von britischen Pensionskassengeldern. Independent ist bei der britischen Steuerbehörde als Qualifying Recognised Overseas Pension Scheme (QROPS) registriert und kann steuerfrei Pensionskassengelder aus Grossbritannien entgegennehmen, wenn ein Vorsorgenehmer das Königreich definitiv verlässt.

Sparkontolösungen im Schatten boomender Aktienmärkte
Nicht nur Neugelder, sondern auch die boomenden Aktienmärkte haben 2012 für Wachstumsimpulse gesorgt. So konnten mit den von PensExpert angebotenen Aktienfonds Renditen von bis zu 17% erzielt werden. Gemischte Strategiefonds brachten es auf 3,6 bis 9,4%. Artreine Strategien mit Obligationen und Sparkonti lagen dem gegenüber zurück und verlieren zunehmend an Attraktivität. Angesichts der zahlreichen Krisenherde rund um den Globus rät Odermatt jedoch weiterhin zu einer gebührenden Vorsicht: Wichtig ist, dass man sich nicht ständig von kurzfristigen Marktschwankungen beirren lässt, sondern das langfristige Vorsorgeziel um Auge behält. Dabei sollte die gewählte Anlagestrategie stets mit der persönlichen Risikofähigkeit und Risikoneigung des Versicherten übereinstimmen.

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