05.03.2026, 08:46 Uhr
Die Basler Kantonalbank (BKB) hat im Geschäftsjahr 2025 den Konzerngewinn nicht zuletzt dank einem verbesserten Zinsengeschäft erneut gesteigert. Die PS-Inhaber erhalten eine höhere ordentliche Ausschüttung.
Die Krypto-Börse Kraken hat als erstes digitales Vermögensverwaltungsinstitut in der US-Geschichte direkten Zugang zum Zahlungssystem der Federal Reserve erhalten. Dieser Schritt gilt als Meilenstein, der die Grenzen zwischen Krypto- und traditionellem Finanzwesen weiter verwischt. Kritik an diesem Schritt kommt von Bankenseite.
Die Federal Reserve Bank of Kansas City hat Kraken Financial am 4. März 2026 ein sogenanntes Master Account gewährt. Dies teilte Kraken auf dem eigenen Blog mit. Damit kann die Wyoming-lizenzierte Tochtergesellschaft des Krypto-Konzerns Payward direkt auf die zentralen US-Zahlungsinfrastrukturen zugreifen – darunter den Fedwire Funds Service, den FedNow-Dienst sowie den National Settlement Service. Bislang musste Kraken für USD-Transaktionen auf Intermediärbanken zurückgreifen; dieser Umweg entfällt künftig vollständig.
Das Masterkonto wurde zunächst für eine Laufzeit von einem Jahr genehmigt und ist mit Einschränkungen verbunden, die dem besonderen Geschäftsmodell von Kraken Rechnung tragen. Es handelt sich um ein sogenanntes «Limited Purpose Account», das nicht den vollen Leistungsumfang eines klassischen Bankkontos bei der Fed bietet – Zinsen auf Reserven beispielsweise sind nicht vorgesehen.
Fedwire ist das Echtzeit-Brutto-Settlementsystem der USA, über das täglich mehr als 4 Billionen US-Dollar in Interbankentransfers abgewickelt werden – dasselbe System, das Banken, wie JPMorgan und Bank of America nutzen. Für institutionelle Kunden von Kraken bedeutet der direkte Zugang schnellere Settlements, niedrigere Transaktionskosten und eine reduzierte Gegenpartei-Risikostruktur.
Arjun Sethi, Co-CEO von Payward und Kraken, sieht darin eine strukturelle Neupositionierung der gesamten Branche: Dieser Meilenstein markiere die Konvergenz von Krypto-Infrastruktur und souveränen Finanzschienen. Mit einem Fed-Masterkonto agiere Kraken nicht länger als peripherer Teilnehmer im US-Bankensystem, sondern als direkt angebundene Finanzinstitution. Langfristig, so Sethi, eröffne die Architektur die Möglichkeit für atomare Settlements zwischen Fiat und Krypto sowie programmierbare Finanzprodukte innerhalb eines vollständig regulierten Rahmens.
Kraken Financial erhielt sein Wyoming-SPDI-Charter (Special Purpose Depository Institution) bereits im September 2020 – als erstes Krypto-Unternehmen überhaupt mit einer rechtlich anerkannten US-Bankenlizenz. Doch zwischen Charter und Fed-Masterkonto liegen sechs Jahre regulatorischer Auseinandersetzungen. Ein Präzedenzfall zeigte die Schwierigkeiten dieses Wegs: Die ebenfalls aus Wyoming stammende Custodia Bank klagte gegen die Fed, nachdem ihr Antrag auf ein Masterkonto abgelehnt worden war – und verlor.
Die Fed hatte 2022 ein dreistufiges Prüfsystem für Masterkonten eingeführt; Wyoming-SPDIs wie Kraken wurden dabei der Tier 3 zugeordnet – der strengsten Prüfkategorie.
Die traditionelle Bankenwirtschaft hat den Schritt scharf kritisiert. Das Bank Policy Institute (BPI), die Financial Services Forum und die Clearing House Association warnten in einem gemeinsamen Brief im Februar vor erheblichen Risiken für die Stabilität des US-Zahlungssystems. Das BPI erklärte sich «zutiefst besorgt» darüber, dass die Genehmigung ohne Transparenz im Prüfprozess und ohne Einbindung des gesamten Fed-Boards erfolgt sei.
Der Kern des Vorwurfs: Wyoming-SPDIs unterliegen weder der FDIC-Einlagensicherung noch denselben Eigenkapitalanforderungen wie national lizenzierte Banken – profitieren nun aber vom gleichen Zugang zu den Zahlungsschienen.
Die Genehmigung fällt in eine Phase, in der die Trump-Administration die Krypto-Branche aktiv in die regulierte Finanzwelt integrieren will. Wyoming-Senatorin Cynthia Lummis, eine der prominentesten Krypto-Befürworterinnen im US-Kongress, hat die politischen Weichen im Heimatstaat mitgestellt – und verhandelt zudem am sogenannten Clarity Act, dem geplanten Rahmengesetz für digitale Vermögenswerte. Präsident Trump erklärte am Dienstag öffentlich, Banken müssten «einen guten Deal mit der Krypto-Industrie machen».
Für Finanzprofis in institutionellen Umfeldern ist Krakens Fed-Zugang mehr als ein symbolischer Schritt: Er signalisiert, dass regulierte Krypto-Unternehmen zunehmend als vollwertige Teilnehmer der Finanzmarktinfrastruktur behandelt werden. Die Frage, ob weitere Krypto-Institute ähnliche Anträge stellen und genehmigt bekommen, dürfte die regulatorische Debatte in den USA in den kommenden Monaten bestimmen. Parallel läuft der Genius Act – ein stablecoin-spezifisches Regulierungsgesetz – durch den Kongress, dessen Ausgang die Reichweite des Fed-Zugangs für digitale Assets weiter prägen wird.