ETFs: Krypto und Nickel als Gewinner

Auf Russland entfallen rund 10% der weltweiten Nickelproduktion. (Bild: Shutterstock.com/AlexMLX)
Auf Russland entfallen rund 10% der weltweiten Nickelproduktion. (Bild: Shutterstock.com/AlexMLX)

Kryptowährungen, Nickel und Erdgas standen im vergangenen Monat an der Spitze der Performance-Liste von börsengehandelten Produkten. Europäische Einzelhandelsaktien haben hingegen gelitten. Auch chinesische Aktien stürzten ab, wie die Statistiken von Morningstar zeigen.

20.04.2022, 05:00 Uhr

Redaktion: rem

Laut Morningstar-Daten lagen im März rund 139 Prozentpunkte zwischen den besten und den schlechtesten börsengehandelten Produkten (ETPs) Europas, wobei die Renditen zwischen 57,2% und -16% lagen. Die Top 20 werden im März von zwei Krypto-ETPs von 21Shares angeführt, die auf Aave (einer open-source, dezentralen Darlehens-Plattform, die auf der Ethereum-Blockchain basiert) und Solana setzen.

Allzeithoch bei Nickel

Ausserdem gibt es laut Morningstar vier Tracker, die in Nickel engagiert sind. Das Industriemetall wird hauptsächlich zur Herstellung von Edelstahl sowie von Batterien verwendet, einschliesslich wiederaufladbarer Nickel-Cadmium-Batterien und Nickel-Metallhydrid-Batterien, die in Hybridfahrzeugen Anwendung finden. Wie Valerio Baselli von Morningstar erläutert, erlebte der Nickel-Markt im vergangenen Monat das, was im Fachjargon als Short Squeeze bezeichnet wird. Das bedeute, dass Short-Investoren – d.h. diejenigen, die auf einen Rückgang des Assetpreises gesetzt hatten – durch einen starken Anstieg dieses Vermögenswerts gezwungen werden, das Asset zu kaufen, um nicht alles zu verlieren, was den Preis natürlich noch weiter in die Höhe treibe.

Am 8. März erreichten Nickel-Futures nach einem Tagesanstieg von 90% ein Allzeithoch von über 100'000 $ pro Tonne. Das zwang die London Metal Exchange, den Handel für eine Woche auszusetzen und nach der Wiedereröffnung eine Reihe von Handelsbeschränkungen einzuführen.

Auf Russland entfallen rund 10% der weltweiten Nickelproduktion, und Marktteilnehmer befürchten, dass die Verfügbarkeit durch westliche Sanktionen gegen Moskau stark eingeschränkt werden könnte.

Russische Gaslieferungen nur schwer ersetzbar

Auch der Erdgaspreis wird weiterhin durch den Krieg in der Ukraine und die geopolitischen Spannungen beeinflusst. Händler befürchten laut Morningstar, dass die russischen Gaslieferungen (die grösstenteils durch die Ukraine verlaufen) im Zuge der Eskalation unterbrochen werden könnten oder dass russisches Gas, das über Pipelines unter Umgehung der Ukraine geliefert wird, durch westliche Sanktionen gestoppt werden könnte.

Nach Ansicht vieler Experten würden Alternativen wie zum Beispiel Flüssigerdgas (LNG) aus den USA nur schwer die Lücke füllen können, die ein Ausfall der russischen Exporte hinterlassen würde, und die Preise würden in der Folge drastisch steigen.

Die generelle Hausse an den Rohstoffmärkten komme den Exportländern zugute, insbesondere Brasilien, dessen Landeswährung Real sich gegenüber dem US-Dollar erholt hat und den höchsten Stand seit zwei Jahren erreichen konnte.

Auf dem Podium der “Flop 15” befinden sich drei Tracker des STOXX Europe 600 Retail Index. Aktien des Einzelhandelssektors wurden extrem durch das weitgehende Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kiew und die Ungewissheit über die weitere Entwicklung des Konflikts in Mitleidenschaft gezogen. Es wird befürchtet, dass die wirtschaftlichen Folgen westlicher Sanktionen die europäischen Volkswirtschaften stark in Mitleidenschaft ziehen werden.

Starker Abschlag am chinesischen Aktienmarkt

Auch am chinesischen Aktienmarkt lief es nicht rund. Aktien erlebten dort einen der volatilsten Monate überhaupt. Der Markt litt unter einer neuen Welle von Coronavirus-Fällen, die zu neuen Lockdowns führten. Laut Morningstar-Research werden chinesische Aktien im Durchschnitt mit einem Abschlag von 32% auf den fairen Wert gehandelt (in Euro, Stand: 7. April), wobei solche Bewertungen nicht allein als Kaufempfehlung interpretiert werden sollten.

In den letzten 20 Jahren haben chinesische Aktien laut Morningstar in etwa die gleiche Rendite wie die stärkeren Industrieländer nach Inflation erzielt und übertrafen die Renditen von schwächeren Märkten wie Japan, Spanien und Italien. Angesichts der hohen Volatilität chinesischer Aktien sei ihr Risiko-Ertrags-Profil jedoch weniger attraktiv gewesen, sagt Baselli.

Die grössten ETFs im März

Die monatlichen Top- und Flop-Performer seien oft sehr volatile und daher riskante Produkte, die im Portfolio der Anlegerinnen und Anleger nur eine Beimischung sein sollten. Morningstar liefert einen Überblick über die in Bezug auf das Vermögen grössten in Europa domizilierten ETPs, die schon eher zum Kernbestand des Portfolios von Anlegerinnen und Anleger gehören sollten. Die Wertentwicklung im März 2022 reicht von 4,67% bis hin zu -1,22%. Hier die 15 grössten Fonds nach Performance (ohne geheblte oder inverse Produkte):

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