11.02.2026, 08:26 Uhr
Die Die SBVg unterstützt den Gesetzesentwurf, mahnt jedoch entscheidende Vorbehalte an.stellt sich grundsätzlich hinter den Gesetzesentwurf zur Regulierung von Stablecoins, meldet jedoch erhebliche Bedenken an. So...
Eine Welle von KI-Produkteinführungen löst branchenübergreifende Verkäufe aus. Anleger fliehen aus allem, was durch künstliche Intelligenz bedroht sein könnte. Betroffen sind auf einmal auch Finanzdienstleister.
Was vergangene Woche als Ausverkauf im Softwaresektor begann, hat sich innerhalb weniger Tage zu einer breit angelegten Fluchtbewegung an den Börsen entwickelt. Investoren trennen sich panikartig von Aktien und Anleihen jener Unternehmen, die durch den rasanten Fortschritt künstlicher Intelligenz (KI) unter Druck geraten könnten.
Auslöser der jüngsten Turbulenzen war die Einführung eines neuen KI-Modells durch das Start-up Anthropic, das professionelle Aufgaben im Vertrieb, in den Finanzen und in den Rechtsabteilungen automatisieren kann. Die Ankündigung löste schwere Kursverluste im gesamten Softwaresektor aus und zog schnell weitere Branchen in den Abwärtssog.
«Der Softwaresektor steht gerade vor einer existenziellen Krise», sagt Christian Hoffmann, Leiter des Anleihengeschäfts bei Thornburg Investment Management, gegenüber Bloomberg.
Besonders hart trifft es die sogenannten Business Development Companies (BDCs) – börsennotierte Kreditfonds, die Darlehen an mittelständische Unternehmen vergeben. Etwa ein Fünftel ihrer Kredite sind laut der Investmentbank Barclays an Softwareunternehmen vergeben, so die Financial Times.
Blue Owl Technology Finance, dessen Kreditportfolio zu mehr als der Hälfte aus Softwareunternehmen besteht, verlor seit Jahresbeginn rund elf Prozent an Börsenwert. Die Anleihen des Unternehmens werden laut verschiedenen QUellen mittlerweile auf Ramschniveau gehandelt.Auch Goldman Sachs BDC, Golub Capital und der Morgan Stanley Direct Lending Fund verzeichnen deutliche Verluste.
Am Dienstag weitete sich denn auch die Verkaufswelle auf den Finanzsektor aus. Ein neues Steuerplanungs-Tool des Start-ups Altruist Corp. liess die Aktien von Charles Schwab, Raymond James Financial und LPL Financial um mehr als sieben Prozent einbrechen. Bereits am Montag hatten US-Versicherungsaktien nachgegeben, nachdem die Online-Plattform Insurify eine ChatGPT-basierte Anwendung zum Vergleich von Kfz-Versicherungen vorgestellt hatte. Statt KI-Gewinner zu suchen, versuchten Anleger nun, bloss keine potenziellen Verlierer im Depot zu haben.
Während traditionelle Branchen unter KI-Ängsten leiden, treiben die Technologiekonzerne ihre Investitionen mit Hochdruck voran, finanziert durch massive Anleiheemissionen. Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, bereitet die Ausgabe einer 100-jährigen Anleihe in britischen Pfund vor – ein in der Technologiebranche nahezu beispielloser Schritt. Parallel dazu platzierte der Konzern am Montag Dollar-Anleihen im Wert von 20 Milliarden Dollar. Die ursprünglich geplanten 15 Milliarden wurden wegen starker Nachfrage aufgestockt.
Die langfristigen Schulden von Alphabet haben sich laut der Financial Times 2025 auf 46,5 Milliarden Dollar mehr als vervierfacht. Der Konzern will in diesem Jahr bis zu 185 Milliarden Dollar für Investitionen ausgeben. Das ist etwa doppelt so viel wie im Vorjahr.
Was ist davon zu halten? Und wie stark kann der Ausverkauf der Finanztitel nach Europa schwappen? Sicher ist: Die technologische Disruption braucht oft länger als erwartet, um sich zu entfalten. Die Bankenbranche etwa hat periodische Herausforderungen durch Krypto und elektronische Dienste weitgehend unbeschadet überstanden.